|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Daniela Singer, Jugenddienstbeauftragte des Rotary Club Fränkische Schweiz, aus Obertrubach, hatte den Schüler dazu motiviert. „Eigentlich wollte ich gar nicht“, gibt Lukas ehrlich zu, der gerade seine Mittlere Reife abgelegt und eine Ausbildung begonnen hat, „aber meine Eltern brachten mich dazu.“ Und jetzt? „Ich bin begeistert und denke darüber nach, nächstes Jahr privat wieder hinzufliegen, ich wünsche mir ein Ticket“, sagt er spontan.
Wie so vieles fängt auch das Afrika-Abenteuer mit einem Formular an. Fakten über Sprachkenntnisse und das Familienumfeld will Rotary International wissen. Der Reisewillige soll aus soliden Verhältnissen stammen. Die Vorbereitung ist intensiv. Lukas nahm vor der Reise über Facebook Kontakt mit seinem Austauschpartner Mitchell (18) und dessen Familie in Südafrika auf, die Rotary für Lukas ausgesucht hatte.
Rotary sorgte im Gastland für ein zuverlässiges Ankommen. An das stundenlange Fliegen denkt der Zwei-Meter-Mann Lukas nicht so gern zurück: „Das war schon eng im wahrsten Sinn des Wortes“. Am Rande von Johannesburg wohnte Lukas bei einer Familie, Vater schottischer, Mutter holländischer Abstammung, mit zwei Kindern. „Ich wurde herzlich aufgenommen, das Englisch war okay. Beim Essen war mir vieles vertraut.“
Typisches? „Die südafrikanische Bratwurst – danach war mir schlecht, nicht zu beschreiben“, lacht er heute. Lukas besuchte mit freundlichen Schülern die Highschool, lernte Schuluniformen kennen und Probleme des täglichen Lebens: „Rassentrennung gegen Korruption getauscht“ ist eine entmutigende Feststellung. „Je näher man an die Siedlung von Farbigen kommt, desto höher und spitzer werden die Umzäunungen um die Häuser“, beobachtete Lukas.
Er selbst habe in einer „guten Gegend“ gewohnt, wobei Raub auf der Straße nicht ungewöhnlich ist. Man müsse lernen, mit dem Problem umzugehen. Die schönen Erinnerungen überwiegen dennoch bei weitem. Auf Ausflügen wurden der Krügerpark und andere Sehenswürdigkeiten besichtigt.
Wie sehen südafrikanische Jugendliche Deutschland? Mit im Austauschprogramm ist Friederike Martin (19) aus Forchheim. Sie besucht das Herder-Gymnasium mit ihrer Austauschpartnerin Sarah Cromhout (18) aus Südafrika. Dabei ist auch Ines Keller aus Weidenloh bei Pottenstein. Sie studiert Chemie in Erlangen und hat ihre Partnerin Tarryn Durant zu Gast. Alle vier sind bei Daniela Singer eingeladen.
Die Erfahrungen der jungen Deutschen in Südafrika klingen ähnlich wie bei Lukas: Ines und Friederike schwärmen von der faszinierenden Landschaft und Tierwelt, der Höflichkeit und Aufgeschlossenheit der Menschen. Sie sprechen vom großen Flughafen in Johannesburg, wo sie nur Farbige beschäftigt sahen, ganz anders dann auf den kleinen Flughäfen auf dem Land, mit gemischter ethnischer Herkunft und heimeliger Atmosphäre. „Es ist auf jeden Fall eine Reise wert, ich möchte auch meinen Eltern zeigen, wo wir waren und wie schön das Land ist“ lautet das klare Bekenntnis von Friederike zum Schluss.
Sarah aus Südafrika findet es „sehr kalt hier in Deutschland“. Zu Hause bewegen sich die Temperaturen zwischen zwölf und 25 Grad Celsius. Auf der Seite des Atlantik sei es freilich auch rauer. „Ich habe hier zum ersten Mal Schnee gesehen und hätte gern noch ein wenig mehr gehabt“ erzählt Tarryn.
Toll finden die jungen Frauen die Stadtlandschaft in Deutschland. „Die Häuser hier sind wunderschön, schauen aus wie Schokoladenhäuser, wie Häuser im Märchen“, sind sie sich einig. Bewusst erlebten sie Weihnachten und natürlich den Christkindlesmarkt in Nürnberg, der sei auch einmalig. Die Essensportionen in Deutschland werden als riesig empfunden.
Sechs Wochen lernten die jungen Südafrikanerinnen Deutschland kennen. Wie Maddy Mulvaney (19) aus Australien, die ein Jahr lang Europa-Luft schnupperte, einen Großteil der Zeit bei der Familie von Elmar und Daniela Singer in Obertrubach.
Maddy besuchte die Schule in Ebermannstadt genauso wie viele Städte von Prag bis Paris. Nach nur einem Jahr verbesserte sie ihre Deutschkenntnisse soweit, dass sie sich mühelos unterhalten kann und auch schon Berichte verfasst, was von einem intensiven Austausch in der Gastfamilie zeugt.
Daniela Singer als Jugenddienstbeauftragte des Rotary Club Fränkische Schweiz würde sich wünschen, dass dieses Angebot „noch viel intensiver“ von Jugendlichen angenommen würde. Dabei seien nicht nur Mitglieder gefragt, sondern alle Jugendlichen, die die Voraussetzungen erfüllen.
Die Kosten sind überschaubar, umfassen das Ticket und Reisespesen im Land sowie die Aufnahme des Gastschülers. Aufschlussreich ist das Resümee von Anja Martin, Mutter der Forchheimer Austauschschülerin: „Rotary checkt die Situation ab, damit das Kind in vernünftige Verhältnisse kommt, und regelte alles. Sie haben ein feines Händchen, passende Kinder über die Kontinente zusammenzubringen“, meint Martin. Diese Kinder sind jugendliche Botschafter ihres Landes, wie es der Rotary Club formuliert.



Jetzt aktuell: