Samstag, 17.11.2018

|

zum Thema

Womo-Fahrer suchen sich Stellplätze selber

Stadt Pegnitz zeigt bisher wenig Aktivität bei langgehegtem Wunsch - 17.08.2018 18:10 Uhr

Unser Praxistest hat ergeben: Als Zwischenstation taugt der Parkplatz am Wiesweiher-Stadtpark allemal. © Reinl


Mobiles Reisen wird immer beliebter. Die Caravan-Branche meldet einen Rekord nach dem anderen und wer aufmerksam durch die Ferienregionen fährt, begegnet auf Schritt und Tritt den rollenden Ferienwohnungen. Klar, dass in der Folge immer mehr Stellplätze nötig werden. Waren diese früher eher als lästige Ansammlungen von Vagabunden geächtet, so haben die Touristiker inzwischen längst deren Marktwert erkannt, gibt doch ein Wohnmobiltourist im Schnitt über 50 Euro am Tag aus.

Auch in Pegnitz steht die Forderung nach einem Wohnmobil-Stellplatz seit vielen Jahren ganz oben auf der Agenda, sogar in das Isek-Stadtentwicklungskonzept wurde das Vorhaben aufgenommen. Gut vorstellen können sich die Experten eine solche Einrichtung in der Nähe des Freizeitzentrums, weil dadurch nicht zuletzt das Cabriosol profitieren würde, wie das Beispiel der Therme Obernsees lehrt. Weil zudem im finanziell notorisch klammen Pegnitz nichts ohne hohe Zuschüsse geht, möchten die Stadtoberen die Realisierung am liebsten über die Neugestaltung des ehemaligen K+P-Geländes angehen.

Während man sich aber noch nicht einmal Gedanken über die Größe und den Infrastruktur-Standard eines solchen Platzes Gedanken gemacht hat, haben sich findige Wohnmobilfahrer aus nah und fern in den vergangenen Monaten schon auf eigene Faust Übernachtungsmöglichkeiten gesucht. So stehen regelmäßig Womos auf dem Parkplatz in der Badstraße, wo an der vorbeifließenden Fichtenohe gerne einmal Campingmöbel aufgestellt werden. Interessant für einen Stopp auf der Durchreise scheint auch der Parkplatz an der Wiesweiherhalle zu sein. Und der Wanderparkplatz am Schlossberg ist gar schon in der Stellplatz-App "Park4night" eingetragen.

Die "Räuberstübl"-Crew hat am Wiesweiher den Praxistest gemacht und war angenehm überrascht, auch wenn es sich dort nur um einen ganz normalen Parkplatz ohne jede Infrastruktur handelt. Aber moderne Wohnmobile mit Strom, Gas und Sanitäreinrichtungen an Bord erlauben autarkes Reisen. Die Nacht am Rand des Stadtparks war trotz der Nähe zur nur 100 Meter entfernten B2 angenehm ruhig, auch wenn am späten Abend immer wieder einmal Jugendliche und Autofahrer die Runde machten. Selbst das morgendliche intensive Geläut der nahen Marien- und St. Bartholomäus-Kirchen stört einen Gläubigen nicht wirklich.

Viel geboten

Im Umfeld ist dafür viel geboten: Eisdielen, das Kings Pub, die Schnerpfl-Bierbar und die Innenstadt-Gastronomie sind fußläufig in nicht einmal fünf Minuten erreichbar, frühmorgens lockt ein Frühstück im Cafe Bär oder eine Brotzeit im Bistro der Metzgerei Dörfler & Fiedler. Im Stadtpark findet sich ein Kinderspielplatz und selbst eine Toilette ist in der Nähe, die der Bauhof allerdings nachts absperrt.

Also, warum nicht vorerst einfach dort oder am Parkplatz in der Badstraße ein halbes Dutzend kostenlose Parkplätze ohne jede weitere Serviceleistungen für Womos reservieren, vielleicht versehen mit einem Hinweis, wo man in der näheren Umgebung ver- und entsorgen kann. Das wäre ein Anfang, denn die große Lösung lässt sicher noch einige Zeit auf sich warten. 

rr

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pegnitz