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Übernimmt sich die Aufseßgruppe?

Streit um die Aufnahme von Aufseß geht weiter — Zweifel an Versorgung zu Spitzenzeiten - 05.07.2017 19:58 Uhr

Waischenfelds Bürgermeister Edmund Pirkelmann © Archiv


Werner Borchert, Geschäftsleiter der Aufseßgruppe, wirft Pirkelmann vor, Tatsachen zu verdrehen und seine Funktion als stellvertretender Vorsitzender der Juragruppe für Lobbyismus zu nutzen. Der Politiker weist das weit von sich. Dabei sind es vor allem zwei Äußerungen des Bürgermeisters, die Borchert sauer aufstoßen: So könne keine Rede davon sein, dass Aufseß ein zweites Standbein brauche, weil es Probleme mit seiner Quelle und deren Wassermenge habe.

Es gehe nur darum, gesetzliche Vorgaben umzusetzen und ein zum 30. Juni ausgelaufenes Förderprogramm zur interkommunalen Zusammenarbeit im Bereich der Wasserversorgung auszunutzen. Das von der Gemeinde Aufseß beauftragte Planungsbüro habe nun mal berechnet, dass ein Anschluss an die Aufseßgruppe die wirtschaftlichste Lösung sei. Dass deren Verbandsräten bei der Aufnahme von Aufseß die Zahlen der Juragruppe vorenthalten worden seien, stimme auch nicht: "Die waren nicht entscheidungsrelevant, letztlich geht es um die Endsummen." Die Juragruppe habe nur eine Kostenschätzung präsentiert, während für den Verbund mit der Aufseßgruppe konkrete Zahlen vorlagen, sagt Borchert.

Pirkelmann und der Werkleiter der Juragruppe, Hans Hümmer, bestreiten diese Aussagen. "Das war keine freiwillige Aktion, die Regierung hat die Gemeinde dazu gedrängt, ein zweites Standbein aufzumachen", betont Pirkelmann. Und Hümmer sagt: "Das waren sehr wohl konkrete Berechnungen, da wurde bei uns auch noch nie etwas gravierend teurer, unsere Zahlen haben immer gepasst."

Pirkelmann will Borcherts Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen. Gut, er habe in der Verbandsversammlung der Aufseßgruppe gegen die Aufnahme von Aufseß gestimmt. Aber er trage letztlich den 2015 gefassten Beschluss zum Verbund der Aufseßgruppe mit der Wiesenttalgruppe mit – "auch wenn ich damals ausdrücklich darauf hingewiesen habe, man müsse auch eine Versorgung von Aufseß mitüberprüfen und da meine Bedenken hatte. Ich habe beantragt, diese Bedenken dem Protokoll der Sitzung beizufügen." Doch nachdem der Anschluss von Aufseß damals noch kein konkretes Thema gewesen sei, stehe er hinter der damaligen Entscheidung: "Sonst würde ich ja gegen die Interessen der Aufseßgruppe handeln und sie damit schädigen. Das geht gar nicht."

Dies ändere aber nichts an seinen Zweifeln, ob der Wasserversorgungsverbund auch bei einem Spitzenverbrauch alle Abnehmer versorgen kann: "Würde ich da, wie mehrfach gefordert, eine klare Aussage der Regierung oder des Wasserwirtschaftsamtes bekommen, wäre ich zufrieden und müsste damit leben." Unabhängig davon sei er immer noch davon überzeugt, dass ein Anschluss von Aufseß an die Juragruppe günstiger komme.

Anlagen umbauen

Pirkelmann verweist auf ein Schreiben des Wasserwirtschaftsamtes Hof vom 16. Mai, das der Redaktion vorliegt. Darin heißt es, nach den "Berechnungen des Ingenieurbüros ist der Anschluss an die Aufseßgruppe wirtschaftlicher herzustellen als der Anschluss an die Juragruppe". Mit Blick auf die Versorgungssicherheit steht dort aber auch: An Tagen mit Spitzenverbrauch könne es zu Einschränkungen kommen. Um diesen "allerdings sehr unwahrscheinlichen Lastfall" abzudecken, müssten die Anlagen der Aufseßgruppe umgebaut oder erweitert werden.

  

STEFAN BRAND

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