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Wasserversorgung Breitenlesau: Bürger sollen mit entscheiden

Versammlung Mitte September soll Meinungsbild verschaffen - Brauerei Krug größter Abnehmer - 01.09.2017 08:33 Uhr

Größter Abnehmer der Juragruppe für Wasser in Breitenlesau dürfte die Brauerei Krug sein. © Dieter Jenß


"Solange Wasser fließt, nehmen die Leute das Thema Wasserversorgung nicht ernst. Aber wenn es dann am Tag X einmal nicht mehr fließt, ist das Geschrei groß", bringt es Pirkelmann im Gespräch mit den Nordbayerischen Nachrichten auf den Punkt.

Schüttung geht zurück

Die Beratung im Stadtrat darüber, die am Dienstagabend ohne Ergebnis beendet wurde, entstand, weil der Bürgermeister die Versorgungssicherheit einiger Ortsteile langfristig nicht mehr gewährleistet sieht. Dazu zählt unter anderem Breitenlesau mit der Brauerei Krug. Denn die Aufseßgruppe ist zur Schaffung eines zweiten Standbeins eine Kooperation mit der Wasserversorgung des Marktes Wiesenttal und der Gemeinde Aufseß eingegangen. Pirkelmann ist davon überzeugt, dass in rund zehn Jahren die Schüttung der Oberflächenquellen zurückgehen wird und die kleineren Wasserversorger vor Probleme stellen kann.

Denn die Zahl der Hitzeperioden nimmt zu und Wasser könnte knapp werden, erklärt er. "Und wenn das kommt, ist eine funktionierende Wasserleitung nicht innerhalb von zwei Tagen gebaut."

Um die betroffenen Bürger über genau diese Thematik zu informieren, überlegt der Rathauschef, Mitte dieses Monats — voraussichtlich am Montag, 18. September, — eine Bürgerversammlung in Breitenlesau zu organisieren. Das müsse aber noch abgesprochen werden. Wenn die Bürger für einen Anschluss an die Juragruppe — die ihren Sitz in Pegnitz hat — sind, braucht es eine weitere Stadtratssitzung.

Ob der Förderantrag für den Leitungsbau von Hubenberg nach Breitenlesau spätestens am 30. September eingereicht werden muss, oder ob die Kommune noch Aufschub erhalten kann, weiß er nicht genau. Jedenfalls würde der Freistaat Bayern das Bauvorhaben mit 50 Prozent bezuschussen.

Hans Hümmer, Werkleiter der Juragruppe, sagt, dass die Frist tatsächlich Ende September ist. Das Förderprogramm sei bereits zweimal verlängert worden. Einen weiteren Aufschub könne er sich nicht vorstellen. Sicher ist, dass die gebaute Leitung auch genutzt werden muss, sprich, es muss Wasser fließen. Ansonsten ist das Vorhaben nicht förderfähig.

Geht es nach Pirkelmann, würde er das Geld sofort mitnehmen. Denn so würden auf die Bürger keine Kosten zukommen. Sollte ein Leitungsbau in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten aber doch nötig werden, gibt es keine Fördermittel mehr und die Kommune müsste für die Baukosten aufkommen, welche wiederum auf die Bürger umgelegt werden.

Aber sein Gremium ist, wie berichtet, geteilter Ansicht. Er selbst hat gemerkt, dass er sich auf den Rat der Experten verlassen sollte: Bereits vor 30 Jahren haben Geologen vorausgesagt, dass die Oberflächenquellen, die vor allem nach ausgiebigen Regenschauern gefüllt werden, immer weniger liefern werden und es zu Versorgungsengpässen kommen kann. Bürger einiger Orte, wie Langenloh und Hannberg, waren damals erklärte Gegner der Juragruppe und wollten den Anschluss partout nicht, obwohl für die Baumaßnahme Zuschussätze von 70 Prozent möglich gewesen wären.

Mittlerweile hätten sie das Problem erkannt und seien froh, dass sie nun an den Wasserversorger aus Pegnitz angeschlossen seien. Diese Pläne hat die Juragruppe aufgehoben und sie wieder aus der Schublade geholt. Nach ein wenig Überarbeitung sind sie umgesetzt worden. Der Leitungsbau Hannberg-Langenloh wurde erst in diesem Jahr abgeschlossen.

Sorgen sind nachvollziehbar

Hümmer kann die Sorgen um die ausreichende Versorgungssicherheit der Stadt Waischenfeld, die Verbandsmitglieder der Juragruppe ist, für Breitenlesau und Hubenberg nachvollziehen. Für "seine" Juragruppe würde sich der Anschluss betriebswirtschaftlich nicht lohnen, weil zu wenig Wasser benötigt wird.

Aber wenn die Kommune und die Bürger den Anschluss wollen, werde er sich nicht verweigern. Voraussetzung wäre, dass Waischenfeld eine Kooperation eingehen wolle und die staatliche Förderung zugesagt wird. Diese wurde aber bereits bei einem Gesprächstermin mit der Regierung von Oberfranken in Aussicht gestellt.

Hümmer und Pirkelmann wären sich über einen Anschluss von Breitenlesau, Hubenberg, Seelig und Schönhaid an die Juragruppe einig, was fehlt, ist die Zustimmung der Bürger und des Waischenfelder Stadtrates. Worin sich die beiden auch einig sind: "Das Thema Wasser ist immer emotional besetzt", erklären sie unabhängig voneinander in Gesprächen mit den Nordbayerischen Nachrichten.

Beide würden vom Ausbau der Ringleitung kaum profitieren. Vorteile hätten die künftigen Generationen, deren Wasserversorgung mit dem "gigantischen" Vorrat der Juragruppe gesichert wäre, sagt Bürgermeister Edmund Pirkelmann überzeugt. 

KERSTIN GOETZKE

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