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Trotz Gelber Tonne skeptische Stimmen in Pegnitz

Nicht alle Wertstoffhof-Kunden und Veolia-Mitarbeiter sind vom ökologischen Nutzen überzeugt - 12.10.2017 17:58 Uhr

Wie es mit der Elektrotrennung am Wertstoffhof Pegnitz in Zukunft weitergeht, soll mit der Stadt Pegnitz erst noch geklärt werden. © Ralf Münch


"Die Pegnitzer kennen sich sehr gut mit der Mülltrennung aus", sagt Karl Heinz Weidel, ein Mitarbeiter des Wertstoffhofes. Sein Kollege Wolfgang Nickl stimmt ihm zu: "Allgemein funktioniert das gut." Probleme gebe es nur zu den Stoßzeiten. Da könne es dann schon einmal passieren, dass etwas falsch platziert werde, so Nickl. Besonders problematisch seien die Unterscheidung von Aluminium und Blech, die Entsorgung kleiner Kunststoffreste und die Aufteilung des Elektromülls.

Die Pegnitzer selbst scheinen vom Konzept des Wertstoffhofes überzeugt zu sein: "Es ist einfach richtig, Müll zu trennen", sagt Thomas Funk aus Leups. Brigitte Brendel aus Pegnitz stimmt zu: "Auch alle in meinem Umfeld trennen ihren Müll." Als sie früher in Nürnberg gewohnt hat, habe sie sogar Papiertüten im Mietshaus ausgehängt, um die Vermischung von Plastik- und Bioabfällen zu unterbinden, "der Umwelt zuliebe".

Getrennt wird aber nicht nur für Umwelt und gutes Gewissen: Allgemein ist pro Person und Woche ein Restmüllvolumen von zehn Litern vorgesehen. Sofern man sich an das vorgeschriebene Trenngebot für Wertstoffe hält, sei das ausreichend, so Landkreis-Sprecher Michael Benz.

Bisher war die selbstständige und ordnungsgemäße Trennung also ein wichtiger Bestandteil im bewussten Umgang mit Müll. Zu Beginn des nächsten Jahres fällt zu Hause die Unterscheidung von Verkaufsverpackungen nun weg — stattdessen kommt die Gelbe Tonne. Ihr Inhalt soll erst in Sortieranlagen getrennt und später in Verwertungsbetrieben recycelt werden.

Der Weißblech-Container am Pegnitzer Wertstoffhof. © Ralf Münch


Jährlich soll es einen sogenannten "Mengenstromnachweis" geben. Dieser besteht aus regelmäßigen Dokumentationen über die vorschriftsmäßige Sortierung und Verwertung von Müll. So wird festgestellt, ob die von der Bundesregierung vorgegebenen Recyclingquoten eingehalten werden.

Das Landratsamt beschreibt diese Veränderung als zukunftsweisend. Höhere Verwertungsquoten und folglich die Schonung der Ressourcen seien die großen Chancen der Gelben Tonne. Sie passe sie dem demografischen Wandel und aktuellen Nutzerverhalten der Bürger an, so Benz.

Ein Problem könne dabei nur entstehen, wenn die Tonne falsch befüllt wird. Für Veolia-Mitarbeiter Karl Heinz Weidel bringt die Gelbe Tonne keine Vorteile mit sich: "Da kommt alles durcheinander." Müll-Kundin Brigitte Brendel ist skeptisch: "Die gesamte Verwertungs- und Mülllage wird sich nur verschlechtern. Ich halte davon gar nichts." Wertstoffhof-Nutzer Stefan Wieshayer aus Pegnitz sagt: "An der Mülltrennung muss man aber auf jeden Fall dran bleiben."

Über die Frage, wie genau es mit dem Wertstoffhof weitergeht, wurden die Mitarbeiter des Wertstoffhofes in Pegnitz laut eigener Angabe bisher nicht informiert. Fest steht allerdings, dass die Gelbe Tonne die Annahme von Verkaufsverpackungen und somit auch Personal und Öffnungszeiten ersetzt. Wie es mit den weiterhin bestehenden Grüngut-, Altglas- und Altpapiercontainern sowie der Annahme der Elektroaltgeräte in Pegnitz weitergeht, soll mit den Gemeinden geklärt werden.

Alle Beteiligten, Bürger, Firmen- und Ratsvertreter wollen die Ressourcen schonen. 

HANNAH HABERBERGER

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