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Sonntag, 17.02.2019

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Zu Fuß zur Schule mit Schulranzen als Schlitten

Gertrud Gruber erzählte zum 90. Geburtstag viel aus ihrem Leben - 06.02.2019 23:03 Uhr

Zweiter Bürgermeister Thomas Thiem (l.) überbrachte Glückwünsche an Gertraud Gruber (Mitte). Mit im Bild von links hinten: Sohn Theo, Schwiegertochter Christa und Tochter Erna. © Foto: Rosi Thiem


Zweiter Bürgermeister Thomas Thiem überbrachte die Glück- und Segenswünsche der Stadt. Das rüstige Geburtstagskind, das im Gut Schönhof in Eichenbirkig geboren und aufgewachsen ist, hat viel erlebt. Zur Schule musste sie nach Oberailsfeld laufen, oft benutze sie den Schulranzen als Schlitten, was öfter die mitgeführte Tafel zu Bruch gehen lies. Der Lehrer hatte im Winter Mitleid mit den Schülern, wenn große Schneewehen anstanden, durften sie als Kinder früher nach Hause gehen.

Mit ihrem Bruder Hans lieferte sie als Jugendliche die angebauten Kartoffeln nach Nürnberg. Sie fuhren die 90 Zentner Kartoffeln mit dem kleinen Schlepper in die Stadt. Da ging es früh um 3 Uhr los – vier Stunden hin und vier Stunden zurück. Die Städter wollten nur ihre Kartoffeln haben, erinnert sie sich. 1954 heiratete sie Emil Gruber und zog nach Waischenfeld, wo die Jubilarin in der Land- und Gastwirtschaft arbeitete. Bis Ende der 1960er Jahre brauten sie sogar ihr eigenes Bier. 2001 verstarb ihr Ehemann. Inzwischen hat sie neben ihren fünf Kindern und elf Enkeln auch zwei Urenkel.

Bis 2018 bewirtete die zufriedene Seniorin noch ihre Stammgäste, die ihr sehr ans Herz gewachsen sind und ihr jetzt etwas fehlen. "Ich weiß nicht, wo die Jahre hingegangen sind. Mein Lebensmittelpunkt ist meine tüchtige Großfamilie. Und wenn ich alleine bin, denke ich: Die Fränkische Schweiz ist so schön, hier bin ich daheim." 

rth

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