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Reduzierter Mehrwertsteuersatz als Schlüssel zum Glück?

Hotel- und Gaststättenverband will analog der Handwerksbranche eine Absenkung auf sieben Prozent erreichen — Nikolaus zu Gast - 12.12.2017 22:50 Uhr

Zur Jahresschlussfeier des Hotel- und Gaststättenverbands war auch der Nikolaus gekommen, um den Nachwuchs der Mitglieder zu beschenken. © F.: R. Reinl


Der Schnee war zwar schon wieder geschmolzen, aber auch so herrschte mit zahlreichen Feuerstellen und besinnlichen Liedern der "Various Voices", einer Jugend-Gospelgruppe der evangelischen Kirchengemeinde, vorweihnachtliche Stimmung beim Glühweinempfang, zu der sich rund 120 Gastronomen aus dem gesamten Landkreis Bayreuth im Landgasthof Freiberger in Schnabelwaid versammelt hatten.

Bürgermeister Hans-Walter Hofmann (CSU) präsentierte seine Gemeinde kurz und bündig: "Wir haben zwei Kirchen, eine Schule, einen Kindergarten und den Landgasthof Freiberger." Pfarrerin Tina Binder rief in besinnlichen Worten zum "Schenken mit Mehrwert" auf, etwa mit einem Gutschein für ein leckeres Essen. Es gehe nicht darum, nur satt zu werden, sondern gemeinsam mit lieben Menschen eine schöne Zeit zu verbringen.

Eingebettet in ein Drei-Gänge-Menü mit Hirschbraten oder Gänsebrust aus der Küche von Alexander Freiberger blickte Gülyaprak auf ein arbeitsintensives Jahr zurück mit einem breit gefächerten Veranstaltungsprogramm, das nicht nur dem Erfahrungsaustausch in einem immer schwierigeren Umfeld dienen soll, sondern auch dem gegenseitigen Kennenlernen.

Viele Junge kamen

Besonders freute es den Kreisvorsitzenden und seinen Stellvertreter Joachim Hofmann aus Kirchahorn, dass diesmal erstaunlich viele junge Gastronomen nach Schnabelwaid gekommen waren. Nur das Interesse der Mitglieder aus dem Süden des Landkreises und der Fränkischen Schweiz lasse nach wie vor zu wünschen übrig.

Ein besonderes Anliegen des Berufsverbands ist seit vielen Jahren die Anwendung eines reduzierten Mehrwertsteuersatzes von sieben Prozent auch in der Hotellerie und Gastronomie. Dabei geht es vor allem um die Gleichbehandlung mit dem Lebensmitteleinzelhandel und Handwerksbranche, wie den Bäckern und Metzgern. Gülyaprak rief dazu auf, auch künftig in dieser Frage entsprechend Druck auf die Politik auszuüben und allen möglichen Einfluss geltend zu machen. Der Vorsitzende: "Der reduzierte Mehrwertsteuersatz auf Gastfreundschaft schafft attraktivere Preise, mehr Nachfrage, mehr Investitionen, mehr Arbeitsplätze und wertvolle Spielräume bei der Entlohnung."

Aber auch vor Ort müssten neue Weichen gestellt werden, etwa im Vorfeld der bevorstehenden Wiedereröffnung des Markgräflichen Opernhauses in Bayreuth. Hier werde offensichtlich an alles gedacht, nicht jedoch an eine entsprechende Verpflegung für die Gäste. Eine hochwertige Gastronomie sei aber rund um ein Weltkulturerbe unabdingbar.

Hohes Lob für Familienbetriebe

Umrahmt von weihnachtlichen Klängen des neuformierten Auerbacher Damen-Trios "Trisotto" zollte der Dehoga-Chef vor allem auch den vielen Familienbetrieben in der Region hohes Lob, hebe sich deren Angebot doch deutlich von dem der Systemgastronomie oder Schnell-Imbissketten ab. Der Gasthof Freiberger sei ein Paradebeispiel, wie sich mit entsprechendem Engagement Erfolg einstelle. Auch müsse stets investiert werden, wie das Beispiel Schnabelwaid zeige. 

RICHARD REINL

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