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Donnerstag, 21.06.2018

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Schnabelwaid: Waschbär schaute zur Tür herein

Possierliches Tier besuchte Ehepaar im Garten — Sehr selten in der Region - 04.02.2018 19:55 Uhr

Besuch von einem Waschbären hatten Siegfried und Karin Bauer vor ihrer Terrassentür. Das possierliche Tierchen war wohl über den nicht eingezäunten Garten auf das Grundstück der Schnabelwaider gekommen. © Frauke Engelbrecht


Der Garten der Bauers ist an der Rückseite nicht eingezäunt. "Da wird er wohl reingekommen sein", vermutet Siegfried Bauer. Das rund ohne Schwanz 40 bis 50 Zentimeter große Tier sei dann weiter auf der Terrasse entlanggewandert und auf einen Holzstapel gekrabbelt. "Dort hat er an einer Jacke geschnuppert, die ich dort zum Lüften hingehängt hatte", erzählt Karin Bauer.

Mit ihrem Handy machte Karin ein paar Schnappschüsse. © privat


Mit dem Handy hat die Seniorin schnell ein paar Bilder von dem tierischen Besucher gemacht. Erst habe sie gedacht, dass es eine Katze sei. "Er hat so einen Buckel gemacht", sagt Bauer. Dann habe sie aber gesehen, dass es ein Waschbär mit den typischen Augenringen war. "Ich habe versucht, ihn wegzujagen, damit er nicht zum Nachbarn rübergeht, der einen Stall hat", so Karin Bauer weiter.

"Einen Waschbären hatte ich noch nicht", sagt auch Frank Pirner, Leiter der Bayerischen Staatsforsten in Pegnitz. In Oberfranken seien im vergangenen Jahr rund 70 der Tiere geschossen worden. "Waschbären spielen jagdlich nicht so eine große Rolle", sagt er. Die possierlichen Tierchen seien relativ nachtaktiv und eine Gefahr für Bodenbrüter, erklärt Pirner. Sie krabbeln auch in Höhlen und räubern Nester aus.

"Kann unangenehm werden"

"Manchmal gehen Waschbären auch in Häuser rein, verkoten Dachböden und heben sogar die Ziegel an", so der Förster weiter. Das könne recht unangenehm werden. Die Tiere seien zwar nicht gefährlich, dürften aber grundsätzlich geschossen werden. "Waschbären sind aber schwer zu bejagen", sagt Pirner. Mit einer Falle könne man sie eher fangen. "Es sind hier in unserer Gegend sehr seltene Tiere", sagt er, "ich bin viel draußen, habe aber noch nie einen gesehen."

Und auch wenn Waschbären sehr possierlich ausschauen, können sie doch beißen oder mit ihren Krallen zuschlagen. Die Tiere wehren sich, wenn sie etwa von einem Hund angegriffen werden. "Für einen Förster spielen sie keine Rolle", sagt Pirner. 

FRAUKE ENGELBRECHT

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