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Transfer-Knaller: HEC-Kapitän Sikorski wechselt zum EVP

Einer der besten Bayernliga-Verteidiger sucht mit 39 Jahren neue Herausforderung - 15.07.2017 12:00 Uhr

Daniel Sikorski, viele Jahre lang der Kapitän des Höchstadter EC, wechselt in der neuen Saison zum direkten Bayernliga-Konkurrenten EV Pegnitz. © Matthias Kronau


Jens Braun, der neue sportliche Leiter der Icedogs, meldet den Transfer-Kracher mit einer dürren Zehn-Zeilen-Mitteilung, aus der jedoch jede Menge Stolz über den Coup spricht: „Vom Bayernliga-Konkurrenten Höchstadt Alligators wechselt mit Daniel Sikorski einer der Top-Verteidiger der letzten Jahre, 2014 sogar zum besten Verteidiger der Bayernliga gewählt, zu den Icedogs. Der gebürtige Weißwasseraner bringt jede Menge Bayern- und Oberliga-Erfahrung mit und kam in der abgelaufenen Oberliga-Saison in 30 Hauptrunden-Spielen bei sechs Toren und 23 Beihilfen auf 29 Scorerpunkte. Der 39-jährige Offensiv-Verteidiger verfügt über einen harten und präzisen Schuss. Daniel bringt alles mit, was uns noch in der Abwehr gefehlt hat. Erfahrung und ein schnelles Umschaltspiel.“

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Die Nummer 4 geht - Das Ende der Ära Daniel Sikorski beim HEC

Schluss, aus, vorbei: Mit 39 Jahren beendet Daniel Sikorski seine Eishockey-Laufbahn bei den Höchstadt Alligators. Wir zeigen die verschiedenen Stationen seiner Karriere seit 2003.


Der Schock über den Oberliga-Abstieg war in Höchstadt noch nicht verdaut, als die Fans der Alligators im Frühjahr den nächsten Nackenschlag verkraften mussten: Bei der Saison-Abschlussfeier verkündete Kapitän Daniel Sikorski seinen Abschied. Trotz aller Wehmut wurden beiderseits Freundlichkeiten ausgetauscht. Sikorski bedankte sich bei seinen Teamkameraden sowie den Verantwortlichen in Höchstadt für die schöne Zeit und auch der sportliche Leiter des HEC, Jörg Schobert zollte „Siki“ Anerkennung für seinen Einsatz und seine Treue zum Verein. Vom HEC wurde diese Entscheidung mit seinem Karriereende gleich gesetzt, er selbst allerdings will nur verkündet haben, dass er nicht mehr in Höchstadt spiele.

Viele Floskeln wurden bemüht: Dass er immer alles für die Mannschaft getan hat, dass er stets da war, wenn er gebraucht wurde, dass er der gute Geist des Teams war. Diese Aussagen treffen zwar alle zu, beschreiben den Eishockeyspieler Sikorski aber nur unzureichend. Denn neben all diesen Tugenden eines Teamplayers war der 39-Jährige immer auch ein ungewöhnlicher, weil ungewöhnlich guter Verteidiger. Am 12. Mai 2003 wurde er als erster Neuzugang des HEC für die folgende Oberligasaison präsentiert. Schon damals hieß es, Markenzeichen des 25-Jährigen seien seine faire Spielweise, die daraus resultierenden wenigen Strafminuten und die gute Spielübersicht. 

Markenzeichen: Harter Schuss und elegante Sololäufe

Im Gegensatz zu vielen anderen Transfers wurde „Siki“, 1978 in der sächsischen Eishockey-Hochburg Weißwasser geboren, diesen Vorschusslorbeeren stets gerecht. Dass der Mann aus der Oberlausitz aber zu einem HEC-Dauerbrenner werden würde, konnte da noch keiner ahnen. Denn zuvor hatte er eine eher bewegte Vita: Weißwasser, Duisburg, Deggendorf, Dresden und Salzgitter waren seine vorigen Stationen. Doch in Höchstadt wurde er heimisch. Die eigenen Fans liebten ihn aus denselben Gründen, aus den ihn Gegner fürchteten: Denn man wusste selten, ob Sikorski seinen hammerharten Vorhandschuss auspacken oder zu einem Solo ansetzen würde, das man einem Verteidiger in dieser Eleganz nicht zugetraut hätte. Kein Wunder, dass er über Jahre in all den Bestenlisten ganz vorn rangiert. 738 Spiele mit 245 Toren und 569 Scorerpunkten sprechen für sich.

Über eineinhalb Jahrzehnte war er daher auch stets einer der erfolgreichsten Offensivverteidiger der jeweiligen Liga. Das galt auch in der Oberliga noch, in der er 29 Scorerpunkte in 30 Partien markierte, auch in der Verzahnungsrunde, doch in den Playoffs verließ ihn wie seine Mitspieler das Scheibenglück, so dass der Kapitän den Abstieg in die Bayernliga nicht abwenden konnte. „Noch einmal Oberliga spielen“ hatte er in einem NN- Interview im Frühjahr 2016 als Wunsch genannt. Dieses Ziel hat er in Höchstadt erreicht. Sein Abschied schien danach verständlich.

Wie dem auch sei: Er hat das Zeug, in Pegnitz die Lücke zu füllen, die durch das Ausscheiden der Verteidiger Florian Müller, Sven Rothemund und Robert Fritsche entstanden ist. Zu allem Überfluss zog sich aktuell auch noch Vinzenz Pleger im Sommertraining eine langwierige Verletzung zu, mit der er zumindest beim Saisonstart nicht zur Verfügung stehen wird. Eine richtige Herausforderung für einen Spieler wie Sikorski. Vielleicht wird er auch hier noch einmal zum Idol. rr/shob 

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