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Wer zu dem Abend gekommen war, wusste natürlich, was ihn erwartete - und so hatte KKK „sein Publikum“ vor sich, das ihm gern applaudierte, ob nun mit wenig zimperlicher Wortwahl schelmisch belustigende Humoresken aus früheren Kindheitstagen präsentiert wurden oder „handfeste Beobachtungen auf der Kerwa“. Und die meisten Besucher freuten sich über „lautstarke harte verbale Derbheiten“, die sie mit schallendem Beifall als „wesentlichen Teil ihres fränkischen Alltagssprachschatzes“ gern „bejubelten“.
Dabei animierten viele Passagen des Abends durchaus zu unbekümmertem Lachen, und so mancher mag sich bei „Kindheitserinnerungen“, beim „Kerwa-Gschmarri“, bei „Fußballbeobachtungen“ und manch typischem „Menscheln“ wieder gefunden haben. Schon zu Beginn gab es Gelächter, als sich Kraus bei den Frauen bedankte, die in aufgeputztem Outfit ihre „sofaabendmüden“ Männer überraschten mit dem fordernden „Hans, Norberd, .... heid gemma no fodd!“ und zu ihm „gschleifd hom, sunschd wär i ja heid allaa im Saaal“. Dann ging es Schlag auf Schlag — mal nach hier, mal nach da, was die spontane Intuition gerade hergab.
Mit „Ja, unsa Chefin, di Anschi, mechad i ja — awa dea iah Jaggn, na, naaaaa..!“ — ging’s über die Kanzlerin her. Mit Bedauern stellte KKK fest, dass Maschinen die Wäscheleinen verdrängen: „Wus dou ais kängd is!! Dua haschd gnau gsehng, dass d’Nachbari jeds Johr drei Zwigga meia brauchd zun Aufhänga — und erschd di knappn Stringdanga — aus da Undahusn meina Oma hädd ma zwanzg Stringdangas machn kenna..“
Mit temperamentvoller und inhaltstimmiger Mimik und Gestik präsentierte KKK zum Gaudium seiner Fans eine Reihe von heiteren Knüllern, die durch das waschechte Fränkisch zusätzlich spaßig wirkten: So sei die Erziehung früher vor allem „Handarbeid gwen“ - er selbst sei immer „Hundsgrüppl“ gerufen worden - „und weil mei Mudda an Vadda a ofd Hundsgrüppl gnannd had, hab i lang gmaand, i hass mid mein Famüliennama Hundsgrüppl. Aba i ho kann seelischen Schadn gnomma durch mein Hundsgrüppl,“ versicherte Kraus.
Seufzend resümierte KKK in einem selbstironischen Wortspiel: „Ja, des ganze Lem is a G(K)raus.“ Bei den Unis bejammerte er: „Es gitt kane Indianer mehr unda di Sdudendn, sundern bluß nu Häuptlinge!“
Großmütig zeigte sich Kraus den Nordlichtern gegenüber: „Nix geng die Preißn, sulang si ihr Goschn haldn! Wenn nem mia a Krawddn stäihd, is des da Burchamasta odda a Preiß!“
Natürlich betonte KKK mit pfiffigen Wortspielen auch die Scheu des Franken vor dem harten T mit Ausnahme vom „Senfttt af da Broudwurschd!“ Mit einem Saaltest erkannte er am tadellos nachgesprochenen „Dellerla“ die waschechten Franken im Publikum, denn „a Preiß odda a andera Auslända beißd si ja dabei di Spitz vu da Zunga o!“
Nach der Pause fuhr der Kabarettist fort mit seinem Feuerwerk an spaßigen Gags, schrullig komischen Lebensbeobachtungen, scherzhaft schlagfertigen Publikumsneckereien, originellen und mitunter deftigen fränkischen Wortkreationen — immer in „akzentfreier Mundart“.
Sehr zu schaffen machte dem Glubbererfans KKK die Niederlage der Nürnberger gegen die Bayern: „Am liabschdn war i heid gor ned zu eich kumma!“
Das Publikum blieb dank des unermüdlichen fränkischen Temperaments und der zahlreichen zündenden Pointen bis zur letzten Minute „gut gelaunt“, was es in einem frenetischen Schlussapplaus verdeutlichte.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.