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Sonntag, 17.02.2019

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Schwester Teresa: "Wer lacht, kann nicht aggressiv sein"

Ordensschwester sprach beim Bayreuther Landfrauentag — Erzeuger-Verbraucher-Dialog stärken - 03.02.2019 20:50 Uhr

Kreisbäuerin Angelika Seyferth (links) und ihre Stellvertreterin Doris Schmidt (rechts) bedankten sich bei Schwester Teresa für ihren Vortrag beim Bayreuther Landfrauentag. Schwester Teresa war früher in Pegnitz. © Foto: Stephan Herbert Fuchs


Wenn Schwester Teresa auftritt, ist der Saal voll. Auch am Samstagnachmittag. Gerade in der Region, denn vom Landkreis Bayreuth, genauer gesagt von Pegnitz, aus, startete Schwester Teresa in den 1990er Jahren ihren Siegeszug. Hier gründete sie 1994 die Kleine Kommunität und wurde nach einem Fernsehauftritt bei Margarethe Schreinemakers als Skateboard fahrende Nonne bekannt. Egal ob Beckmann, Lanz oder Pilawa, mittlerweile ist sie in jeder TV-Sendung aufgetreten, sogar als Sängerin bei "Immer wieder sonntags". Sie hat Bücher geschrieben, neun Musicals komponiert, eine eigene Kochshow auf YouTube und hält unermüdlich Vorträge.

So auch jüngst beim Landfrauentag in Bayreuth. "Jeder ist normal, bis du ihn kennst", lautete ihr Thema und nach einer guten Stunde kam sie zu dem Schluss: "Wir müssen gar nicht normal sein, denn wir sind alle Originale, Originale Gottes". Und so tut Schwester Teresa das, was man von einer Ordensschwester kaum erwartet hätte: Sie erzählt ihre Lieblingswitze. "Lachen stärkt das Immunsystem und hat keine negativen Nebenwirkungen", sagt sie. Wer lacht, der könne auch nicht aggressiv sein.

Überhaupt seien negative Gedanken ziemlich überflüssig. "Negative Gedanken führen zu negativen Gefühlen". Dabei sei es das Meiste gar nicht wert, dass man sich darüber aufrege. Wozu Zeit verschwenden? Wenn dieser Tag vorbei sei, komme er nie wieder, gab Schwester Teresa zu bedenken. Und auch, dass jeder Mensch so seine Schönheitsfehler habe – äußerlich wie innerlich. "Jeder ist irgendwie seltsam, so will es auch die Bibel vermitteln."

Zuvor hatte sich Kreisbäuerin Angelika Seyferth dagegen verwahrt, dass die Landwirtschaft für alles und jedes als Sündenbock herhalten muss. "Ob Feinstaub oder Insektensterben: die Landwirtschaft ist doch nicht Verursacher all dieser Probleme", sagte sie. Im Gegenteil: Die Bauern wirkten mit ihrer Arbeit vielen Problemen massiv entgegen.

Jeder habe seinen Anteil am Insektensterben, resümierte die Bundestagsabgeordnete Silke Launert (CSU). Sie ging auch auf das Jahresthema der Landfrauen, "Im Dialog bleiben", ein. Der Dialog sei gefragt: in der Partnerschaft, der Familie, zwischen den Generationen und in der Nachbarschaft, vor Ort im Dorf genauso wie in der Gesellschaft insgesamt. "Im Dialog zu bleiben, ist keine Einbahnstraße, sondern bedeutet zuhören und aufeinander eingehen", so Launert.

Gerade der Erzeuger-Verbraucher-Dialog zwischen bäuerlichen Familien und der nicht-landwirtschaftlichen Bevölkerung komme meist zu kurz, so die CSU-Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer. Ein echter Austausch finde viel zu wenig statt. Dabei sei es wichtiger als je zuvor, den Menschen aufzuzeigen, was durch die Pflege der Kulturlandschaft alles entstanden sei. "Wir brauchen eine Werbekampagne im positiven Sinn und kein Volksbegehren", so Brendel-Fischer.

Konventionelle und ökologisch wirtschaftende Betriebe sollten sich auf Augenhöhe begegnen, denn auch die konventionelle Landwirtschaft werde zunehmend ökologischer, sagte Christa Reinert-Heinz (CSU), Stellvertreterin des Landrats und Abteilungsleiterin beim Amt für Landwirtschaft in Bayreuth. Landfrauen zeigten Flagge und würden nicht müde, die vielfältigen Leistungen der Landwirtschaft immer wieder öffentlich darzustellen, so Bayreuths dritte Bürgermeisterin Beate Kuhn (SPD).

Zum Landfrauentag gehörten diesmal auch eine Präsentation der Stadt Pottenstein durch Bürgermeister Stefan Frühbeißer (CWU-UWV), eine Trachtenmodenschau und der Auftritt des Landfrauenchors unter der Leitung von Martina Schill. 

STEPHAN HERBERT FUCHS

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