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„Sie hatten in den vergangenen Monaten viel zu lesen“, nahm Bürgermeister Joachim Neuß den Beschluss-Marathon am Ende mit Humor. Haufenweise wurden zu den Sitzungen Kopien angefertigt, weil sich in der Beschlussvorlage für den Stadtrat immer wieder neue Situationen ergaben, die zwar nicht wesentlich waren — aber in diesem Verfahren kam es bei den Behörden auf jedes Wort an.
Um den Prozess auf den Punkt zu bringen: Die Stadt wollte mit diesem Planungsverfahren festlegen, wo in der gesamten Gemeinde Windkraftanlagen errichtet werden dürfen und wo nicht. Damit soll eine „Verspargelung“ der Landschaft unterbunden werden. Und das ganze Prozedere sollte über die Bühne gehen, noch ehe der Regionale Planungsverband Oberpfalz-Nord seine Vorrangflächen für Windkraftanlagen fixiert. Und damit wurde das ganze Vorhaben für die Stadt ein Wettlauf mit der Zeit.
„Aber das Vorhaben scheint zu glücken“, gab sich der Bürgermeister in der Sitzung des Stadtrats zuversichtlich. Der Feststellungsbeschluss wurde denn auch bei fünf Gegenstimmen aus der CSU-Fraktion gefasst. Aber deshalb ist das Planpapier noch keineswegs rechtskräftig. Das letzte Wort spicht nämlich die Baubehörde, und das ist im Falle der Stadt Auerbach das Amberg-Sulzbacher Landratsamt. Und dort scheinen nun auch alle Hürden genommen zu sein. Zumindest brachte Neuß vor dem Stadtrat seine Freude zum Ausdruck, dass im Verlauf dieses langen Verfahrens auch eine Kooperation mit dem Landratsamt hergestellt werden konnte.
Stromautark wird die Stadt aber mit dem grünen Licht für Windräder nicht. Werden auf den ausgewiesenen Konzentrationszonen drei Anlagen gebaut, so geht man von einer Erzeugung von knapp 19 Millionen Kolowattstunden pro Jahr aus. Nach Angaben der E.on wurden 2011 in Auerbach knapp 8,5 Millionen Kilowattstunden über Solar, Wasserkraft, Biomasse oder Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt. Macht in der Summe gut 27 Millionen. Bei einem Jahresverbrauch in ganz Auerbach im Jahr 2011 von gut 41 Millionen Kilowattstunden werden rund 66 Prozent eingespeist.



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