Mittwoch, 12.12.2018

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Region ist Zentrum des Öko-Landbaus

Vier von zwölf Modellgebieten Bayerns liegen im Großraum — BN: Jetzt schlägt die Stunde der Verbraucher - 17.11.2015 19:37 Uhr

Eine schöne Landschaft wie hier bei Gunzenhausen, saubere Luft und möglichst unbelastetes Wasser — die ökologische Wirtschaftsweise in der Landwirtschaft leistet einen Beitrag, all das zu erhalten. © Foto: Werner Falk


Der kürzlich für Bayern geschlossene Öko-Pakt werde neuen Schwung bringen, sagte BN-Chef Hubert Weiger in Nürnberg. Dieses Bündnis hat das Landwirtschaftsministerium mit Bauernorganisationen, dem Hotel- und Gaststättenverband, verschiedenen Handelseinrichtungen oder der kirchlichen Landjugend geschlossen. Auch der BN selbst ist Partner.

Ausdrücklich als Ziel der Staatsregierung ist da festgehalten, die Öko-Produktion in Bayern bis zum Jahr 2020, also innerhalb der nächsten fünf Jahre, zu verdoppeln. Um diese Form der Erzeugung und das Bewusstsein für regionale Identität voranzubringen, wurden im Freistaat bisher insgesamt zwölf Modellregionen ausgelobt. Vier davon liegen in der engeren Region mit mehr als 800 000 Verbrauchern.

Vier Modellregionen

Die Stadt Nürnberg inklusive den Kreisen Nürnberger Land und Roth, gehören ebenso dazu wie der Raum Neumarkt mit seinen, so der BN, Pionierprojekten wie dem der Neumarkter Lammsbräu, der Kreis Amberg-Sulzbach sowie der sogenannte Steinwald in der nördlichen Oberpfalz. Diese anerkannten Öko-Modellregionen bekommen Projektmanager an die Seite gestellt. Der Staat gibt dafür einen Zuschuss von bis zu 75 Prozent.

Hubert Weiger sprach in diesem Zusammenhang von einer „neuen Phase“ beim ökologischen Landbau und fand sehr lobende Worte für Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU): „Jahrzehnte haben wir dafür gekämpft, und jetzt handelt nicht etwa ein grüner Minister, sondern ein CSU-Mann.“ Die gesamte Agrarverwaltung mit ihren Beratern werde damit zum „echten Partner“. Der oberste Naturschützer wies darauf hin, dass Bio-Bauern durch ihre Wirtschaftsweise der Gesellschaft am Ende Folgekosten in Höhe von vielen Milliarden Euro sparen. „Da braucht es keinen Trinkwasserschutz und keine Düngemittelverordnung — das macht der Öko-Landwirt selbst“, meinte Weiger.

Der BN-Vorsitzende regte allerdings an, beim Öko-Pakt nicht nur Brunners Ressort in die Pflicht zu nehmen, sondern auch etwa das Kultus- oder das Gesundheitsministerium. Das beginne beim Einsatz von Bio-Lebensmitteln bei der Verpflegung in Kliniken oder bei einer Ergänzung der Lehrpläne in den Schulen um den Bereich Bioanbau.

Außerdem schlage jetzt, so Weiger, die Stunde der Konsumenten. Sie müssten regional erzeugte Öko-Produkte mehr nachfragen. Das sei ein wichtiger Beitrag zur Existenzsicherung der Landwirte, die vielfach bereit seien, ihren Betrieb umzustellen. „Die Haltung vieler Verbraucher: Die Politik muss handeln, die hat unter den neuen Bedingungen kaum noch eine Berechtigung“, betonte der Verbandschef. In diese Kerbe schlug bei dem Gespräch in Nürnberg auch Franz Ehrnsperger von der Neumarkter Lammsbräu. Er forderte eine deutliche Abkehr von den bisherigen Marktmechanismen: „Wir sind bereits zu lange dem süßen Gift der billigen Angebote bei Lebensmitteln erlegen. Die Natur präsentiert uns da ihre Rechnung.“

Man müsse den Verbrauchern deutlich machen, dass sie mit ökologisch erzeugten Produkten nicht nur eine Flasche Bier, ein Stück Fleisch oder einen Salatkopf von hoher Qualität kaufen, sondern ebenso saubere Luft, eine ansprechende Landschaft oder tiergerechte Erzeugung, meinte Ehrnsperger in Anspielung auf die naturschonende Herstellung. 

MICHAEL KASPEROWITSCH

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