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Schräge Idee: Wenn Gemüse zum Musikinstrument wird

„1. Nitzlbucher Möhrenorchester“ begeisterte zum Auftakt der Maffeispiele — Freche und respektlose Texte - 11.07.2016 11:55 Uhr

Alexander Göttlicher (re.) hat manchmal schräge Ideen: Auf Maffei rief er das „1. Nitzlbucher Möhrenorchester“ ins Leben. Die Musiker spielten auf ausgehöhlten Karotten. © Foto: B. Grüner


Wer trotz Waldstock in Pegnitz und Fußball-Kater ins alte Bergwerk gekommen war, erlebte ein kurzweiliges Programm in einer lauen Sommernacht unter den stimmungsvoll illuminierten Fördertürmen. Als „Luxoton“ gegen 20 Uhr den Auftakt machten, füllten sich allmählich die Bänke auf dem Festgelände, das die Ehrenamtlichen des Fördervereins Maffeispiele mit einer Tischdekoration in weiß und dunkelrot liebevoll dekoriert hatten.

Auf die Besucher sprang der Funke der Band in kürzester Zeit über. Professionell spielten sie ihr stilistisch weit gefächertes Repertoire von Rock- und Pop-Klassikern der vergangenen fünf Jahrzehnte über aktuelle, selbst interpretierte Chart-Hits bis hin zu Jazz, Funk, Soul und Reggae. Die zierlichen Sängerinnen Ulrike Specht und Clara Steppert gefielen mit ihren voluminösen Stimmen.

Alexander Göttlicher aus Spies führte nicht nur gekonnt durch das Programm, sondern schaffte auch das Kunststück, das „1. Nitzlbucher Möhrenorchester“ zu dirigieren. Karotten – mit Akkubohrer und Gemüsemesser zur Flöte gemacht – dienten als Instrumente. Eine geniale Idee, die ebenso viel Beifall bekam wie Göttlichers fränkische Lieder. Ein Beispiel für seine schrägen Texte: „Warum ist das Wurstbrötla nicht ans Telefon kumma? Weil’s belegt is.“

Frech und respektlos sind die Texte von Kiwi alias Thorsten Kiefhaber. Mit seinen „Seuchenvögeln“ singt und spielt der Pegnitzer deftigen, internationalen und äußerst amüsanten Mundart-Folk. Eigene Lieder gefielen auf Maffei ebenso wie bekannte Melodien mit oberfränkischen Texten, auch wenn dem jüngeren Publikum wegen mancher Formulierung unterhalb der Gürtellinie Ohrenstöpsel geraten werden mussten. Der Bühnenumbau war dann sportlich — dank der Zumbatänzerinnen von einem Auerbacher Gesundheits- und Fitnessstudio.

Fernweh geweckt

Zum Schluss betraten die Gastgeber von „Seven BR“ die Maffeibühne. Auf großer Leinwand im Hintergrund liefen unter anderem beeindruckende Tier- und Landschaftsaufnahmen des Fotografen Karl-Heinz Schmid aus Ohrenbach. Die fünf A-Capella-Sänger rundeten den Abend mit herrlichen Balladen und Liedern ab, die Fernweh nach Irland und Schottland weckten. Zum großen Finale trafen sich dann alle Gruppen kurz vor Mitternacht auf der Bühne. Ohne vorher gemeinsam geprobt zu haben, begeisterten auch ihre Spontanzugaben „Großvater“ von STS und „Nights in White Satin“ von den Moody Blues. 

BRIGITTE GRÜNER

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