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Sabine Thiem vertritt nun Haßlach

Bürger wählen die 51-Jährige zur Ortsführerin des Pottensteiner Ortsteils - 23.09.2017 09:05 Uhr

Bei der Ortsversammlung in Haßlach ist es vor allem um die Themen Breitbandausbau, Einzelhandel und den Baustellenverkehr, der durch Haßlach rauschte und manchmal immer noch rauscht, gegangen. Bürgermeister Stefan Frühbeißer (Zweiter von rechts) und Stadtrat Reinhold Thiem (rechts) waren auch gekommen. © Luisa Degenhardt


Besonders begeistert schien Sabine Thiem nicht. Zwar hatte der Haßlacher Stadtrat Georg Schmitt sie im Vorfeld schon angefragt, ob sie die Funktion der Ortsführerin übernehmen würde, doch hätte sie sich lieber jemanden an ihrer Seite gewünscht, der sich die Aufgaben mit ihr teilt. Zwölf Haßlacher waren zur Ortsversammlung gekommen, einige Einwohner waren im Urlaub. Auch Stadtrat Reinhold Thiem war gekommen.

Trotz längerer Diskussion fand sich kein zweiter Kandidat. Und so schlug Bürgermeister Stefan Frühbeißer vor, dass jeder einen Namen auf seinen Stimmzettel schreibt und am Ende derjenige mit den meisten Stimmen die Wahl annehmen könne oder nicht. So wurde es dann auch gemacht. Sabine Thiem bekam die meisten Stimmen, sie nahm die Wahl an.

Ein Ortsführer hat andere Aufgaben als ein Ortssprecher. Letztere sind als Vertreter ehemals selbstständiger Gemeinden, die keinen Stadtrat als Vertreter im Gremium haben, dort dabei. Die Ortsführer kümmern sich im Gegensatz dazu zum Beispiel um Aushänge für die Stadt Pottenstein. "Eine Mittlerfunktion zwischen Stadt und Bevölkerung", beschrieb es Frühbeißer.

Eine Wahl braucht es für einen Ortsführer nicht. Doch in Fällen wie Haßlach, in denen mehr an der Aufgabe hängt, zum Beispiel die Dorfgemeinschaftskasse, sei eine Wahl sinnvoll. Zudem habe Stadtrat Schmitt die Stadt gebeten, eine Wahl durchzuführen. Frühbeißer appellierte an die Haßlacher, die Ortsführerin zu unterstützten, "dass der Häuptling Indianer hat, die mithelfen".

Frühbeißer ging dann auf die Verkehrssituation in Haßlach ein. Der Baustellenverkehr von der Forchheimer ICE-Trasse, fuhr nicht nur durch Tüchersfeld, sondern auch durch Haßlach (wir berichteten). Die Straße wurde für Lkw ab einer Länge von zwölf Metern gesperrt. Zwar passierten immer noch einige Lkw den Ort, so eine Einwohnerin, "aber lange nicht mehr so wie früher".

Die 51-jährige Sabine Thiem ist die neue Ortsführerin von Haßlach.


Frühbeißer meinte: "Die Baustelle wird noch sehr lange gehen, wobei mir zugesagt wurde, dass sie andere Strecken fahren müssen." Laut Georg Schmitt hat der Schwerlastverkehr im Ort unter anderem einen Riss in der Kapelle verursacht. Die Straße sei vom Unterbau her nicht geeignet, den schweren Verkehr auf Dauer zu tragen, so Frühbeißer.

In Sachen Kapelle klärte Schmitt die Haßlacher außerdem darüber auf, dass der Antrag auf die Sanierung der Figuren gestellt wurde, dass es bisher aber noch keine Rückmeldung vom Landratsamt gegeben hat. "Gottes Mühlen mahlen langsam, die des Landkreises aber noch langsamer", so Schmitt.

Gelder in Aussicht

Der Bürgermeister klärte die Haßlacher außerdem über den Stand in Sachen Rackersberger Kreuzung auf (Siehe dazu auch Artikel unten). Da der Landkreis zuständig sei, prüfe das Landratsamt gerade, ob ein Kreisverkehr zur Entschärfung der Gefahrenstelle gebaut werden könne. Aktuell mache so eine Maßnahme aber keinen Sinn, weil der Umbau der Kreuzung über das Kernwegenetz, ein Projekt des Wirtschaftsbandes A 9/Fränkische Schweiz, mitgefördert werden könne.

Zum Thema Breitbandausbau betonte Frühbeißer noch einmal, dass es unrealistisch ist, dass das Projekt in der Gemeinde bis Ende 2018 abgeschlossen ist (wir berichteten). "Am liebsten hätten wir schon längst anfangen wollen."

Laut Frühbeißer gibt es mehrere Bereiche, in denen es für Pottenstein gut läuft: Tourismus, Wirtschaft, Kindergärten. Ein Problem dagegen das Thema Mittelschule. Es gebe nicht mehr so viele Mittelschüler wie früher. Durch die Kooperation im Mittelschulverbund könne man den Standort sichern. "Der richtige Schritt wäre es gewesen, von der Mindestanzahl von 15 Schülern wegzugehen. Sodass man den Standort erhalten kann, auch wenn es mal nur 13 Schüler sein sollten."

Die Haßlacher interessierte auch der Einzelhandel. Eine Bürgerin wollte wissen, wann es mit dem Umbau der Norma losgeht. "Das hängt nicht an uns", so Frühbeißer. Da sei das Staatliche Bauamt beteiligt. Die Planung stehe bereits, "der eigentliche Bau ist Sache des Mieters und Vermieters. Wir warten darauf, dass der Bauantrag eingereicht wird."

Er gehe davon aus, dass — wenn alles planmäßig läuft — es 2019 mit der Gestaltung des Bereichs Altes Forsthaus/Mariental losgehen
kann. 

Luisa Degenhardt Redaktion Nordbayerische Nachrichten Pegnitz und Auerbach E-Mail

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