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Susanne Bauer ist Kreischefin der Grünen

Hainbronnerin löst Andreas von Heßberg aus Bindlach ab — Neuwahlen in einem Jahr - 30.10.2017 12:55 Uhr

Der neue Kreisvorstand von Bündnis 90 – Die Grünen: Uwe Koch (von links), Sandra Huber, Tanja Potzler, die neue Kreisvorsitzende Susanne Bauer, Willibald König-Zeußel, Renate van de Gabel-Rüppel und Manfred Neumeister. © Thomas Weichert


Die 40-jährige Sozialarbeiterin, die kürzlich Bundestagsdirektkandidatin war, löst nach über vier Jahren Dr. Andreas von Heßberg aus Bindlach als Grünen-Chef im Landkreis Bayreuth ab. Allerdings vorerst nur für ein Jahr. Ebenfalls neu für diese kurze Zeit ist als stellvertretender Vorstandssprecher der Hollfelder Stadt- und Kreisrat Manfred Neumeister, der neun der insgesamt zwölf Stimmen bei der Wahl im Gasthof Neumühle im Ahorntal erhielt.

Neumeister ist damit Nachfolger der Creußener Stadträtin Renate van de Gabel-Rüppel, die in Personalunion auch Schatzmeisterin war und als solche wiedergewählt wurde. Van de Gabel-Rüppel hatte Uwe Koch aus Eckersdorf zu ihrem Nachfolger als stellvertretenden Vorstandssprecher vorgeschlagen. Koch, der erst seit kurzem Mitglied der Partei ist, betonte jedoch, dieser Schritt käme zu früh für ihn. Koch wurde daher als neuer Beisitzer gewählt und wäre nach einer Einarbeitungszeit dann auch gerne bereit, ein Vorstandssprecher zu werden.

Neue Beisitzerin

Weitere neue Beisitzerin ist die Pegnitzer Stadträtin Sandra Huber. Als Beisitzer bestätigt wurden der Creußener Stadtrat Willibald König-Zeußel und die ehemalige Pegnitzer Stadträtin Tanja Potzler. Normalerweise wird der Vorstand für die Dauer von zwei Jahren gewählt. Aus taktischen Gründen und bereits mit Blick auf die nächsten Kommunalwahlen entschieden sich anwesenden zwölf von insgesamt 49 Grünen-Mitgliedern aber auf Vorschlag von Renate van de Gabel-Rüppel die Amtszeit des Kreisvorstandes ausnahmsweise auf ein Jahr zu verkürzen.

Als Kassenprüferin wurde Konnie Zaloga bestätigt; neu in diesem Amt ist Albin Engelhardt-Friebe aus Kirchahorn. Zur Bundesdelegiertenversammlung, die vom 27. bis 28. Januar nächsten Jahres stattfindet, wurden König-Zeußel und Fritz Federl aus Donndorf als dessen Ersatzmann entsandt. Wie König-Zeußel erklärte, werde er einem Koalitionsvertrag mit der Union und der FDP nur dann zustimmen, wenn für die Grünen das Außen- und Landwirtschaftsministerium zur Disposition stehe.

Auch von Heßberg war der Meinung, dass die Grünen unbedingt den neuen Bundeslandwirtschaftsminister stellen müssten. Denn bei der momentanen Landwirtschaftspolitik werde die Insektenwelt und damit die Nahrungsgrundlage aller zerstört, sagte von Heßberg.

"Ein echtes grünes Ergebnis": Mit diesen Worten kommentierte Neumeister die Wahl des Bundesdelegierten, der selbst zusammen mit Susanne Bauer als Bezirksdelegierter für die Bezirksversammlung der Partei am 20. Januar gewählt wurde. Ersatzdelegierte dafür ist Tanja Potzler. Die Neuwahlen leitete der Bayreuther Grünen-Stadtsprecher Tim Pargent.

Rückblickend auf die Bundestagswahl freute sich Susanne Bauer, ein sehr gutes Ergebnis erreicht zu haben. Von Heßberg bestätigte ihr, dass sie während ihres Wahlkampfs die Grünen im Landkreis einen ganzen Sprung vorangebracht habe. Dadurch habe man auch Elan für die nächste Landtagswahl bekommen, die für die Grünen noch wichtiger sei.

Wahlplakate verschwunden

Engelhardt-Friebe berichtete von verschwundenen Wahlplakaten nach einer CSU-Veranstaltung in Hintergereuth mit Innenmister Joachim Herrmann. Er vermutet Sabotage, denn am gleichen Mast hing das Wahlplakat der CSU-Kandidatin Silke Launert, das auch danach noch dort hing.

Neumeister, der aus dem Bayreuther Kreistag berichtete, zeigte sich sehr stolz auf die Fraktionsstärke seiner Partei. Er betonte, dass die Grünen im Kreistag auch Akzente setzen würden. So habe man im Landkreis die Fair-Trade-Aktion mitorganisiert, für die dann auch die Mehrheit der CSU-Kreisräte gestimmt habe.

Kreisrätin Helga Raab stellte erfreut fest, dass die Jugendhilfeplanung, die die Grünen angestoßen hätten, nun sehr gut laufe. Die Grünen würden nicht nur gehört, sondern inzwischen auch gefragt, schloss Neumeister seinen Bericht aus dem Kreistag. Weiterhin wollen die Grünen gegen die Stromtrasse kämpfen. Denn laut Neumeister ist deren Notwendigkeit bis heute noch nicht bewiesen.

Der Gründung einer Regionalwert AG, mit dem Ziel die regionale Wertschöpfung zu erhöhen, stehen die Grünen positiv gegenüber. Nach einem entsprechenden Grundsatzbeschluss wollen sie sich daran auch finanziell beteiligen. Ein Randthema war der Schaukasten in Plech, der derzeit von der CSU genutzt wird, jedoch den Grünen gehört. Die CSU hat nun Interesse daran, ihn zu übernehmen. "Ich bin auf jeden Fall dafür, dass wir den Schaukasten behalten", sagte Tanja Potzler dazu. 

THOMAS WEICHERT

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