Freitag, 20.10. - 03:41 Uhr

|

Schwestern zeigen in Lindenhardt Fächer der Gefühle

Viola und Violine im Duett hat es in der St. Michaelskirche gegeben — Jörg Fuhr an der Orgel - 01.08.2016 18:36 Uhr

Ein Duo in Einklang und musikalischer Harmonie: Die Schwester Tanja (Violine) und Ariane (Viola) Becker-Bender gastieren in Lindenhart. © Foto: Andrea Pfaucht


Zum Gedenken an Geburts- und Todestage einiger Komponisten hatten die beiden Schwestern Tanja und Ariane Becker-Bender ein fast zweistündiges musikalisches Programm im Gepäck für die Reihe „Pegnitzer Sommerkonzerte“, die die NN präsentieren.

Zum Auftakt erklang Joseph Rheinberger (1839 bis 1901), aus dessen Suite c-Moll, op. 149, Violine, Viola und Orgel eine knappe halbe Stunde zitierten, bevor Fuhr an der Orgel mit der Suite über „Die Mayrin“ den 400. Geburtstag von Jakob Froberger feierte.

Erinnerung an Reger

Andächtig und versunken widmete er sich dem Jubilar. Max Reger, 1873 in Brand im Fichtelgebirge geboren, kam anlässlich seines 100. Todestages zu Wort: Mit der Pastorale Opus 59 Nummer 2 zeigte Fuhr an der Orgel dessen kompositorische Eigenheiten, Tanja Becker-Bender folgte, wie sie dem Publikum erklärte, dem Wunsch eines Hamburger Freundes und widmete sich Reger mit der Sonate für Violine solo in D-Dur, um damit ihre technische Versiertheit auch bei schwierigen Stücken unter Beweis zu stellen.

Dass die Schwestern in der Musik eine gemeinsame Sprache sprechen und gut kommunizierten können, kam ganz klar mit „Zwölf Duetten für Violine und Viola“ von Robert Fuchs (1847bis 1927) zum Ausdruck. Wären die einzelnen Sätze nicht im Programm in einer Bandbreite von „zart, mäßig bewegt“ über „trotzig“ oder „wehmütig“ bis hin zu „geschwind, lustig“ überschrieben gewesen, man hätte die Intention des Tondichters ohne Schwierigkeiten auch so erkannt.

Bleibt, die Bearbeitung der Romanze G-Dur für Orgel und Viola des Norwegers Johan Severin Svendsen (1840 bis 1911) zu erwähnen. Eindeutig ein Höhepunkt des Abends, wie gemacht für die lauschige kleine Kirche.

Fuhr trug Ariane Becker-Bender mit viel Gefühl unaufgeregt und einfühlsam auf Orgelhänden, während die Bratschistin musikalisch sehr intensiv erklärte, was es mit einer Romanze auf sich hat. Mit warmer, weicher und perfekter Intonation erzählte sie von einer ganzen Palette von Emotionen, sehr berührend, verführerisch schön, innig und zur Selbstvergessenheit inspirierend.

Und an manchen Stellen klang ein ganz klein wenig das „Lächeln unter Tränen“ mit, wie es einst ein Kritiker so passend zur vierten Sinfonie von Gustav Mahler — der im übrigen im gleichen Jahr wie Svendsen gestorben ist – beschrieben hat. 

ANDREA PFAUCHT

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pegnitz, Lindenhardt