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Dienstag, 22.01.2019

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Stehende Ovationen nach "Vocanto"-Konzert

Hervorragendes Gastspiel der Erlanger in der Stadtpfarrkiche von Pegnitz - 10.07.2017 18:10 Uhr

Minutenlange Ovationen für „Vocanto“: Konzertzugabe war ein Lied der bündischen Jugend, das zum Kunstlied umgestaltet wurde. © Foto: Bernhard Niemczyk


Die 44 Sänger von "Vocanto" unter der Leitung von Joachim Adamczewski gastierten im Rahmen der Sommerkonzerte in der Bartholomäuskirche. Unter dem trockenen Titel "Motetten der Reformationszeit" boten die Erlanger Ausnahmesänger einen anspruchsvollen und beeindruckenden A-cappella-Abend mit Werken aus mehr als 300 Jahren Musikgeschichte.

Seit über 30 Jahren tritt der Erlanger Kulturpreisträger mit geistlicher und weltlicher Chormusik auf und gilt als einer der profundesten Laienchöre Frankens.

Eigens für dieses Konzert gestaltete Chorleiter Adamczewski unter dem Leitgedanken "Sei getrost und unverzagt" des Komponisten Max Baumann ein vielseitiges Programm. Von barocken Vokalwerken der fränkischen Komponisten Johann Pachelbel und Melchior Franck sowie des weitgereisten Heinrich Schütz bis hin zu Werken der Moderne von Petr Eben und Benjamin Britten wusste der Chor einen mühelosen und eleganten Bogen zu spannen.

Zwei Bach’sche Orgelwerke wurden von Mei-Hui He auf der über 30 Grad warmen Empore gespielt — kurzfristiger Ersatz für den erkrankten Kantor.

Zu Beginn erklang von dem aus Nürnberg stammenden und an St. Sebald wirkenden Komponisten Johann Pachelbel die Motette für achtstimmigen Doppelchor "Tröste uns Gott". Der Chor in seinem perfekten Zusammenspiel von Harmonie, Exaktheit und feinsinniger Stimmmodulation gab diesem tiefen Empfinden und kompromisslosen Vertrauen in die höchste Macht intensiven Ausdruck.

Ihr folgte eine flammende Vertonung des 116. Psalms von Melchior Franck. Die Motette "Die Himmel erzählen die Ehre Gottes" von Heinrich Schütz komplettierte den ersten Programmteil. Mit vollem Körpereinsatz und großer Geste schufen Chorleiter und Sänger immer wieder eine beeindruckende Homogenität und schwierige Stimmsätze erklangen auf gleichbleibend hohem Niveau in fließendem und mühelosem Wohlklang.

Der Bruch der Moderne wurde in drei Motetten des Kronachers Max Baumann hör- und fühlbar. Die Sänger beeindruckten bei deren anspruchsvoller Harmonik und großen Crescendi mit feinster Abstimmung und genauer Stimmführung bis in die höchsten Höhen. Beim "Sonnengesang" des Franz von Assisi schließlich intonierten die Sopranstimmen in der Komposition von Petr Eben die reine Lichtkraft. Vom Engländer Benjamin Britten erklang die Vertonung eines Gedichts von W.H. Auden "Hymn to St. Cecilia". Am Ende stand mit der Motette über "Sei getrost und unverzagt" von Joachim Adamczewski alias Joseph Adler eine Uraufführung. Stehende Ovationen und eine Zugabe zum Schluss.

  

lein

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