Mittwoch, 21.11.2018

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Probleme bei der Gräfenbergbahn: Online-Petition soll helfen

Generalsanierung, Elektrifizierung und Ausbau der Bahn gefordert - 10.11.2018 05:54 Uhr

Die Gräfenbergbahn (hier eine Szene am Bahnhof in Eckental-Eschenau im Kreis Erlangen-Höchstadt) kommt nicht aus den Schlagzeilen. Elternbeiräte, Schulleiter und Kommunalpolitiker wollen nicht eher ruhen, bis die Deutsche Bahn endlich grundsätzlich die baulichen Probleme der Pannenbahn behebt. © Foto: privat


Ein wenig Resignation schwingt mit in der E-Mail, mit der sich Elternbeiräte aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt an die Eltern wenden, um sie einmal mehr zu mobilisieren – im Kampf gegen die "massiven Probleme mit der Gräfenbergbahn".

Zwar, so heißt es, hätten Elternbeirat und Schulleitung bereits einiges versucht, um die Deutsche Bahn (DB) dazu zu bewegen, die Situation zu verbessern, zum Beispiel mit Hilfe einer Unterschriftenliste, einem Ortstermin oder einem runder Tisch. Doch, bedauern die Elternbeiräte: "Ein Ende der Probleme ist leider nicht in Sicht."

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Eine Expressreise durch die Geschichte der Gräfenbergbahn

Sie ist ein gehöriges Stück mittelfränkische Eisenbahngeschichte: Die Gräfenbergbahn hat über hundert, nicht immer unbeschwerte Jahre hinter sich. Wir blicken zurück.


Schon seit Jahren hält sich der Ärger der Fahrgäste, der Schulleiter, der Kommunalpolitiker entlang der 28 Kilometer zwischen Nürnberg-Nordost, Heroldsberg, Kalchreuth, Eschenau und Gräfenberg. Allein zwischen Januar 2016 und Oktober 2017 fielen auf der von rund 5000 Fahrgästen täglich genutzten Verbindung an 51 Tagen Züge aus. Ende 2017 mussten die Reisenden wegen eines aufgeweichten und abgerutschten Damms wochenlang in Busse umsteigen.

Auch in diesem Herbst herrscht bei vielen Fahrgästen Frust über Langsamfahrstellen, Signal- oder Weichenstörungen, über Züge, die gar nicht oder zu spät kommen, über Ersatzbusse, die auch nicht kommen. Über gestrandete Schüler, die kilometerweit laufen, um ins Klassenzimmer zu gelangen.

Schulausflüge beeinträchtigt

Als Gründe für die Probleme auf der reaktivierten Bahnstrecke gelten die auch aus Kostengründen unzureichend sanierte Trasse und die Billigtechnik im Stellwerk. Wohl investiert die Bahn beispielsweise laufend in die Hangsicherung, wie die Bayreuther Bundestagsabgeordnete Anette Kramme, Staatssekretärin beim Bundesarbeitsminister, von Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der DB für den Freistaat Bayern, erfahren hat.

Wann die Mängel grundsätzlich angegangen werden und der Freistaat die Mittel für die von der DB geforderte Kostenbeteiligung lockermacht, ist weiter offen. Das wollen Elternbeiräte und Klassensprecher des Gymnasiums und der Mittelschule Eckental sowie der Realschule Gräfenberg nicht länger hinnehmen.

Geplant ist nun ein Arbeitskreis, der weitere Aktionen umsetzt, um endlich bei den Pannenbahn-Verantwortlichen durchzudringen. Druck aufbauen helfen soll zudem eine Online-Petition, die die Generalsanierung, die Elektrifizierung und den Ausbau der Bahn fordert. 5000 Unterschriften sollen binnen neun Wochen zusammenkommen. In den ersten Tagen fanden sich bereits über 940 Unterstützer.

Zusätzlich sammeln die Elternbeiräte an allen drei beteiligten Schulen Unterschriften. Ihr Appell an die Eltern: "Bitte unterstützen Sie die Aktion, auch wenn der Schulweg Ihrer Kindern nicht mit der Bahn erfolgt." Schließlich würden auch Schulausflüge und Freizeitaktivitäten durch die Probleme beeinträchtigt.


Sie haben auch Geschichten rund um ihre Zugfahrten zu erzählen? Treten Sie der jeweiligen Facebook-Gruppe bei: 

1. Da sind zunächst die Regional- und S-Bahnen in Richtung Bamberg über Erlangen und Forchheim sowie die verbunden Nebenstrecken. Hier können Sie der Facebook-Gruppe beitreten!


2. Die Facebook-Gruppe für Bahnfahrer von und in Richtung Würzburg plus alle Nebenstrecken findet sich unter diesem Link.


3. Wer die Strecke Richtung Ansbach Schwabach, Roth und Treuchtlingen nutzt, ist hier genau richtig. Unter diesem Link können Sie der Gruppe beitreten. 


4. Alle, die in Richtung Neumarkt, Regensburg, Allersberg oder München unterwegs sind, sollten sich in dieser Facebook-Gruppe beteiligen.


5. Zu guter Letzt gibt es noch eine Seite für die Reisenden in Richtung Pegnitz und Bayreuth und die Nutzer der Gräfenbergbahn. Hier können Sie der Gruppe beitreten. Die fünf Facebook-Gruppen werden von unserer Redaktion betreut und moderiert. 

Uns geht es nicht darum, den Zug der Zeit ins negative Licht zu rücken, sondern zu dokumentieren, wie das Leben in und mit der Bahn aktuell funktioniert. Was ist gut, was läuft verkehrt? Die Ergebnisse fassen wir zusammen und liefern Hintergrundberichte. 

Kirsten Waltert und Arno Stoffels

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