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Wasser der Aufseßgruppe wird teurer

Der Kubikmeter-Preis steigt auf über einen Euro - 07.09.2017 17:43 Uhr

Kunden der Aufseßgruppe müssen künftig mehr fürs Wasser bezahlen. © Patrick Pleul/Symbolbild (dpa)


Noch drastischer steigt die jährliche Zählergrundgebühr von bisher 60 Euro auf künftig 120 Euro. Vorausgegangen war eine lebhafte Diskussion.

Eigentlich müsste der Wasserpreis noch um weitere 27 Cent angehoben werden wenn man von einem Wasserpreis von einem Euro ausgeht. Die Räte entschlossen sich aber, die in den vergangenen vier Jahren aufgelaufene Unterdeckung nur teilweise in den nächsten vier Jahren mit fünf Cent pro Kubikmeter abzubauen.

Da in den vergangenen vier Jahren nur 75 Cent für den Kubikmeter verlangt wurden, lief in diesem Zeitraum ein kalkulatorisches Defizit von 120.000 Euro auf. Um dieses auch mit auszugleichen, hätte man nun die Wassergebühr auf 1,27 Euro erhöhen müssen. Laut Moritz hätte man bereits 2014 die Wassergebühr auf 1,03 Euro anheben müssen. um kostendeckend zu wirtschaften.

Geschäftsleiter Werner Borchert verwies darauf das man auch schon 2010 exakt 94 Cent für den Kubikmeter hätte verlangen können. Die nun erfolgte Erhöhung auf 1,05 Euro bezeichnete Borchert als "immer noch total moderat". Zum einen waren die Gebühren in der Vergangenheit nicht kostendeckend, zum anderen stiegen die Energie- und Lohnkosten. Außerdem hatte die Aufseßgruppe im letzten Kalkulationszeitraum über eine halbe Millionen Euro in Tiefbaumaßnahmen investiert.

Eine Kostenunterdeckung nahm man damals wegen den Verbesserungsbeiträgen bewusst in Kauf, um die Wasserabnehmer nicht über Gebühr zu belasten, so Verbandsvorsitzender Michael Distler. Der Satzungsexperte empfahl — anstatt den Wasserpreis noch deutlicher zu erhöhen — die Zählergrundgebühr mindestens zu verdoppeln. Dies sei gerechter, hieß es. Wie Moritz meinte, kosteten Anlagen eben Geld und schließlich habe der Bürger die Möglichkeit, rund um die Uhr Wasser zu entnehmen. Auch Distler sprach sich für eine deutliche Erhöhung der Grundgebühr aus, da dies eine sichere Einnahme sei.

"Vom absoluten Betrag hält es sich noch im Rahmen", so Distler. Man sei immer noch günstiger als die Juragruppe und die meisten anderen Wasserversorger. "Wir müssen die Fixkosten dort einheben, wo sie entstehen", so Hans Heißenstein, der für eine noch deutlichere Erhöhung plädierte. Heißenstein wollte die Grundgebühr noch höher anheben als 120 Euro und die Wassergebühr auf mindestens 1,10 Euro erhöhen.

Kurt Neuner gab zu bedenken, dass ein Einpersonenhaushalt nun mehr Grund- als Wassergebühr bezahle. Für Wiesenttals Bürgermeister Taut war es ganz einfach, wie man die nun beschlossenen höheren Gebühren den Bürgern verkaufe. "Denn die Kosten müssen bezahlt werden."

Grundgebühr verdoppelt

99 Prozent aller Kunden verfügten über einen Zähler der bis zu fünf Kubikmeter Wasser pro Stunde durchlässt. Sie zahlen nun anstatt 60 Euro 120 Euro Grundgebühr im Jahr. Für ein Prozent der Kunden, deren Zähler bis zu 10 Kubikmeter in der Stunde schafft, steigt die Grundgebühr von bisher 90 Euro auf nun 180 Euro an.

Und für den Kubikmeter Bauwasser zahlt ein Bauherr künftig zwei Euro, die aber voraussichtlich auch in Zukunft nicht eingehoben werden, da der Verwaltungsaufwand dafür höher wäre. Den Zuwendungsbescheid des Wasserwirtschaftsamts Hof für Aufseß zum Anschluss an die Aufseßgruppe nahmen die Räte zur Kenntnis.

Bürgermeister Ludwig Bäuerlein erwartet dafür eine staatliche Förderung im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit in Höhe von rund 395.000 Euro, Gesamtkosten in Höhe von 940.000 Euro. In diesen wären aber 150.000 Euro Mehrwertsteuer enthalten. Das Wasserwirtschaftsamt bescheinigt, dass der Anschluss von Aufseß an die Aufseßgruppe wirtschaftlich und sparsam sei. 

VON THOMAS WEICHERT

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