Christoph Würflein, Geschäftsführer des Naturpark Altmühltal, legte davor den Mitgliedern – Bürgermeistern, Landräten und Touristikern – die Vorteile eines solchen Status dar. Mit der Juralandschaft samt Jurahäusern, den Fossilien der Solnhofener Plattenkalke, der Flussgeschichte von Donau und Altmühl und Höhepunkten wie der Weltenburger Enge habe der Naturpark Altmühltal nationales und auch internationales geologisches Potenzial. „Trotzdem“, bedauerte Würflein, „konnte der Naturpark Altmühltal diese einzigartigen Alleinstellungsmerkmale bisher noch nicht zu einem entscheidenden Wirtschaftsfaktor entwickeln“.
Der Status als Geopark würde dies ändern und biete die Chance, „das gesamte Potenzial des Naturparks auf diesem Gebiet zu bündeln und damit Museen, wissenschaftliche Einrichtungen oder die Steinindustrie miteinander zu vernetzen. Damit könnten wir uns national und international profilieren“. Davor stehe allerdings eine Bestandsaufnahme und an erster Stelle die Ausschreibung für eine Projektstudie.
Zusätzliche Restriktionen müsse man laut Würflein keine fürchten: „Ein Geopark ist keine Schutzkategorie, sondern ein Qualitätssiegel für Landschaften, die erdgeschichtlich besonders bedeutend sind.“ Würflein ging sogar noch weiter: „Langfristig besteht sogar die Chance Weltnaturerbe der UNESCO zu werden – eine Studie des Bundesamts für Naturschutz hat uns dafür bereits vor vier Jahren als national würdig befunden.“
Franz Xaver Uhl, Landrat von Weißenburg-Gunzenhausen und Vorsitzender des Naturpark-Vereins, hatte noch zwei weitere wichtige Punkte auf die Tagesordnung gesetzt. Eines davon ist das Jurahaus-Projekt, für das die Planungen bereits seit längerem laufen. Mit Geldern aus der Förderinitiative „Leader in ELER“ sollen die noch verbliebenen Jurahäuser aufgewertet werden, und das vor allem durch die touristische Nutzung.
Auch der Erhalt beziehungsweise die Reaktivierung der Ortskerne, in denen die oft leerstehenden Jurahäuser ein kümmerliches Dasein fristen, sei ein wichtiges Ziel. Für dieses Projekt übernimmt der Naturpark-Verein die Trägerschaft und stellt aus eigenen Rücklagen 5000 Euro zur Verfügung.
So wie das Jurahaus-Projekt über Landkreis-Grenzen hinaus angelegt ist, verhält es sich auch mit dem Naturschutzgroßprojekt Altmühlleiten, das nach einer zweijährigen Planungsphase seit November vergangenen Jahres umgesetzt wird. Dr. Peter Loreth, erst seit wenigen Wochen neuer Leiter der Altmühlleiten-Geschäftsstelle, stellte den Stand der Dinge vor. Von Pappenheim bis Kelheim, auf insgesamt über 3800 Hektar Fläche, erstreckt sich dieses Großprojekt. Bis zu seinem Abschluss im Jahr 2017 werden Heideflächen ausgelichtet, neue Triebwege für die in diesem Zusammenhang sehr wichtigen Schafherden geschaffen oder Felsen freigestellt. Insgesamt stehen hierfür 6,4 Millionen Euro für Flächenankauf und Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zur Verfügung: Geld, mit dem das typische Landschaftsbild im Naturpark Altmühltal erhalten und gefährdete Tiere und Pflanzen geschützt werden sollen.
Derzeit geht es Loreth aber vor allem um die Menschen im betroffenen Gebiet: „Wir arbeiten daran, dass die Akzeptanz gegenüber dem Großprojekt wächst.“
Infos bei der zentralen Tourist-Information im Naturpark Altmühltal, Telefon (08421) 98760 oder unter www.naturpark-altmuehltal.de

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.