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Stiftung will KZ-Gedenkstätte unterstützen

MdL Karl Freller besuchte die Pottensteiner Magerscheune — Tourist-Info soll umziehen - 16.11.2010 17:12 Uhr

Die Magerscheune in Pottenstein soll ein Dokumentationszentrum werden. Unser Bild zeigt (v.l.): Stefan Frühbeißer, Dr. Jörg Skriebeleit, Karl Freller und Ulrich Fritz.

Die Magerscheune in Pottenstein soll ein Dokumentationszentrum werden. Unser Bild zeigt (v.l.): Stefan Frühbeißer, Dr. Jörg Skriebeleit, Karl Freller und Ulrich Fritz. © Weichert




Beim Treffen mit Bürgermeister Stefan Frühbeißer an der Magerscheune war außerdem der Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Dr. Jörg Skriebeleit und dessen wissenschaftlicher Mitarbeiter Ulrich Fritz dabei. Freller ist guter Hoffnung, dass der Rat der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, dessen Vorsitzender der bayerische Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle ist, einer Förderung für die Konzepterstellung der zukünftigen Ausstellung zustimmen wird.

Wie Frühbeißer erklärte, sei dieses Sondierungsgespräch über die Konzeption nun ein bedeutender Schritt in Richtung Dokumentationszentrum. Freller sagte für die Konzepterstellung einer künftigen Ausstellung in der Magerscheune die fachliche Unterstützung zu. Jörg Skriebeleit und Ulrich Fritz werden für die Konzepterstellung zuständig sein.

Wie Skriebeleit sagte, werde dieses Konzept in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort entstehen. Was die Ausstellung selbst angeht, könnte es dann von der Stiftung möglicherweise ebenfalls finanzielle Hilfen geben. Frühbeißer rechnet damit, dass das Konzept für die Ausstellung etwa in einem Jahr fertig ist.

Gezeigt werden soll aber nicht nur die Geschichte des einstigen KZ-Außenlagers, sondern auch die Stadtgeschichte davor und danach. Auch der touristische Aspekt soll dabei berücksichtigt werden. Die Ausstellung soll auch erklären, wie es zu einem KZ-Außenlager in Pottenstein kommen konnte, unter welchen Bedingungen die Häftlinge leben mussten und wie der Kontakt zur Pottensteiner Bevölkerung war. Es soll aber auch eine Art Dauerausstellung über die Pottensteiner Stadtgeschichte werden. Auch die Geschichte des Dritten Reichs soll beleuchtet werden.

Dargestellt werden soll zudem die Nachkriegszeit mit dem Wiederaufbau und die Zeit vor der Machtergreifung der Nazis bis etwa 1900. Viele der ehemaligen KZ-Häftlinge, die in der Magerscheune untergebracht waren, sind danach auch ein Teil der Pottensteiner Gesellschaft geworden.

Der andere Aspekt neben der Ausstellung ist der bauliche. Also die Restaurierung und der Innenumbau der Magerscheune, die über Städtebaufördermittel und weitere Geldgeber finanziert werden soll.

Frühbeißer geht davon aus, dass es unter anderem mit Hilfe der Oberfrankenstiftung eine 90-prozentige Förderung der Gesamtbaukosten gibt. Aus Mitteln der Städtebauförderung werden es voraussichtlich 60 Prozent sein.

Im Gespräch ist auch ein neuer Anbau, in dem die Tourist-Information und voraussichtlich auch die Naturparkgeschäftsstelle einziehen. Dies hätte den Vorteil, dass für das Dokuzentrum kein Personal eingestellt werden muss, da dies dann durch die Mitarbeiter der Tourist-Info mit abgewickelt werden könnte.

Das Projekt Magerscheune ist eingebunden in das Konzept des Ku(ltu)rparks Oberes Püttlachtal. Frühbeißer geht davon aus, dass das Dokuzentrum in zwei bis drei Jahren eröffnet werden kann.

Dass Pottenstein so offen mit seiner Geschichte umging, war vor Frühbeißers Amtszeit nicht der Fall. Sein Vorgänger, CSU-Stadtrat Dieter Bauernschmitt, geriet heftig in die Kritik, weil er gegenüber der Öffentlichkeit die Nazizeit und vor allem das KZ-Außenlager, dass auf Initiative von Teufelshöhlenentdecker, Professor Dr. Hans Brand, entstanden ist, totgeschwiegen hatte. 

tw

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