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Wasserversorgung von Breitenlesau bleibt Zankapfel

Bürgermeister Pirkelmann kündigt an, in Sachen Breitenlesau nichts mehr zu unternehmen - 19.09.2017 17:42 Uhr

Einer der großen Wasserabnehmer in Breitenlesau, für die die Versorgungssicherheit von großer Bedeutung ist, ist die Brauerei Krug. © Stefan Brand


In den höchsten Tönen schwärmte Hans Hümmer, der Werkleiter der Juragruppe, von deren überragender Wasserqualität. Das unterirdische "Jurameer", aus dessen Tiefen sie ihr Trinkwasser fördere, sei riesig. Dennoch stellte Pirkelmann vor den rund 50 Breitenlesauern klar: "Ziel der heutigen Veranstaltung ist es nicht, die Juragruppe zu verkaufen." Allerdings sei die Juragruppe der Garant dafür gewesen, viele Probleme der Bürger in den Waischenfelder Ortsteilen zu lösen.

Pirkelmann, der zweiter Vorsitzender des Wasserzweckverbands der Juragruppe ist, hob hervor, dass er nicht in dieser Funktion tätig geworden sei, sondern als Bürgermeister der Waischenfelder. Darum halte er einen Anschluss an die Juragruppe zum Nulltarif für überaus attraktiv. Weiter kündigte er an, in Sachen Wasserversorgung in Breitenlesau nichts mehr zu unternehmen. Wenn die Bürger eine andere Lösung als die Aufseßgruppe wollten, müssten sie selbst tätig werden.

Pirkelmann präsentierte eine Karte, auf der die Wasserversorgung der Aufseßgruppe und der Gemeinde Aufseß rot markiert waren, was symbolisiere, dass dort die Versorgungssicherheit in Gefahr sei. Die Lage sei ähnlich wie in Langenloh, wo plötzlich die Quelle versiegt war, weshalb der Anschluss an die Juragruppe erfolgte. "Das wird auch bei der Aufseßgruppe in 15 bis 20 Jahren so kommen", prognostizierte Pirkelmann.

Lautstark meldete sich dazu Peter Schwarzmann aus Hubenberg. Er zweifelte an, dass es sich um die neueste "Wasserkarte" handle. Denn darauf sei die Aufseßgruppe nicht mehr rot. "Wenn sich drei Kranke zusammenschließen, wird am Ende kein Gesunder rauskommen. Und wenn einer ausfällt, den die anderen zwei beliefern müssen, dann wird’s knapp", entgegnete Pirkelmann.

Ingenieur Alexander Dürrschmidt von der Aufseßgruppe ist sich indes sicher, dass diese durch die Verbindung mit den Tiefbrunnen im Wiesenttal und in Aufseß in Zukunft keine Probleme bekommen werde. Und das selbst dann, wenn die beiden Tiefbrunnen ausfallen würden. Denn dann könnte die Aufseßgruppe alleine immer noch den mittleren Tagesbedarf an Trinkwasser liefern.

Mit Höchstbedarf kalkuliert

"Eine Versorgung muss immer auf den Höchstbedarf ausgelegt sein", entgegnete Hümmer und wies die Behauptung des Aufseßer Bürgermeisters Ludwig Bäuerlein (CSU/UW) zurück, die Juragruppe chlore. Dies sei ebenso "völliger Quatsch" wie die von ihm dargestellte Nitratsituation. Das Wasser der Juragruppe werde nicht aufgebereitet, habe keinerlei chemische Zusätze, sei von Menschenhand unberührt und das größte Trinkwasserreservoir Nordbayerns, sagte Hümmer.

"Wir sind die Einzigen, die wegen Pflanzenschutzmitteln nicht aufbereiten müssen", erklärte Hümmer, der auf die Kooperation mit den Landwirten setzt und ankündigte, den Entschädigungssatz zum Verzicht auf Pflanzenschutzmittel in den nächsten zehn Jahren deutlich zu erhöhen.

Durch den Anschluss der Köttweinsdorfgruppe an die Juragruppe wäre mit hohen Zuschüssen bei Baukosten von 1,8 Millionen Euro von Heroldsberg aus eine Ringleitung bis Kaupersberg möglich gewesen. Das hätte für alle Beteiligten jeweils nur 300 000 Euro gekostet und wäre auch für die Aufseßgruppe, Aufseß und Wiesenttal wirtschaftlicher gewesen, rechnete Hümmer vor.

"Wir haben nie gesagt, dass wir mit der Juragruppe keine Kooperation haben wollen", meldete sich Michael Distler, Verbandsvorsitzender der Aufseßgruppe. Er zeigte sich offen für Gespräche mit der Juragruppe, wies aber darauf hin, dass in der Bundeswehrstudie nur zwei Alternativen für ein zweites Standbein für die Aufseßgruppe gestanden hätten: Wiesenttal und Aufseß. 

THOMAS WEICHERT

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