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Mittwoch, 20.06.2018

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Pegnitz: Es gibt Nachwuchs im Wildgehege Hufeisen

Mufflons, Wildschweine, Sika- und Rotwild haben Jungtiere geboren - 14.06.2018 06:56 Uhr

Gerhard Steininger füttert die Mufflons. © Luisa Degenhardt


Während der Dammhirsch auf sein Futter wartet, lässt er die Besucher nicht aus den Augen. Das Tier soll dank seiner dunkelbraunen Farbe frischen Wind in die Dammwild-Population des Wildgeheges bringen. Der Hirsch ist im fünften Lebensjahr, die bayerischen Staatsforsten haben ihn im vergangenen Herbst bei einem privaten Züchter im Fichtelgebirge gekauft.

Einen Namen hat er nicht, nur zwei der 100 bis 150 Tiere im Wildgehege haben einen: Das sind Wildschweindame Muggel und Eber Rudi, erzählt Gerhard Steininger, der sich um das Wildgehege kümmert. Die Namen hatte den beiden der Vorbesitzer gegeben. Vor einem Jahr waren 13 Wildschweine an einer Atemwegserkrankung gestorben. Deshalb hat der Forstbetrieb Pegnitz neue Schweine zukaufen müssen.

Wenn die Tiere krank sind, dann werden sie behandelt. Oft bekomme man Krankheiten aber gar nicht mit, manchmal fänden die Mitarbieter irgendwann tote Tiere. Denn es gilt der Grundsatz: "Wir wollen so wenig wie möglich eingreifen, die Tiere werden komplett sich selbst überlassen", sagt Steininger. Deshalb leisten die Hufeisen-Mitarbeiter zum Beispiel auch keine Geburtshilfe. Die Tiere brauchen die ohnehin nicht.

Fast alle Arten, die es im Wildgehege zu sehen gibt, haben bereits geworfen. Den Anfang gemacht haben die Mufflons im Februar. Die Wildschweine starten etwa zur selben Zeit. Mitte Mai bis Anfang Juni ist die Setzzeit des Rotwildes, drei Kälber sind im Mai geboren. Es folgen die Kälber des Dammwildes ab Mitte Juni. Zur selben Zeit kommt der Nachwuchs des Sikawildes zur Welt. Eins ist im Wildgehege in diesem Jahr bereits geboren.

Verkauft oder getötet

"Im Herbst schöpfen wir ab", sagt Steininger. Was bedeutet, dass die Tiere entweder lebend verkauft oder getötet werden. "Kein einziges wird in die Natur entlassen", so Steininger. In der freien Natur gebe es genug Individuen.

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Die Rehe, die in dem 40 Hektar großen Gehege leben, wurden alle per Hand aufgezogen, deshalb sind einige sehr zutraulich. Der Forstbetrieb nimmt Waisen auf. Bei Wildschweinen geht das nicht. "Die lassen keinen Fremdling rein in ihre Rotte, der wird getötet", sagt Steininger.

Die 80.000 bis 100.000 Besucher pro Jahr können den Tieren im Wildgehege sehr nah kommen. Sie können sie mit Mais füttern.

Nicht jeder hält sich daran, das Schalenwild nicht aus der Hand zu füttern. Das mag zwar für den Moment für die Besucher ganz schön sein, bringt aber Probleme mit sich: "Sie werden zum einen sehr aufdringlich, zum anderen steigt die Verletzungsgefahr", weiß Steininger. Manche Besucher denken, sie tun den Tieren etwas Gutes, wenn sie sie mit Nudeln füttern. Das allerdings ist sehr gefährlich. "Die quellen auf, der Pansen kann sie nicht verarbeiten, dann gehen die Tiere jämmerlich ein mit Schaum vorm Mund", sagt Steininger. Das seien zwar Einzelfälle, aber die seien schlimm genug. 

Luisa Degenhardt Redaktion Nordbayerische Nachrichten Pegnitz und Auerbach E-Mail

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