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SV 08 Auerbach: Wieder gegen Regensburg

Auerbacher Handballer starten gegen stark veränderte SG in Landesliga-Saison - 14.09.2017 16:39 Uhr

Zum Auftakt kommt Regensburg nach Auerbach. Vergangene Saison hat der SV 08 (in Blau) zwei Mal gegen die SG (in Weiß) gewonnen. © Susanne Hess


Nun laufen, zumindest für die Handball-Fans in Auerbach, die Uhren wieder anders. Alle zwei Wochen müssen sie einen Besuch in der Helmut-Ott-Halle einplanen. Viel hat sich verändert im Team um Trainer Matthias Schnödt seit dem glücklichen Klassenverbleib im Mai. Im zweiten Jahr nacheinander nahmen mehrere Spieler ihren Abschied, zwei Neuzugänge mussten ebenso integriert werden wie Handballer aus der eigenen Jugend.

Um den sehr engen Kader ein wenig zu erweitern, ließ sich der Trainer selbst reaktivieren. "Wir freuen uns, dass es endlich wieder losgeht", sagt Schnödt und lässt keinen Zweifel aufkommen, dass er auch in dieser Runde mit dem Abstieg nichts zu tun haben will. "Mit Ausnahme von Top-Favorit TG Heidingsfeld, der sich neuerlich verstärkt hat, scheint mir die Staffel wieder sehr ausgeglichen zu sein. Jeder kann jeden schlagen. Zumindest in eigener Halle hat man da die eine oder andere gute Chance, zumal ja die Harzproblematik weiterhin besteht."

Ähnlich wie schon in der letzten Saison gab es auch beim kommenden Gegner, dem Vorjahres-Dritten SG Regensburg, einen Umbruch. Die "neue" SG aus der vergangenen Runde existiert nicht mehr. Nach nur einem Jahr wurde die mit viel Vorschusslorbeeren geschlossene Vernunft-Ehe zwischen dem erst zwei Jahre zuvor in Cham gegründeten Ostbayerischen Handballclub (OHC) um Vorsitzenden Fritz Zenk und der "alten" SG Regensburg wieder geschieden. Nicht zuletzt weil es dem OHC als einer Art "Retorten-Club" in der Region an Akzeptanz mangelte, hatte man sich zusammengetan und hohe Ziele gesteckt.

"Ein Drittligist hätte Sogwirkung auf alle Vereine der Region", sagte der als handballverrückt geltende Zenk. Damit waren die ehrgeizigen Ziele grob umrissen, zu den bestehenden Kadern beider Teams kamen ein Dutzend Neuzugänge hinzu, trainiert und gespielt wurde in Regensburg.

"Junge Spieler verprellt"

Doch bereits nach kurzer Zeit kam es zu ersten Ungereimtheiten. Zenk, der eigentlich als Berater und Verbindungsglied zu Sponsoren eher im Hintergrund arbeiten sollte, überwarf sich mit dem Vorsitzenden Helmut Meichel, dem Verein und vor allem mit Trainer Kai-Uwe Pekrul. "Innerhalb kürzester Zeit war erkennbar, dass das mit Pekrul nicht funktioniert. Er ist nicht in der Lage, junge Spieler weiterzubringen – die hat er verprellt", so Zenk.

Ob aktuell das Ziel "3. Liga bis spätestens 2020" noch gilt, ist nicht eindeutig ersichtlich. Klar ist aber, dass die SG den Aufstieg in die Bayernliga für 2018 im Visier hat. Der mit viel Getöse in die Handball-Welt gesetzte OHC nimmt dagegen inzwischen nicht mehr am Spielbetrieb teil und soll in naher Zukunft wieder aufgelöst werden. Im Gefolge der Trennung verließen auch etliche Spieler das Projekt SG Regensburg. Linkshänder Marvin Munoz, der von Zenk geholt worden und mit dem es frühzeitig zu Reibereien gekommen war, schloss sich Drittligist HSC 2000 Coburg II an, Abwehrspezialist David Lubar läuft nun für Oberligist ESV Lok Pirna auf, Spielmacher Uros Krasovec verschlug es in die Oberliga Baden-Württemberg zur TSG Söflingen, Torwart Lukas Fritsch und Rechtsaußen Lukas Steif gingen zum ASV Cham und die beiden Studenten Torwart Maximilian Miersch sowie der auf der rechten Seite im Rückraum wie auf der Außenbahn eingesetzte Stephan Klenk stehen in der neuen Saison im Kader des HaSpo Bayreuth.

"Trotz des Aderlasses ist Regensburg sicher konkurrenzfähig aufgestellt. Wichtige Spieler wie Marcel Elgeti sind weiterhin dabei", sagt Schnödt. Der Auerbacher Trainer erwartet keine Ein-Mann-Show des agilen Spielers. "Man hat sich mit gestandenen Spielern verstärkt." So wurden allein drei Spieler aus Tschechien verpflichtet. Mittelmann Martin Loskot (26) sowie Halblinks und ehemaliger U-18 Nationalspieler Pavel Mezek (27) verfügen dabei schon über einige Erfahrung, wogegen Torwart Simon Rada (22) eher zu den Jungen im Aufgebot zählt. Für Linksaußen wurde mit dem Schwandorfer Valentin Deml (19) von der HSG Naabtal ein Spieler aus der Region verpflichtet.

"Regensburg ist sehr stark besetzt, will hoch hinaus und spielt einen taktisch abwechslungsreichen Handball." Mit diesen Worten bereitete Matthias Schnödt sein Team vor einem Jahr auf den kommenden Gegner vor. Wie schon damals warnt er auch diesmal wieder davor, dass Kai-Uwe Pekrul als einer der wenigen Trainer in den unteren Spielklassen immer wieder auch den siebten Feldspieler als taktisches Mittel nutzt. "Regensburg hat aus der letzten Saison noch eine Rechnung mit uns offen, schließlich haben wir beide Begegnungen gewonnen. Beide Male war unsere Abwehr der entscheidende Punkt." Gerade dort sieht er zwar aktuell noch einigen Nachholbedarf, dennoch ist die Marschroute für das Derby klar. "Wir wollen versuchen, gleich in den ersten Spielen gut rein zu kommen und haben das Glück, vor eigenem Publikum beginnen zu dürfen. Es wäre natürlich toll, aber auch wichtig, möglichst schon im ersten Spiel mit dem Punkten anzufangen."

Das Vorspiel bestreitet die männliche B-Jugend um 14.30 Uhr. 

HARALD WEIDMANN

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