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Stromtrassengegner leisten beim Aktionstag Widerstand

Stromtrassengegner luden ins "Gallische Dorf" im Gewerbegebiet Ottenhof - 30.06.2014 05:58 Uhr

Im Gallisches Dorf ließen die Gegner der Stromtrasse Luftballons aufsteigen. © Hans von Draminski


„Wir haben inzwischen über 3500 Mitglieder“, erklärt BI-Organisatorin Andrea Carl mit hörbarem Stolz. Und Uli Strauß, Sprecher der Bürgerinitiative, ergänzt, dass „da viele Leute dabei sind, die eigentlich gar nicht direkt von der Trasse betroffen sind“, sich aber aus grundsätzlichen Erwägungen heraus der BI angeschlossen hätten.

Wie mehrfach berichtet, stemmt sich bayern- und deutschlandweit eine ganze Reihe von Bürgerinitiativen gegen Pläne der Bundesnetzagentur, im Zuge der Energiewende - Stichwort „Abkehr vom Atomstrom“ - sogenannte Monstertrassen quer durch die Republik zu verlegen.

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Obelix beim Aktionstag gegen die Stromautobahn

Am Wochenende haben die Gegner der Gleichstromtrasse quer durch Franken und die Oberpfalz noch einmal gegen das Vorhaben demonstriert. Am trassenweiten Aktionstag beteiligten sich Dutzende Bürgerinitiativen mit unterschiedlichen Aktionen.


Der Widerstand der Trassengegner hat sich erheblich verstärkt, seitdem klar ist, dass durch die riesigen 380-Kilovolt-Leitungen, denen nach dem Willen der Bundesnetzagentur Teile von Naturschutzgebieten ebenso zum Opfer fallen sollen, wie Wälder, Wiesen und sogar Wohnbebauung, „schmutziger“ Braunkohlestrom aus Ostdeutschland fließen soll.

„Der wird nach neuesten Informationen mit rund 5,4 Milliarden Euro subventioniert“, moniert Uli Strauß. Andrea Carl gibt außerdem zu bedenken, dass derart großvolumige Stromtrassen normalerweise in dünn besiedelten Gegenden wie Wüstengebieten angelegt würden, „aber nicht quer durch Wohngebiete in Ballungsräumen“, so Carl.

Die Demonstranten kamen auf kreative Protestideen. © Hans von Draminski


Auch jene CO2-Zertifikate, mit denen die Umweltverträglichkeit bestimmter Stromquellen bescheinigt werden, seien „Feigenblätter“, mit denen eine in Wahrheit „total verheerende Umweltbilanz“ der geplanten Stromtrassen verschleiert werde.

Ins gleiche Horn blies im „Gallischen Dorf“ Landtagsvizepräsident Peter Meyer (Freie Wähler), der vor allem den Schlingerkurs der Staatsregierung anprangerte: Vor Kommunal- und Europa-Wahl sei CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer nicht müde geworden, einen Planungsstopp für die Stromtrassen zu propagieren - „dabei hatte die Bayerische Staatsregierung selber schon vor längerer Zeit der Bedarfsplanungs-Feststellung der Bundesnetzagentur zugestimmt. Aber vielleicht wurde Herr Seehofer ja von seinen Ministerien nicht ins Bild gesetzt“, erklärte der Landtags-Vize mit hörbarer Häme.

Blockadehaltung bröckelt

Zudem sei nun, nachdem die entscheidenden Wahlen vorüber sind, schon wieder ein allmähliches „Zurückrudern“ der Staatsregierung zu verzeichnen. Die Blockadehaltung in Sachen Stromtrasse bröckele bereits. Ein Dringlichkeitsantrag der Freien Wähler auf Streichung der Stromtrasse aus der unmittelbaren Bedarfsplanung sei von keiner der im Bayerischen Landtag vertretenen Parteien unterstützt worden, „auch nicht von der CSU“, so Meyer zornig.

So können die Stromtrassengegner derzeit noch keine Entwarnung geben, zumal die Trassenbauer wie die Firma „Amprion“ laut Carl und Strauß bis dato auch kaum Gesprächsbereitschaft zeigen. „Wir müssen das Thema in breite Bevölkerungsschichten tragen“, so das Rezept.

Hier erhalten Sie einen Überblick zu den Verantstaltungen in den verschiedenen Orten entlang der Trasse. 

HANS VON DRAMINSKI

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