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Alle sind sie gekommen, die Herren von der Teichgenossenschaft des Landkreises Roth und der Stadt Schwabach, ein Vertreter von der Fischereifachberatung des Bezirks Mittelfranken und ein Experte vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Gespannt stehen sie am Rande des Karpfenweihers von Peter Metka, einem der beiden stellvertretenden Vorsitzenden der Teichgenossenschaft, und schauen zu, wie Otto Müller, der Ringassistent vom Fisch- erzeugerring Mittelfranken, sein Wurfnetz ins Wasser schmeißt. Wird ein Karpfen in den Maschen zappeln?
Er hat Glück. Zwei Mal zieht er mit Schwung sein Netz wieder aus dem Teich, legt die Tiere aufs Gras und kann seinen Zuschauern auch gleich demonstrieren, wie der Fettgehalt eines Karpfens gemessen wird.
Otto Müller ist einer von drei Assistenten des Fischererzeugerrings, die sich um die Teichwirte in ganz Mittelfranken kümmern. Sie gehen an die Zuchtweiher, messen den pH-Wert, den Sauerstoffgehalt und den Amoniumgehalt des Wassers, fangen Fische aus dem Teich und überprüfen den Gesundheitszustand. Je nach Ergebnis der Untersuchung werden die Teichwirte beraten, was sie tun können, um die Gesundheit ihrer Karpfen zu fördern.
„Die Karpfen in unserer Region sind sehr gut“, wirbt Landrat Herbert Eckstein, gleichzeitig Vorsitzender der Teichgenossenschaft, für dieses regionale Produkt. Der Karpfen solle unter dem Logo „original regional“ in der Region bestmöglichst vermarktet werden.
So biete das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ALF) zusammen mit der Teichgenossenschaft in der Karpfensaison spezielle Kochkurse an, erläutert Fritz Hörner vom ALF, um allen „Unwissenden“ den Karpfen schmackhaft zu machen.
Doch nicht nur aus rein regional-wirtschaftlichen Aspekten sei der Erhalt der Teichwirtschaft in Mittelfranken wichtig. Landrat Herbert Eckstein verweist auf ganz praktische Funktionen des Karpfenweihers. Zum Beispiel diene der als Rückhaltebecken bei Überschwemmungen oder Hochwasser.
Auf den Teller der Konsumenten kommen meist dreijährige Tiere. Diese werden, bevor sie in der Pfanne landen, in einer Hälterung des Teichwirts aufbewahrt, sodass sie, je nach Bedarf, an die regionalen Gaststätten geliefert werden können. Dort bleiben sie so lange in einer weiteren Hälterung bis sie dann schlachtfrisch den Gästen vorgesetzt werden.
Peter Metka kann in seiner Hälterung bei seinen Offenbauer Teichen bis zu 200 Tiere für sechs bis acht Wochen halten. Vom Eichelbach werden sie ständig mit Frischwasser versorgt. Wie gut die Qualität der Karpfen in diesem Jahr tatsächlich ist, davon konnten sich Eckstein & Co. im Anschluss an den Besuch von Peter Metkas Weiher im Offenbauer Gasthof Pauckner bei Karpfencremesuppe und anderen Spezialitäten selbst überzeugen. Auf den Tisch kam selbstverständlich auch – typisch fränkisch — gebackener Karpfen.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.