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Überwältigt war der Bürgermeister über die große Zahl von Besuchern, die im Gasthof Herbst/Ziegler einen besinnlichen Abend mit Liedern, Musik und Texten erleben wollten. Darunter waren viele Betzensteiner, und kein Platz blieb leer.
Kurz erinnerte der Bürgermeister an das Festjahr 2011 in Betzenstein mit vielen Höhepunkten. Gerne hätte man auch diese Veranstaltung mit ins Jahresprogramm aufgenommen, doch „wir wussten nichts“. Abschließend lud er die über 120 Besucher zur Silvesterparty in Schule und Turnhalle in Betzenstein ein. An diesem Abend werde man Rückschau mit Filmen und Bildern auf das Festjahr halten. Die vielen Gäste lud Claus Meyer auch fürs nächste Jahr ein, denn „wir feiern weiter, diesmal mit der ersten urkundlichen Erwähnung“.
Landrat Hermann Hübner war die Begeisterung anzumerken als er die vierte „Rocknstub’n“ während seiner Amtszeit eröffnete. Sein Vorgänger, Landrat Dr. Klaus-Günter Dietel (er war mit Ehefrau anwesend), habe diese Brauchtumsreihe im Jahr 2000 begonnen. Der Abend sei ideal für die „staade Zeit“. Dank sagte er Kreisheimatpfleger Hans Bauriedel für die Organisation. Moderator war wieder Jürgen Gahn, den der Landrat als „unseren Gottschalk“ bezeichnete, doch „der macht weiter“. An den Spinnrädern zu sehen waren Edeltraud Gahn und Babette Wölfel.
Mucksmäuschenstill war es, als die Plecher Stubenmusik mit der „Trahüttener Polka“ den ersten Teil begann, der unter dem Motto stand „Die Ernte ist eingebracht, Zeit zum Danken und zum Feiern“. Den „Gseeser Bäsla“ ging es in ihren Liedern um den Erntekranz und um die „Ackersleute wir dich preisen“.
Jürgen Gahn erzählte in lockerer Form den Wandel der Ernte, früher mit der Sichel und heute der Mähdrescher, doch er erinnerte auch an ein altes Gesetz, denn als die Bayern die Franken eingemeindeten, seien als erstes die fränkischen „Rocknstub’n“ verboten worden. Doch sie existierten weiter und heute schreite auch keine Rechtsabteilung des Landratsamtes ein.
Eberhard Wagner trug ebenfalls zum Schmunzeln bei, als er aus seinem Mundartbuch aus den 70er Jahren einige Texte vorlas. „War nicht immer ein leichtes Jahr“, begann Walter Tausendpfund mit seinem Ernte-rückblick, aber „man will ja nicht klagen“. Und für das Erntejahr „dank mer schee“. Tausendpfund sprach vom „Schlabbern“, das er sich heute nicht mehr verbieten lässt, sprach von den Bröserla und als er von Jürgen Gahn interviewt wurde, sprach er halt von „Stückla“, die er geschrieben hat, doch Jürgen Gahn machte auch auf die entstandenen Theaterstücke aufmerksam und die waren nicht zu knapp.
Die Natur legt sich zur Ruhe, die Zeit hält ihren Atem an, war Teil zwei überschrieben und im dritten Teil ging es um „Die Abende werden länger, Zeit zum Verweilen und Besinnen“. Im letzten Teil war das Thema „St. Kathrein stellt Tanz und Geigen ein, die stille Zeit beginnt“. Die Gruppen sangen oder spielten dazu passende Lieder und dem schlossen sich auch die Mundartdichter an.
Auch in diesem Jahr wurde bei der „Rocknstub’n“ auf einen Eintritt verzichtet . Stattdessen wurde um Spenden gebeten für die Weihnachtsaktion „Schmücken und Helfen“ der Nordbayerischen Nachrichten. Die Resonanz war hervorragend, kamen doch hierfür 447,44 Euro zusammen.



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