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Freitag, 20.04.2018

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Augen auf bei der Berufswahl

Mittelschüler bekamen in der Berufsschule der Kreisstadt Roth Einblick in den Arbeitsalltag - 12.03.2018 06:00 Uhr

Selbermachen statt nur zusehen: 517 Schülerinnen und Schüler aus 14 Schulen bekamen in der Berufsschule einen ersten Eindruck ganz unterschiedlicher Berufsfelder. © Manfred Klier


Schulleiter Michael Greiner bedankte sich bei Beratungslehrer Norbert Rückel und Konrektor Peter Maier aus Wendelstein für die umfangreiche Organisation. Die Informationsvormittage mussten zusätzlich zum regulären Unterricht der Berufsschule eingeplant werden.

24 Workshops

Im Vorfeld konnten sich die Siebtklässler aus 24 Workshops drei auswählen, die dann im 45-Minutentakt durchlaufen wurden. 17 Angebote waren hauseigen, sieben wurden von externen Partnern gestellt.

Selbermachen stand dabei im Mittelpunkt, damit die Teilnehmer wenigstens einen kleinen Einblick in Tätigkeit und Ausbildungsanforderungen der ausgewählten Berufe gewinnen konnten.

350 Ausbildungsberufe gibt es, berichtete Peter Maier. Viele seien kaum bekannt. Dem solle durch diese Veranstaltung gegengesteuert werden. Eltern hätten einen entscheidenden Einfluss auf die Berufswahl ihrer Kinder. Während bei den Mädchen Kauffrau, medizinische Fachangestellte und Verkäuferin die Favoriten seien, sind es bei den Jungen Kfz-Mechatroniker, Elektroniker und Kaufmann. Im vergangenen Schuljahr seien noch 250 Flüchtlinge beschult worden, so der Schulleiter, heuer sei die Zahl auf 140 zurückgegangen.

Schüler statt Lehrer

Nummernträger standen bereit, die in bewährter Form die Mittelschüler zu den einzelnen Stationen begleiteten. Sozusagen auf Augenhöhe wurden sie von den Berufsschülern unterwiesen. Die jeweiligen Lehrkräfte verfolgten das Geschehen im Hintergrund.

Bei den Friseuren wurden Locken gewickelt, Haare geglättet und Fischgrätenzöpfe geflochten. Bei der Nagelgestaltung war Malen angesagt. Mit Schwamm-und Airbrushtechnik fertigen die Maler farbenfrohe Drucke an. Die Tischler halfen beim Erstellen von Schlitz- und Zapfenverbindungen, bei den Zimmerern werden Balken verbunden.

Brücke von Leonardo da Vinci

Eine Besonderheit war die Leonardo-da-Vinci-Brücke, die nur aus Brettern besteht und ohne jegliche Verbindungselemente auskommt. 300 Kilogramm soll das kleine Bauwerk tragen. Die Maurer bauten nicht für die Ewigkeit, denn ihre Mauern werden wieder eingerissen, damit die Kalksandsteine weiter verwendet werden können. Bei den Elektronikern für Betriebs- und Gebäudetechnik wurden unterschiedliche Schaltungen aufgebaut.

Wie auch in den anderen Bereichen überraschte die zweckmäßige und zeitgemäße Ausstattung der Berufsschule. Die Technischen Assistenten unterwiesen beim Aufbau einer Internetseite. Bei den Industriemechanikern waren Draht biegen, Arbeiten mit dem Messschieber und einfache pneumatische Schaltungen angesagt. In die Kunst des Weichlötens führten die Anlagenmechaniker ein. Aufbau, Testen und Laden einer Autobatterie müssen die Kfz-Mechatroniker beherrschen. Ebenso die elektrischen Schaltungen in Fahrzeugen.

Die Landmaschinenmechatroniker demonstrierten die Arbeitserleichterung durch die Hydraulik. Berufskraftfahrer müssen sich mit Ladungssicherung, Luftfilter- und Reifenwechsel auskennen.

Dazu muss man auch mal unter den Lkw kriechen. Die Routen werden immer noch anhand von Karten geplant. Da ist man unabhängiger von der Technik. Einmal am Steuer eines Brummis sitzen zu dürfen ist sicher ein Erlebnis, auch wenn das Fahrzeug nur in einer Halle steht.

Pflege immer wichtiger

Einer Produktionsfachkraft im Fach Chemie darf die Borax-Probe nicht unbekannt sein. Damit kann man Ethanol von Methanol unterscheiden.

Einen zunehmend wichtigeren Bereich stellen die Pflegeberufe dar, ob Altenpfleger, Podologe oder Physiotherapeut. Der Therapiehund "Vinka", ein Cavalier King Charles Spaniel, gehorchte seinem "Frauchen" Jenny aufs Wort. Er kann die Therapie an Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen unterstützen. Die Regens-Wagner-Stiftung Zell informierte im Berufsfeld Heilerziehungspfleger über die Gebärdensprache, die für Menschen mit Hörbehinderung als Mittel der Kommunikation wichtig ist. Auch die Mimik des "Sprechenden" ist von besonderer Wichtigkeit.

Gerade bei Mädchen begehrt ist der Beruf der Verkäuferin. Darüber informierte die Berufsschule Schwabach.

Mathe von großer Bedeutung

Die Mittelschüler, so berichtet Peter Maier, stehen bei der Berufswahl zu den Absolventen der anderen weiterführenden Schulen in Konkurrenz. Umso wichtiger sei eine fundierte und abgeschlossene Berufsausbildung, die den Fähigkeiten der Betreffenden gerecht wird. Dazu sollte der Vormittag einen Beitrag leisten. Vor allem Mathematik sei hinsichtlich der zunehmenden Elektromobilität von besonderer Bedeutung.

ZWeitere Bilder unter www.nordbayern.de/roth 

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