Sonntag, 24.03.2019

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Unfallschwerpunkt Münchberg: So soll die A9 sicherer werden

Abschnitt in Oberfranken ist für Unfälle bekannt - Mann starb am Dienstag - 13.03.2019 14:11 Uhr

Für den 23-jährigen Fahrer eines mit Euro-Paletten beladenen Lkw kam am Dienstag jede Hilfe zu spät. © NEWS5 / Fricke


Er habe keine Überlebenschance gehabt, betont die Polizei. Am Dienstag ist ein 23-jähriger Lkw-Fahrer auf der A9 zwischen Münchberg-Süd und Gefrees ungebremst auf ein Stauende gefahren, er kollidierte mit einem Tanklaster. Das Führerhaus seines mit Euro-Paletten geladenen Lasters wurde bis auf wenige Zentimeter zusammengedrückt.

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Sechseinhalb Stunden habe die Bergung gedauert, erklärte die Polizei Oberfranken auf Nachfrage von nordbayern.de. Ein Rückstau von zeitweise zwölf Kilometern war die Folge, bis etwa 1 Uhr hielt die Sperrung der Autobahn noch an. Insgesamt fast zwölf Stunden brauchten die Einsatzkräfte, bis sie die Unfallstelle wieder freigeben konnten - auch, weil der Tanklaster derart beschädigt wurde, dass die Helfer eine weitere Beschädigung des Tankes befürchteten. Erst musste der geladene Diesel umgepumpt werden.

Ein bekannter Unfallschwerpunkt

Der Abschnitt zwischen Münchberg und Gefrees ist auch der Polizei und der Autobahndirektion schon lange als Unfallschwerpunkt bekannt. Fast auf den Meter genau an der selben Stelle hatte sich im Juli 2017 ein Busunglück ereignet, nach einem an sich harmlosen Auffahrunfall war dort ein Reisebus in Brand geraten, 18 Menschen kamen dabei ums Leben. Die Schwere des Unfalls war in diesem Fall nicht der Unglücksfaktor: Batterie samt Elektrik, Drucklufttank sowie Zusatztank waren weit vorne und nahe beisammen verbaut, weshalb es zu einer Kettenreaktion kam, an deren Ende ein Kraftstofftank zusammengestaucht wurde und platzte.

1990 kam es in der benachbarten Münchberger Senke zu einem Unfall mit mehr als 100 beteiligten Fahrzeugen, zehn Menschen starben, 122 weitere wurden verletzt. Die Passage wurde daraufhin entschärft, auch heute noch ist aber besondere Vorsicht von Nöten, wie ortskundige Autofahrer wissen.

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Mitte Februar dieses Jahres verschärfte jedoch noch ein Umbau der Talbrücke Lanzendorf die Situation auf der A9. Immer wieder kommt es zu langen Staus - deren Folgen auch noch in vielen Kilometern Entfernung Verzögerungen auf der Autobahn verursachen. Seit vergangener Woche besteht eine Umleitungsempfehlung für Lkw, die über die A93 führt. "Wir haben dort mehrere Unfälle und Staus gehabt, deshalb haben wir reagiert", verdeutlicht Edith Kolarik von der Autobahndirektion Nordbayern die Maßnahme auf Anfrage. Doch der Empfehlung, die - wie der Name schon sagt - nicht bindend ist, folgen nicht alle Kraftfahrer.

Neue Maßnahmen sollen helfen

Seit Dienstag laufe zudem eine Kamerabeobachtung, von der sich die Autobahndirektion neue Erkenntnisse zu den Verkehrsströmen auf der A9 erhofft. Daraus sollen Schlüsse gezogen und weitere Maßnahmen ergriffen werden, die die Anzahl der Staus und Unfälle minimieren sollen. Eine dieser Maßnahmen greift bereits ab sofort: Die Auffahrt der Anschlussstelle Bad Berneck ist in Fahrtrichtung Nürnberg bis auf Weiteres gesperrt, wie die Autobahndirektion mitteilt. Autofahrer müssen bereits an den Anschlussstellen Marktschorgast oder Bindlacher Berg auf die A9 auffahren. Die Ausfahrt ist weiterhin geöffnet. Maßnahmen, die auf dieser Strecke auch dringend nötig sind.

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Wie kennen sie aus den Verkehrsnachrichten oder von der Fahrt nach Berlin. Sie war täglich in den Schlagzeilen, als 1989 die Mauer fiel. Nach der Wende wurde sie als Projekt Deutsche Einheit sechsspurig ausgebaut. Die A9 ist mit 530 Kilometern eine der längsten deutschen Fernstraßen - die Geschichte eines Fernwegs in Bildern.


Der Brückenumbau der Talbrücke Lanzendorf soll erst zum Ende des Jahres fertiggestellt sein, bis dahin wird es auch weiterhin immer wieder zu Staus kommen - deren Folgen nicht mehr so gravierend ausfallen sollen wie am Dienstag. 

Alexander Aulila Online-Redaktion E-Mail

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