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„Es ist nicht gut, dass sich so viele Menschen heute von der Politik verabschieden“, beklagte der Erzbischof. Aber er fügte hinzu: „Daran sind die Politiker mit Schuld, die nicht gemeinwohlorientiert, sondern egoistisch, undurchsichtig und sogar korrupt handeln, aber auch wir alle.“
Zu wenige junge Menschen gehen wählen und wirken in Parteien und Parlamenten mit. Nötig sei ein Diskurs über aktive Bürgergesellschaft, und zwar auf der Basis einer aktiven Christengemeinschaft.
Zugleich betonte der Erzbischof, dass Ehe und Familie für Staat und Kirche die Keimzelle sei. Deshalb befürworte er sowohl Kinderkrippen als auch das Betreuungsgeld, „weil wir beides zur Stützung der Familien und Ehen brauchen“.
Bei den neuen Kindergarten-Gesetzen in Bayern oder bei der Gewaltprävention müssten Ehe und Familie thematisiert werden. „Die Zivilisation der Liebe hängt entscheidend davon ab, dass Ehe und Familie Ort und Hort des Wohlwollens, der Güte, der Versöhnung und der Erziehung dazu sind.“ Schick forderte auch einen Werte- und Tugenddiskurs. „Wir müssen über Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft reden: Wie werden wir unseren Ehen und Familien gerecht, besonders den kinderreichen? Was bedeutet gerechter Lohn für unsere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, so dass sie gut mit ihren Familien leben können und später eine entsprechende Rente beziehen?“
Im Arbeitsleben sei ein berechenbarer Feierabend nötig, der ein Familien- und Vereinsleben ermöglicht. Deshalb lehnt er eine Erweiterung der Ladenöffnungszeiten ab. „Damit die Zivilisation der Liebe bleibt und gefördert wird, brauchen wir Sonntagsschutz und Arbeitsregelungen für alle.“
Es müsse aber auch über Anstand in der Gesellschaft gesprochen werden: „Wie gehen wir miteinander um? Sind wir noch höflich? Achten wir einander? Haben wir Wertschätzung füreinander und drücken wir sie genügend aus?“
Der Diözesanrat ist das Organ der Laien im Erzbistum. In ihm sind Vertreter der Dekanatsräte und der katholischen Verbände sowie weiterer Persönlichkeiten aus Kirche, Gesellschaft und Institutionen des Laienapostolats vertreten.
Die Einrichtung solcher Gremien geht auf Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils zurück, das vor 50 Jahren eröffnet wurde. „Die Feier des Konzilsjubiläums und der Dialogprozess in der katholischen Kirche lassen sich gut miteinander verbinden“, so Erzbischof Schick.
Der Dialogprozess soll sich in diesem Jahr mit der „Zivilisation der Liebe“ befassen. „Ich wünsche mir, dass wir über diese Themen in unserer Erzdiözese intensiver ins Gespräch kommen. Die Welt heute wird uns nur dann akzeptieren, wenn wir zur Zivilisation der Liebe beitragen.“



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