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Willenreuther hüten offene Geheimnisse

Faschingsumzug beschäftigt sich mit Lokalkolorit - 13.02.2018 19:03 Uhr

Das Willenreuther Dorfgeschehen ist beim Faschingsumzug wieder auf die Schippe genommen worden. © Ralf Münch


Es war der 42. Umzug, der am Dienstag stattfand. Und ungefähr 300 Zuschauer standen an den Straßen, während die sechs Gruppen vorbei liefen. Die Feuerwehr, der Schützenverein, die Best of Willenreuth, der Frauenstammtisch Die Dorflustigen, der Männerstammtisch Die Durstigen und die Faschingsgesellschaft waren am Start.

Direkt am Dorfeingang stand ein Schild: "Hier entsteht der BGM-Raab Radweg. Baubeginn Sofort. Bauende Schnell", steht darauf. Es sind die Dorflustigen, die sich in Schale auf ihren Fahrrädern geschmissen haben, und auf deren Bekleidung Zettel mit der Aufschrift "Fahrradschnittchen" angebracht sind. "Es heißt doch immer, dass man nur einen knackigen Körper haben kann, wenn man Sport macht. Das geht ja gar nicht, wenn uns der Fahrradweg, der uns schon seit langem vom Bürgermeister versprochen wurde, immer noch nicht da ist", sagte Angela Körber, und schwang sich mit ihren anderen Mitstreitern auf den Drahtesel.

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Vor 25 Jahren erste Prunksitzung in Pegnitz

Am 9. Januar 1993 wurde mit der ersten Prunksitzung in Pegnitz eine neue Ära eingeläutet. Betrat die Gesellschaft Stadtgarde Glückauf damals unter Regie von Präsidentin Lydia Nega, Werner Keller und Irmgard Bauer noch Neuland, so hat die fünfte närrische Jahreszeit seither in Pegnitz längst ihren festen Stellenwert. Leicht hatten es die Narren bei ihrer Premiere in der alten Realschul-Turnhalle nicht, sorgten doch Stromausfälle und äußerst beengte Platzverhältnisse für etliche Pannen. Kein Wunder, dass in mehreren Büttenreden immer wieder der Ruf nach einer Stadthalle laut wurde.


Es sei Kritik, aber vor Kritik müsse man sich auch nicht verstecken. Denn genau Raab taucht mit seinen Parteikollegen, und sogar mit Landrat Hermann Hübner auf. Auf den Schildern, welche die Hippies mit sich herum tragen, die kurz vorher noch beim Jubiläumszug in Plech waren, steht: "Make Love Not War" oder "Genehmigen Sie endlich den Cannabis-Anbau in der Westernstadt". Dabei haben einige mächtige Joints in der Hand. Das sind ja eigentlich alles ganz gute Ideen. Letztendlich wollen die Politiker ja damit nur Friede und Liebe in die Welt bringen. Jetzt nur noch ein ganz kleiner Schritt zur Umsetzung dieser Forderungen, und die Stadtratssitzungen in Pegnitz würden in Zukunft mit Sicherheit entspannter ablaufen.

Auf dem kleinen Wagen des Stammtisches "Die Durstigen" steht: "Nach Hause laufen wollte er nicht mehr, es musste schnell ein Fahrzeug her." Der Hintergrund war, so wird erklärt, dass beim 110-jährigen Feuerwehrfest im vergangenen Jahr, einer mit einem Traktor nach Hause fahren wollte. Weit kam er wegen des doch erhöhten Alkoholkonsums nicht.

Spielten auf zwei Umzügen hintereinander: Die Musiker von ElWiWa. © Foto: Ralf Münch


Er machte einen Zaun nieder, und legte sich dann schließlich zum Schlafen in ein nahe gelegenes Gartenhaus. Wer das war, erzählte man nicht. Bis auf: "Genau der, der das war, fährt heute auch genau den Traktor von letztem Jahr." Manchmal bleiben dann doch die Dorfgeheimnisse im Dorf. 

RALF MÜNCH

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