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Und die Jungs von einst hatten nur wenig von ihrer Spritzigkeit verloren. Das Publikum forderte zwar eine Zugabe, doch die gab es aus Prinzip nicht. 30 Programmpunkte in einer grandiosen Gesamtvorstellung wickelte Sitzungspräsident Uwe Wiegärtner danach gewohnt locker und humorvoll ab. Durchhänger gab es nicht.
Viele Glanzpunkte, ob tänzerisch oder gesanglich oder wortgewaltig, wechselten bis nach Mitternacht, als es zum großen Finale mit den rund 100 Aktiven kam.
Urkomisch und für alle eine Überraschung war Bürgermeister Stefan Frühbeißer, der als ungelenke Rathausputze geradezu über die Bühne fegte. Sie putzte auch schon im Bundestag, als der Karl-Theodor dort noch Verteidigungsminister war. Und als Guttenberg getauft wurde, wusste sie, ging dem Pfarrer wegen seiner vielen Vornamen das Weihwasser aus. Und die Pottensteiner CSU hat auch kein Schwarzgeld, weil sie gar kein Geld mehr hat. Einen Rettungsschirm für die Pottensteiner CSU spannte dann die Familie Polster aus dem Osten auf. Vater Georg mit Kindern und Neffen Benni, Manuel, André, Christian und Sebastian Polster erklärten den Granit-Zweizeiler in Kühlenfels zum Unwort des Jahres. Einen dieser Pflastersteine bekam die Frau vom „Butzi“ (Zweiter Bürgermeister Rainer Brendel), weil der so oft mit Schnupftabak ausgerüstet zu den rollenden Krisensitzungen des Stadtrats nach Kühlenfels muss. Dass auch Senioren noch schwung- und humorvoll sein können, stellte die Adelheid Lothes (89) aus Bronn als Schönheitskönigin eindrucksvoll unter Beweis.
Klasse dazwischen die Tanzmariechen Verena Adelhardt, Julia Paulsen, Michelle Wolf und Madlene Eckert. Ebenso glänzten die Garden mit tänzerischen Höchstleistungen und tollen Verkleidungen. So zum Beispiel die Kleinsten der „Rasselbande“ als Schlümpfe, die „Fun-Kids“ mit einem Zukunftstanz, die „Schlossgarde“ mit dem Showtanz „Der Lauf des Lebens“ und die „Maxi-Dancers“ in Wild-West-Outfit.
„Rokoko meets Rock“ hieß der choreographisch und verkleidungstechnisch gut gemachte Tanz des Weiberballetts, die sich von Rokokodamen bis zu Rockdivas entwickelten. Anspruchsvoll auch der Tanz des Duos mit Steffi Schwing aus Hainbronn und Anke Oertwig aus Waidach. Zum Kugeln dann der Sketch der vier Saunadamen Tanja Wiegärtner, Silke Mildner, Ute Langhojer und Lissi Potzler. Sie nahmen die First Lady Agathe und ihren Stefan auf die Schippe. Der Sauna-Lutz (André Polster) verwöhnte sie mit Aufgüssen und Drinks nach Strich und Faden. Agathe Frühbeißer: „Ja, ja, da mein Stefan Beamter ist, ist er halt nicht gerade der Schnellste!“
Und von der Magers-Christl erfuhr man Sachen, die erst noch passieren.
Überhaupt sind die Pottensteiner Bürgermeister Faschingsnarren. So auch dritter Bürgermeister Josef Schrüfer. Er war eine Primaballerina und Julius Cäsar im Männerballett beim Römertanz. Hier wirkten auch Asterix (Walter Potzler) und Obelix (Gerhard Rupprecht.
„Heit is’ Fasching“, meinte Faschingschef Otto Brendel in einem Sketch mit Ulkpartnerin Marga Bauer. „Mit dem Hütl schaust aus wie a Milchkanna mit zwa Hörner“, so er, der kein Hütchen braucht, um lustig zu sein. Trockener Wortwitz der Extraklasse.
Wahre Stimmungskanonen hingegen der Pegnitzer Stadtrat Werner Mildner mit der Teufelsgeige und Henry Doepke aus Obertrubach mit der Steirischen. Klasse in der Jugendbütt auch Sandra Röhrer mit „Wenn ich endlich 20 wär“ und Jana Wiegärtner mit „Die Hausparty“.
Es war eine kaum mehr steigerungsfähige Prunksitzung der Kühlenfels-Waidacher Narren, die im Bürgerhaus am 4. Februar noch einmal wiederholt wird.



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