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Bei den „Großen“ geht so gut wie nichts

Die Suche nach Unterkünften für Asylbewerber hat nichts an Aktualität verloren - 25.01.2013 18:33 Uhr

ROTH  - Die Schlagzeilen über die geradezu unwürdigen Verhältnisse von Asylbewerbern in der Zentralen Aufnahmestelle in Zirndorf sind Vergangenheit. Scheinbar. Aber hinter den öffentlichen Kulissen ist die Unterbringung dieser Menschen weiterhin ein Thema. Und zwar eines, das sehr unterschiedlich aufgegriffen, diskutiert und umgesetzt wird. Auch im Landkreis. Die intensiven öffentlichen Appelle der vergangenen Wochen zeigen offensichtlich Wirkung.

<br /><br />Seit kurzem arbeitet die Sozialpädagogin Daniela Pfitzenmaier für den Landkreis als Ansprechpartnerin für die Asylbewerber. Doch nur selten ist sie im Büro im Landratsamt. Vielmehr geht sie „raus“, um Fragen vor Ort zu klären, so wie vor kurzem in der Unterkunft des Landkreises im Haus am Weinberg in Roth, wo der „Küchendienst“ in Wort und Tat Thema war.


Seit kurzem arbeitet die Sozialpädagogin Daniela Pfitzenmaier für den Landkreis als Ansprechpartnerin für die Asylbewerber. Doch nur selten ist sie im Büro im Landratsamt. Vielmehr geht sie „raus“, um Fragen vor Ort zu klären, so wie vor kurzem in der Unterkunft des Landkreises im Haus am Weinberg in Roth, wo der „Küchendienst“ in Wort und Tat Thema war.
Foto: lra

<br /><br />Seit kurzem arbeitet die Sozialpädagogin Daniela Pfitzenmaier für den Landkreis als Ansprechpartnerin für die Asylbewerber. Doch nur selten ist sie im Büro im Landratsamt. Vielmehr geht sie „raus“, um Fragen vor Ort zu klären, so wie vor kurzem in der Unterkunft des Landkreises im Haus am Weinberg in Roth, wo der „Küchendienst“ in Wort und Tat Thema war.


Seit kurzem arbeitet die Sozialpädagogin Daniela Pfitzenmaier für den Landkreis als Ansprechpartnerin für die Asylbewerber. Doch nur selten ist sie im Büro im Landratsamt. Vielmehr geht sie „raus“, um Fragen vor Ort zu klären, so wie vor kurzem in der Unterkunft des Landkreises im Haus am Weinberg in Roth, wo der „Küchendienst“ in Wort und Tat Thema war.
Foto: lra


Während beispielsweise in kleineren Gemeinden, wie Rohr und Schwanstetten angesichts der schwierigen Situation in jüngster Zeit neue Unterkünfte aufgetan werden konnten, geht in der größten Landkreiskommune, in der Kreisstadt Roth, noch immer fast nichts.

Wie mehrfach berichtet, ist der Landkreis verpflichtet, nach einer gesetzlich genau geregelten Quote Asylbewerber aufzunehmen. Eine Verpflichtung, die laut Landrat Herbert Eckstein aber nicht nur juristischer Natur ist. „Wer genau hinsieht, wer sich damit beschäftigt, woher diese Menschen kommen, unter welchen schwierigen Umständen sie oft ihre Heimat, ihre Familien hinter sich lassen, für den ist die Unterbringung auch ein Zeichen von Menschlichkeit.“


Dafür spart der Landkreis nicht mit „manpower“, nimmt Extra-Geld in die Hand und baut bürokratische Hürden ab, bietet fachliche Unterstützung. Das Ziel: Für alle Beteiligten – sowohl für (potentielle) Vermieter von Asylunterkünften, für die Mitbürger und für die Asylbewerber selbst – sollen möglichst gute Rahmenbedingungen geschaffen werden. Und das mit so wenig „Stolpersteinen“ wie möglich.

So stellte der Landkreis Ende vergangenen Jahres die Sozialpädagogin Daniela Pfitzenmaier ein. Sie steht Ratsuchenden, genauso wie beispielsweise den verschiedenen Helferkreisen, die sich mittlerweile unter anderem in Hilpoltstein, Büchenbach und Roth als Privatinitiativen gegründet haben, und den Asylbewerbern selbst als Ansprechpartnerin zur Seite. Weitere drei Mitarbeiter des Landratsamtes sind für die „tatkräftige“ Hilfe verantwortlich – angefangen von der Einrichtung neuer Unterkünfte bis hin zur hausmeisterlichen Betreuung. Und über die Abteilung „Soziale Angelegenheiten“ des Landratsamtes werden sämtliche Mietverträge, die für Asylbewerberunterkünfte abgeschlossen werden müssen, abgewickelt.

Dennoch hat sich die Situation im Vergleich zum „Schlagzeilen-Dezember“ nur wenig entspannt. Knapp über 100 Menschen wurden im Landkreis aufgenommen, etwa 140 müssten es sein. „Wir erleben ganz unterschiedliche Entwicklungen“, berichtet die Abteilungsleiterin für „Soziale Angelegenheiten“, Anne Kokoska-Ruppert. Erfreulich sei die Situation in Rohr und Schwanstetten, wo seit Kurzem sieben und neun Asylbewerber in Privatunterkünften einziehen konnten. „Wir haben dort das Gefühl, dass die Menschen mit offenen Armen empfangen werden; anderenorts wiederum scheinen potentielle Vermieter Bedenken zu haben, uns eine Wohnung anzubieten, weil sie mit negativen Reaktionen von ihrer Umwelt rechnen. Oder aber das Thema ist in Vergessenheit geraten“, mutmaßt die Abteilungsleiterin. Während beispielsweise derzeit in Spalt und Allersberg Erfolg versprechende Gespräche geführt werden, in Büchenbach (10), Georgensgmünd (15), Greding (20) und Hilpoltstein (27) bereits Asylbewerber zu Hause sind, schaut es in der zweitgrößten Landkreis-Gemeinde Wendelstein mit sechs Asylbewerbern und in Roth mit gerade mal einem einzigen, kleinen privaten und keinem einzigen kommunalen Wohnangebot schlecht aus.

Weitere zwölf Menschen wohnen derzeit übergangsweise in dem landkreiseigenen Häuschen am Weinberg (ehemalige Bauernverbands-Geschäftsstelle) in Roth. Übergangsweise deshalb, weil in der Kürze der Zeit die Unterkunft wirklich nur provisorisch für die Unterbringung eingerichtet werden konnte.

Suche geht weiter

Darum: „Wir suchen noch immer, wo wir Asylbewerber – mindestens zu zweit – unterbringen können“, erläutert Anne Kokoska-Ruppert. Landrat Herbert Eckstein setzt dabei gerade auch auf die großen Landkreis-Gemeinden, deren gut ausgebaute Infrastruktur ein großer Vorteil für die Asylbewerber birgt: Mit derzeit 29 Kindern (darunter ein erst wenige Tage altes Baby) und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahren und weiteren 28 jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren macht die junge Generation nämlich über die Hälfte aller im Landkreis lebenden Asylbewerber aus. Sie können und sollen unterrichtet werden; dies wiederum ist in den großen Gemeinden sehr viel einfacher möglich.

Blieben noch die Probleme mit der Sprache; doch auch hier will der Landkreis helfen. Zwar gibt es bereits verschiedene Sprachkurse; diese Angebote werden in absehbarer Zeit mit „Amtshilfe“ weiter ausgebaut.

Bei Fragen rund um die Vermietung einer möglichen Unterkunft für Asylbewerber – angefangen vom Appartement bis hin zum Haus – steht Alfred Bauer, Telefon (09171)81-441, als Ansprechpartner zur Verfügung; wer Fragen zur Betreuung von Asylbewerbern hat, wird gebeten, sich an Daniela Pfitzenmaier, Telefon (09171) 81-213, zu wenden.  



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