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Der Landkreis Pegnitz wurde mir zuvor von einem Forchheimer Kollegen schmackhaft gemacht, der mich mehrmals an traumhafte Stellen im Landkreis Ebermannstadt führte und immer wieder sagte, dass ich das auch bei Pottenstein oder Gößweinstein finden würde. Besonders interessierten mich aber die „gekreuzten Hämmer“, denn an der Hand des Vaters — er war Steiger im Kohlebergwerk — hatte ich im Kohlenpott miterlebt, welches Leben sich über Tage auf einer Zeche abspielt.
Im Pegnitzer „Lamm“ knüpfte ich schon am ersten Abend erste Kontakte, denn Bernd Köppel, heute Chef des Unternehmens „Baier + Köppel“ (siehe Seite 25), feierte im Saal das bestandene Abitur, und einige Jungs machten drinnen am Stammtisch zwischendurch Station. Der „Neue“, nämlich ich, schien interessant zu sein und schon fiel das „Sie“. Die erste „echte“ NN-Redaktion wurde unterm Dach bei Toni Hoch in der Schloßstraße gefunden. Unten war das Möbelgeschäft Heider. Mit dem Mietvertrag gab’s keine Probleme, und das Telefon war auch schnell gelegt. Die Nummer 2223 musste die Runde machen, damit die Leute erfahren, dass die Nordbayerischen Nachrichten nun eine Redaktion in Pegnitz haben und meist eine Seite oder ein bisschen mehr, angehängt an die NN Forchheim, bringen.
Richard Müller, rechte Hand von Bürgermeister Christian Sammet, berichtete damals über Stadtrat und Ausschüsse, Georg Brendel berichtete über viele Vereine, und dann gab es den Rektor Georg Speckner aus Creußen, Felicitas Redweik aus Zips, die Familie Schleicher in Auerbach, die eine Art „Nachrichtenmonopol“ hatten. Oder andere, wie etwa Reinhard Brendel aus Gößweinstein, der mitteilte, dass zwei Gemeinden ihre Straße von Morschreuth zur Thoosmühle ausbauten.
Doch am Ende musste man feststellen, dass die Planung um zwei bis drei Meter auseinanderging und die Straßen nicht zueinander passten. Mit Mehrkosten wurde eine Lösung gefunden, doch die Begeisterung über einen NN-Bericht hielt sich bei den Verantwortlichen natürlich in Grenzen. Frühe Mitarbeiter wie diese waren alle zuverlässig und aktuell. Ohne solche Helfer klappt Lokaljournalismus einfach nicht.
Es ging aufwärts mit den NN, doch der „große Sprung“ kam, als der Kreistag Pegnitz sich dafür entschied, die Nordbayerischen Nachrichten zum Amtsblatt zu machen. Die NN verpflichteten sich damals, das Amtsblatt in der Zeitung abzudrucken und für Nichtleser Exemplare zur Verfügung zu stellen. Außerdem wurden in fast allen Gemeinden NN-Leser und Verteiler geworben. Kurz nach dem Beschluss des Kreistags stand ein Mitbewerber aus Bayreuth beim Landrat „Spalier“, doch sie blitzten beim Senator ab: „Beschluss ist Beschluss“.
Ab Januar 1968 wurde die NN Pegnitz selbstständig, aber in Verbindung mit Forchheim. Ich erinnere mich noch an die erste Ausgabe im Januar, als ich die erste Seite „beanspruchte“, und weitere Seiten im Produkt. Heute noch rechne ich meinem früheren Chef in Forchheim hoch an, dass er dies akzeptiert hat. Aber ich musste kämpfen.
Der Aufbau in Pegnitz war harte Arbeit, leichter ging es in Auerbach. Dort war man es nicht immer gewohnt, dass die Berichte so schnell veröffentlicht werden. Aber in Pegnitz hatte das der erste Redakteur vor Ort, Lothar Putschky, bereits bei den NN umgesetzt. Weil zu klein, wurden größere Redaktionsräume gesucht, die fanden sich im Haus Spätling. Damals wurde dort noch Strom erzeugt. Unten war die Drogerie Dutz. Und wenn es etwas in der Redaktion zum Feiern gab, musste man nur dreimal hart auf den Boden stampfen und danach kam Drogeriechef Gerhard Dutz mit einer Flasche Sekt nach oben.
Erinnerung an knapp 50 Jahre in Pegnitz, da fällt mir ein, dass Franz Josef Strauß in Gößweinstein war und beim dortigen Fest ein heftiges Gewitter ertragen musste. Doch nach seinen heftigen Angriffen auf die Linken kam der Donner, Strauß fand seine Kritik „von oben“ bestätigt und das Festzelt war begeistert.
Ich war in nahezu allen Vereinen in Pegnitz. Ob ich etwas in meiner Laufbahn bedaure? Da gab es einen armen Kerl, der sich im Bergwerksgelände versteckt hatte, weil er private Probleme hatte. War eine Geschichte für die Redaktionen. Oder die Geschichte von Karl Pöhner, der mit dem Auto in die Fichtenohe gefahren war, obwohl damals keine Brücke mehr vorhanden war. Heute würde ich — so im Nachhinein — seinen Namen oder die Hintergründe nicht mehr erwähnen, bleibe aber bei anderen Entscheidungen.
Dazu gehört auch die Entscheidung, über den früheren Chefarzt Dr. Gemählich zu schreiben. Kurz zusammengefasst: 100 Patienten hat er operiert, 99 waren zufrieden und einer liegt . . . Eine Pegnitzer Handballerin musste ihren Sport aufgeben, weil falsch operiert wurde. Heute ist sie selbst HNO-Ärztin. Die fristlose Kündigung des Klinik-Chefarztes durch Bürgermeister Manfred Thümmler und den Stadtrat wurden Fakt. Das hielt auch in höheren Instanzen.
Fazit: Es gebe noch viel zu schreiben, so auch einen umstrittenen Bericht über die Auerbacher Prunksitzung, verfasst von einer damaligen Volontärin, heute Frauenbeauftrage bei der UN. Mir wurde der Bericht kurz vor der Versendung nach Nürnberg vorgelegt, doch ich konnte nicht mehr alles reparieren. Es gab Proteste und Abbestellungen. Doch die Leser kamen in der Folgezeit zurück, die NN wurden zur deutlich auflagenstärksten Zeitung in Auerbach.



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