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Schnabelwaid hat Zoff mit der Juragruppe

Bürgermeister Hans-Walter Hofmann dementiert Vorwürfe des Werkleiters Hans Hümmer zum angeblich vorab bekannten Zustand der Zipser Quelle - 09.06.2017 16:35 Uhr

Robert Friedl von der Juragruppe Pegnitz an der Quelle am Kitschenrain bei Zips. Sie schüttet nicht mehr genügend Wasser aus für die Versorgung von Langenreuth, Preunersfeld und Schnabelwaid. © Ralf Münch


Hans Hümmer hatte gesagt, die Juragruppe habe Schnabelwaid Pläne für den Bau einer Fernleitung vorgelegt. Dieses Pilotprojekt wäre vom Freistaat mit 50 Prozent gefördert worden, aber die Marktgemeinde sei nicht in die Gänge gekommen. "Das war nicht so", widerspricht Hans-Walter Hofmann.

Bei Veranstaltungen habe ihm Hümmer lediglich in Tischgesprächen von der Problematik erzählt, aber ihm nie irgendwelche Pläne zugeschickt. Vor Pfingsten wurde es nun eng. An der Zipser Quelle sprudelte teilweise nur noch ein halber Liter pro Sekunde und Versorgungsengpässe für Schönfeld und Preunersfeld drohten.

Auch stand zu befürchten dass der Löschwasserbedarf der Gemeinde im Ernstfall nicht mehr gedeckt werden könne. Kurzfristig waren alle Schnabelwaider Haushalte verständigt worden, über die Feiertage sparsam mit Wasser umzugehen. Und von Hans Hümmer, der erstmals ein Schaubild zur Zipser Quelle vorlegte, kam die dringende Aufforderung, sofort einen Notverbund mit der Juragruppe einzugehen.

"Wir müssen uns über die Problematik Gedanken machen, aber das geht nicht so schnell", erklärte der Bürgermeister weiter. Er habe Hans Hümmer vorgeschlagen, notfalls die Hochbehälter mit Wasser aufzufüllen, das von Milchlastern gebracht wird. "Doch das will er nicht", sagt Hans-Walter Hofmann. Es komme grundsätzlich kein fremdes Wasser in Jurahochbehälter.

Zum Glück habe es über die Feiertage nun geregnet und der befürchtete Engpass sei deshalb nicht eingetreten. "Aber es ist abzusehen, dass die Quellschüttung in den nächsten Jahren nicht mehr ausreichen wird", gab Hofmann zu. Energisch bestritt der Bürgermeister gleichwohl den Vorwurf Hümmers, Schnabelwaid habe seit März einen fertigen Plan in der Schublade. Die Gemeinde hätte tätig werden müssen, hieß es.

Aktenvermerke über Sanierung

"Wir haben einen Vertrag mit der Juragruppe und es ihre Aufgabe, uns einen Plan vorzulegen", machte Hofmann deutlich. Eine Überprüfung der Verwaltung habe lediglich ergeben, dass Aktenvermerke und Telefonnotizen vom Mai 2015 über eine Sanierung der Quellen vorliegen.

Nachdem er nun in der Presse die Vorwürfe Hümmers deutlich bestritten hat, habe ihm Hümmer am Telefon mit strafrechtlichen Konsequenzen gedroht, wenn Schnabelwaid mit dem Finger auf die Juragruppe zeige. Und man sei nicht auf Schnabelwaid angewiesen, wenn es für die Ortsteile Preunersfeld und Schönfeld einen Notverbund gebe. Man könne auch in Creußen anschließen.

"Es ist gängige Praxis, dass mit dem Milchwagen Wasser für die Hochbehälter nachgeschossen wird", so Volker Barthelmann (CSU). Er vermute, das Hümmer mit seiner Aussage nur Druck ausüben wolle. Man wolle aber keinen Krieg mit der Juragruppe. "Wir haben die Brisanz erkannt, können aber keinen Schnellschuss machen, sondern müssen eine Lösung zum Wohle der Bürger finden", argumentierte er. Und auch Dietmar Hemm (CSU) unterstrich, dass die Juragruppe Pläne und Informationen liefern müsse. "Dann können wir uns damit befassen", so Hemm.

Bürgermeister Hofmann kündigte an, dass es wahrscheinlich noch im Juni eine Sondersitzung zur weiteren Vorgehensweise geben wird. 

FRAUKE ENGELBRECHT

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