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Troschenreuther Kinder feiern ihren Namenspatron

Kita-Kinder leben das Prinzip von Sankt Martin das ganze Jahr über - 11.11.2017 08:55 Uhr

Die Kinder in der Kita Sankt Martin in Troschenreuth haben besondere Kostüme und sogar ein Pferd, mit denen sie die Geschichte ihres Namenspatrons nachspielen. Mit im Bild die Leiterin der Einrichtung, Daniela Pracht. © Ralf Münch


"Wir versuchen das ganze Jahr über, die Werte von Sankt Martin in unsere Arbeit einfließen zu lassen", erklärt die Leiterin Daniela Pracht. Vor allem Achtsamkeit im Umgang miteinander und das Teilen seien wichtig. Vor Kurzem hatte ein Kind seine Brotzeit vergessen. Die kleinen Kameraden hatten schnell eine Lösung für das Problem: Der eine gab ein Stückchen Brot, andere einen Streifen Paprika und der nächste ein Apfel-Schiffchen: "So haben die Kinder gesehen, dass ein anderes einen vollen Teller haben kann, wenn jeder nur ein bisschen was gibt", sagt Pracht mit einem gewissen Stolz auf "ihre" Kinder.

Die Kleinen sollen einen wachen Blick auf andere Menschen, Tiere und die Natur haben. Beispielsweise, sollen sie so merken, wenn ein anderer Hilfe braucht. Oft müsse man gar nicht viel dazu erklären, weil den Kindern sowieso viel auffällt. "Wenn ein Krippenkind zum Beispiel ein Taschentuch braucht, sehen das die anderen und bringen es ihm", so Pracht weiter. Das Teilen und die Achtsamkeit werden in der Troschenreuther Kindertagesstätte also groß geschrieben und während des ganzen Jahres gelebt und nicht nur im November, wenn der Jahrestag von Sankt Martin ist.

Doch auch wenn der helfende Soldat und seine Legende nicht das ganze Jahr über als explizites Thema behandelt werden, gibt es zwei Gemälde, die ständig an den guten Mann erinnern: Eins grüßt alle, die an der Außenfassade der Einrichtung vorbeikommen. Es muss nach einem Wasserschaden (wir berichteten) allerdings wieder aufgehübscht werden. Und das andere ist im großen Gruppenraum an die Wand gepinselt.

Seit vergangener Woche ist Sankt-Martin-Hochkonjunktur: Lieder für den Laternenumzug werden geübt und die Legende von Sankt Martin (siehe gelber Kasten) wird erzählt. Außerdem haben die Kinder die Geschichte mit besonderen Kostümen selbst nachgespielt und das Gehörte mit Wasserfarben gemalt. Und natürlich haben sie Laternen für den Umzug gebastelt. Die Krippenkinder achteten dabei besonders auf die Natur: Sie haben ausgediente Plastikflaschen mit buntem Papier beklebt. Ganz nach dem Motto "Auf die Umwelt achten". Jetzt ist Sankt Martin in den Köpfen der Kinder angekommen.

Und nicht nur die Kleinsten in Troschenreuth freuen sich auf ihren Umzug, der jedes Jahr am 11. November stattfindet – egal auf welchen Wochentag er fällt: Dieses Jahr ist das erste Mal seit einigen Jahren die Blaskapelle wieder dabei, wenn die Kinder Laternenlieder singend durch das Dorf ziehen. In "alter" Verbundenheit kommen sogar einige "Ehemalige" und gehen mit durch den Ort, obwohl sie schon in die Grundschule gehen.

Die meisten Kinder der katholischen Einrichtung stammen aus Troschenreuth. Einige werden jeden Tag von Pegnitz aus gebracht. Und auch aus der benachbarten Oberpfalz kommen Kinder. Insgesamt sind es in den beiden Gruppen – jeweils eine für die Kleinsten von ein bis drei Jahre und eine für die Drei- bis Sechsjährigen – 34 Kinder. Bis Januar stehen noch Anmeldungen aus, dann sind es 40.

Sankt Martin findet sich mehrfach in der Kita, auch an der Außenwand.


In die Krippe mit dem Gruppennamen Kuschelbären gehen momentan drei Jungs und sieben Mädchen, den Kindergarten – die Bären - besuchen zwölf Jungs und zwölf Mädchen. Sie teilen sich einen Schlafraum (Krippe), zwei Gruppenräume und einen Intensivraum. Hinzu kommen zwei Bäder und eine Küche. Und weil es so viele Kinder sind, wird ein benachbartes Haus angemietet, das über den Garten mit der Kita verbunden ist. Da haben die Kleinen noch mehr Platz zum Spielen, Basteln und Toben. Betreut werden die Kinder von zwei Vollzeit- und sechs Teilzeitkräften.

Wenn die Erzieherinnen mit den Bären nach draußen gehen wollen und das Anziehen mal wieder länger dauert, helfen die größeren Kinder den Kleineren – ganz im Sinne ihres Namenspatrons. 

Kerstin Goetzke Nordbayerische Nachrichten Pegnitz/Auerbach E-Mail

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