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Dienstag, 19.06.2018

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Werke des Auerbacher Mönchs Joseph Henfling im museum34

Marion Ringl: "Ist wie ein Sechser im Lotto" — Auch Staffelei zu sehen - 24.03.2018 07:58 Uhr

Bei der Ausstellung im museum34 fühlen sich die Besucher in das Klosteratelier von Bruder Angelicus hineinversetzt. Marion Ringl (r.) hat die Präsentation mit viel Liebe zum Detail verwirklicht. © Brigitte Grüner


"Wir wollten gerne einen Auerbacher Künstler vorstellen", erzählt Marion Ringl. Die Stadt war im Besitz von einigen wenigen Bildern des gebürtigen Auerbachers. Sie habe sich anfangs nicht vorstellen können, daraus eine Ausstellung zu machen. Dann erfuhr man im Rathaus von einer Sonderausstellung in der Brenediktiner-Abtei Ettal und das Interesse erwachte. Zweimal war Ringl in Oberbayern. Sie wurde herumgeführt, fotografierte viel und lernte das umfangreiche Werk von Bruder Angelicus, wie Henfling im Kloster hieß, kennen und lieben.

"Unglaublich, was Henfling alles konnte", sagt die Museumsleiterin begeistert. Er habe mit Bleistift und Tusche ebenso gut umgehen können wie mit Öl- oder Aquarellfarben. Er malte herrliche Landschaften, aber auch Tiere, Blumen, Szenen aus dem Krieg, Stadtansichten und Portraits. Auch sich selbst hat er oft auf Leinwand gebannt: Als lebenslustigen jungen Mann mit Zigarre im Mundwinkel, als Musiker mit Gitarre, als nachdenklichen Mann in den besten Jahren und als kreativ schaffenden Klosterbruder.

In der Abtei hatte Henfling eine gewisse Sonderstellung. Während andere Mönche dem Leitspruch "ora et labora" (bete und arbeite) gerecht wurden und zeitlebens in Ettal blieben, hatte Bruder Angelicus die Freiheit, viel spazierenzugehen, andere Klöster zu besuchen und viel Zeit im Atelier zu verbringen.

Viele Exponate, die bis September in Auerbach gezeigt werden, gehören dem oberbayerischen Benediktiner-Kloster. Das Verpacken und der Transport wurden mit viel Mühe bewerkstelligt. Marion Ringl lobt besonders das Entgegenkommen der Mönche in Ettal. Sie haben sogar Henflings Tisch, Staffelei und Gitarre zur Verfügung gestellt sowie Urkunden, ein Skizzenbuch und viele Details.

Joseph Henfling hat in seinem Skizzenbuch viele Motive erst ausprobiert, bevor er das Werk begonnen hat. © Brigitte Grüner


Aus dem umfangreichen Werk des gebürtigen Auerbachs werden Bilder aus verschiedenen Schaffensperioden gezeigt. Dazu gehört das Bild "Vetter Hering", das ein Auerbacher Original zeigt. Auch Bürger aus Henflings Heimatstadt sind zu sehen.

Viel Arbeit haben sich Marion Ringl, Doris Bundscherer vom Stadtarchiv und Tina Schwendner von der Stadtverwaltung mit einem Ausstellungskatalog gemacht. Alle Bilder, die sie ausfindig machen konnten, wurden abfotografiert, eingescannt, ausgedruckt und laminiert. Als Blätterbuch im A3-Format gibt dieser Katalog einen schönen Überblick über das kreative Schaffen von Joseph Henfling. Der Maler war übrigens sehr sparsam. Einige seiner Bilder sind auf Vorder- und Rückseite bemalt.

Bis September sind die Werke im museum34 bei freiem Eintritt zu den Öffnungszeiten des Bürgerhauses zu sehen. Präsentiert werden die Bilder im Besprechungsraum, im Treppenhaus und im Ausstellungsraum im zweiten Stock. Kinder sollten in Begleitung der Eltern kommen. 

BRIGITTE GRÜNER

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