Dienstag, 18.12.2018

|

Aurau lässt beinahe Büchenbacher Haushalt platzen

Kosten für Dorfgemeinschaftshaus drohen aus dem Ruder zu laufen - 09.03.2018 09:43 Uhr

Für den zweiten Abschnitt des Neubaugebiets „Alte Brennereien“ spart Büchenbach Einnahmen aus Grundstücksverkäufen – 500.000 Euro fließen in die allgemeine Rücklage. © Stefanie Graff


Schon der Empfehlungsbeschluss des Finanzausschusses vom 20. Februar war recht wackelig zustande gekommen. Mit einer äußerst knappen Mehrheit von fünf zu vier Stimmen hatte der Ausschuss den Haushaltsplan 2018 und die bis 2021 reichende mittelfristige Finanzplanung an das Plenum weitergereicht. Bürgermeister Helmut Bauz hatte sicherheitshalber eine Variante B für die zu beschließende Haushaltssitzung des Gemeinderates vorbereiten lassen.

Die war am Ende jedoch nicht nötig. Mit zwölf zu sechs Stimmen ging die Abstimmung zugunsten des ursprünglichen Haushaltsplanes aus. Neben der SPD-Fraktion hatten auch drei CSU-Gemeinderäte sich nicht dafür entscheiden wollen. Elf zu sieben Stimmen gab es für die vorgelegte mittelfristige Finanzplanung. Der Stellenplan 2018 wurde einstimmig beschlossen.

Erfreulicher Kurs

Die Finanzsituation befindet sich auf einem erfreulichen Kurs: Die Steuereinnahmen (6.385.700 Euro), vor allem der Anteil an der Einkommensteuer, sind weiter gestiegen und die Schlüsselzuweisungen (893.200 Euro) sind mit einem Plus von über 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. 1,4 Millionen Euro Überschuss kann der Verwaltungs- dem Vermögenshaushalt zuführen. 948.000 Euro davon stehen der Gemeinde 2018 als erwirtschaftete Eigenmittel für Investitionen frei zur Verfügung.

Der Schuldenstand wird mit Tilgungen in Höhe von 465.000 Euro weiter reduziert. Neue Kreditaufnahmen sind weder 2018 noch in den Folgejahren geplant. Vielmehr sollen die Schulden bis 2021 auf unter 2,5 Millionen Euro sinken, was eine Pro-Kopf-Verschuldung von 473 Euro pro Einwohner bedeutet. Die Zinsaufwendungen sind schon im laufenden Jahr auf 23.500 Euro eingedampft.

Hohe Einnahmen aus Grundstücksverkäufen (fast drei Millionen Euro) sorgen dafür, dass fast 500.000 Euro in die allgemeine Rücklage fließen können. Sie sollen vor allem für die Finanzierung des zweiten Bauabschnitts des Baugebiets "Ehemalige Brennereien" ab 2021 zur Verfügung stehen.

"Völlig überdimensioniert"

Im Hochbau heißt der dickste Brocken: Dorfgemeinschaftshaus Aurau. Die geschätzten Kosten dafür haben mittlerweile stattliche 850.000 Euro erreicht, die sich auf die Haushaltsjahre 2018 und 2019 aufteilen. "Völlig überdimensioniert" finden das nicht nur die SPD-Gemeinderatsmitglieder.

Während diese, so Robert Schuster, die ganze bisherige Planung am liebsten wegwerfen und komplett neu denken würden, beschwören die Freien Wähler und ein Großteil der CSU-Fraktion alle Beteiligten, die Planung in Dimension und Standard zwar noch einmal genau zu überprüfen, aber nicht grundsätzlich in Frage zu stellen. Dass ein Dorfgemeinschaftshaus in Aurau gebaut werden soll, ist sowieso unbestritten.

"Wir können nicht unser ganzes Geld in eine Maßnahme buttern", mahnte Robert Schuster. Deshalb sehe sich seine Fraktion gezwungen, "gegen den Haushaltsplan zu stimmen, auch wenn wir ihm ansonsten gerne zugestimmt hätten". Man sehe, dass der Haushalt in die richtige Richtung geht.

Sorgen macht der Gemeinde, dass Bauen immer teurer wird. "Ich bin sehr froh, dass wir Maßnahmen wie den Bau zusätzlicher Kindertagesstätten bereits abgeschlossen haben", sagte Bürgermeister Helmut Bauz. Die Baubranche boomt, es werde immer schwieriger, vernünftige Ausschreibungsergebnisse zu erzielen. 

STEFANIE GRAFF

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Büchenbach, Büchenbach