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Spannende Lektüre und Leckereien

Volkshochschule lud zu Dichterlesung mit Gerd Berghofer und Drei-Gänge-Menü - 27.04.2012 23:24 Uhr

Corinna Förster an der Mandoline und Günter Münch an der Gitarre unterhielten die Gäste bei der Dichterlesung mit Gerd Berghofer.

Corinna Förster an der Mandoline und Günter Münch an der Gitarre unterhielten die Gäste bei der Dichterlesung mit Gerd Berghofer. © Brand


Diese Stimme trägt. Sie zieht in den Bann. Was allerdings nicht von ungefähr kommt: Dieser Mann hat eine Sprechausbildung und er hat auch noch Schauspielunterricht genossen. Das merkt man. Er ist Autor, Rezitator, Multitalent. Und in Pegnitz inzwischen Stammgast, etwa bei den Wortspielen.

Der 44-jährige Berghofer las beim literarischen Menü aus seinem Buch „Der Tod der Feigenverkäuferin“. So etwas wie ein Krimi. Und doch auch nicht. Sondern eher eine „mysteriöse und unglaubliche Geschichte“, wie es VHS-Fachbereichsleiterin Christa Goering in ihrer Begrüßung formulierte.

Die Erzählung hat Thrillerflair. Ohne ein solcher zu sein. Der deutsche Arzt Arne Anklam hat durch einen Kunstfehler den Tod einer Patientin verursacht. Aus der Bahn geworfen, lässt er sich am Gardasee nieder. Eines Morgens stirbt in seinen Armen eine alte Feigenverkäuferin. Sie haucht ihm als letzte Worte zu: „Geh nach Portese!“ Verwirrt recherchiert Anklam nach, erfährt, dass die Alte seherische Fähigkeiten besessen haben soll.

Er entschließt sich, die Fähre über den Gardasee nach Portese zu nehmen, was sich als fatale Entscheidung herausstellt. Denn immer ist ihm der Tod auf den Fersen. Beobachtet still und gelassen als Begleiter das Geschehen. Erst in der sich zuspitzenden Katastrophe erkennt Anklam, dass die Aufforderung der Sterbenden eigentlich eine Warnung war: „Geh nicht nach Portese!“ Doch dieses „nicht“ hatte er nicht wahrgenommen.

In einem fulminanten Finale zerstört ein verheerendes Unwetter das Haus, in dem Anklam und die hochschwangere Stefania bei deren Freundin Isabella Zuflucht gesucht haben. Stefania flieht vor dem wütenden Sturm und rettet sich und ihr Kind in ein Bootshaus. Ob Anklam und Isabella eine Überlebenschance haben, bleibt offen.

Seeteufel in Zitronensoße

Ein Bistrotisch, ein Stuhl, Kerzenlicht, das Buch — und natürlich seine Stimme: Mehr brauchte Berghofer, als freier Schriftsteller in Georgensgmünd zu Hause, nicht, um die Besucher der ausgebuchten Veranstaltung in seinen Bann zu ziehen. Es fiel gar nicht so leicht, sich zwischen seinen Lesungen dem zweiten kulturellen Erlebnis an diesem Abend zu widmen — der Esskultur.

Dafür verantwortlich zeichneten die Schüler der zweiten Klasse der Berufsfachschule. Feine Küche, zelebriert in einem Drei-Gänge-Menü der nicht gerade alltäglichen Art. Küchenchef Wilfrid Desnoyer und Ausbilderin Renate Kaiser animierten ihre Schützlinge zu Höchstleistungen. Zum „Aufwärmen“ Tomatenessenz mit Basilikumnockerl, als Hauptgang Seeteufel im Zucchinimantel mit Zitronensoße und hausgemachten Bandnudeln — zum Abrunden eine Desserttrilogie, komponiert aus Panna Cotta, Tiramisu und Feigensorbet. Der Schauplatz des Berghofer-Werkes, der Gardasee, stand Pate.

Und die Berufsfachschüler waren auch sonst eingebunden. So schaute immer wieder der Tod persönlich vorbei. Dazu untermalte eine dezent gesetzte Geräuschkulisse des Autors Worte. Unter dem Strich ein dreieinhalbstündiges Erlebnis der Güteklasse A. Wozu auch die musikalischen Akzente durch Corinna Förster an der Mandoline und Günter Münch an der Gitarre als Extrabonbon beitrugen. 

sbr

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