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Montag, 20.08.2018

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Büchenbach: Siedlerplatz und Kirche werden schöner

Vach vielen Jahren soll Generalsanierung Aufenthaltsqualität schaffen - 04.08.2018 06:00 Uhr

Ein bisschen trostlos: Nach der Umgestaltung soll der Siedlerplatz mehr Grün bekommen, eine Bank und möglicherweise auch einen Trinkbrunnen. © Stefanie Graff


Seit vielen Jahren musste die Sanierung des Siedlerplatzes und der umgebenden Straßenzüge immer wieder hinter anderen Baumaßnahmen der Gemeinde zurückstehen. Damit soll jetzt Schluss sein. Im Januar dieses Jahres wurden die konkreten Pläne von 2010 wieder aus der Schublade geholt und aktualisiert. Am Dienstag stellten Claudia Bader und Martin Kinner vom Rother Ingenierbüro Reislöhner die Tiefbauplanung, Stadtplaner Dieter Blase vom Topos Team Nürnberg den Gestaltungsentwurf für die Aufwertung von Siedlerplatz und Kirchenvorplatz im Gemeinderat vor.

Nun sollen die Anwohner nicht mehr vertröstet werden: Die Generalsanierung soll 2019 am Siedlerplatz beginnen und 2020 mit der Kirchenstraße ab Pommernstraße bis zur fünfastigen Kreuzung im Westen vollendet werden. Die Gemeinde lässt sich das einiges kosten: Auf 1,4 Millionen Euro beläuft sich allein die Schätzung für den Straßenbau. Auf 480.000 Euro wurde der Kanalbau beziffert. Dazu kommen Kosten für Straßenbeleuchtung, Kanalarbeiten, Beweissicherungsmaßnahmen und Planung.

Finanzieller Kraftakt

Der komplette Austausch der Wasserleitungen bedeutet einen finanziellen Kraftakt auch für den Wasserzweckverband. Die Telekom wird die Grabarbeiten nützen, um ihre Leitungen zu erneuern, tiefer zu legen und zusätzliche Leerrohre einzubringen. Strom- und Gasleitungen bleiben unangetastet. Nur die Straßenbeleuchtung wird frisch verkabelt.

In dem eng bebauten Gebiet ist wenig Platz für große Baustellen. Vorhandene Zäune, Mauern und Einfriedungen sollen "weitestgehend" (so die Planer) geschont werden. Dass einzelne Einfriedungen von den Eigentümern erneuert werden müssen, kann Bürgermeister Helmut Bauz nicht ausschließen. "Da ist auch vieles offensichtlich in die Jahre gekommen."

Keine hohen Gehsteige

Die Straßenbreiten sollen wie gehabt erhalten bleiben. Die asphaltierte Fahrbahn wird von einem Pflasterstreifen als Gehweg flankiert und optisch abgesetzt. Dazwischen liegt eine Entwässerungsrinne. Hochbordige Gehsteige sind nicht vorgesehen.

Nach der Sanierung sollen Siedlerplatz und der Vorplatz der katholischen Kirche, beide bislang "keine Schmuckstücke", wie Stadtplaner Dieter Blase sagte, sich attraktiver zeigen als bisher. Es wird nicht nur repariert, sondern umgestaltet. Aufenthaltsqualität heißt das Zauberwort.

In der Kirchenstraße gehe es vor allem darum, der Herz-Jesu-Kirche ein gutes Vorfeld und bessere Erkennbarkeit zu schaffen. Der Bereich unmittelbar vor der Kirche wird durch Pflaster optisch abgesetzt. Die mittlere Podestebene der Stufen wird als "gesicherte Ebene" ausgebaut "damit man nicht gleich überfahren wird, wenn man aus der Kirche tritt." In der Kirchenstraße soll auf Höhe der Kirche eine künstliche Engstelle geschaffen werden, die keinen Begegnungsverkehr zulässt und damit die Autos abbremst. Der gewonnene Platz wird für zusätzliche Grünflächen mit Hochstamm-Bäumen links und rechts des Treppenaufgangs genutzt.

"Seltsamer" Zugang bleibt

Die vorhandenen Stellplätze bleiben erhalten, ebenso der "seltsame" (Dieter Blase) Zugang zum Pfarrsaal, an dem die Kirchengemeinde nicht rütteln will. Als problematisch sahen die Gemeinderätinnen Amone Grob und Elke Dechet die Parksituation während der Gottesdienste an: Die Sorge ist groß, dass die gepflasterten Gehwege ganz selbstverständlich als Parkplätze genutzt werden und Fußgänger, vor allem mit Kinderwagen, Rollstühlen oder Rollatoren, auf die Fahrbahn verdrängt werden. Dazu sind noch kluge Ideen gefragt.

An Attraktivität gewinnen soll mit der Generalsanierung auch der Siedlerplatz. Statt öder Verkehrsfläche soll auch dort ein Aufenthaltsbereich mit etwas Grün Raum bekommen. Das geht natürlich zu Lasten der Stellplätze, deren Zahl sich, so der Planer "von derzeit sieben bis acht auf vier plus drei" (letztere unmittelbar vor den Garagen) verändern wird. Dafür wird eine grüne Insel geschaffen, auf der man eine Bank und eventuell einen Trinkbrunnen finden wird. Für die zusätzlichen Kosten der ästhetischen Umgestaltung hat Dieter Blase 150.000 Euro (für den Siedlerplatz) und 175.000 Euro (für den Platz vor der Kirche) veranschlagt.

Das Pflaster unmittelbar vor der Herz-Jesu-Kirche soll optisch abgesetzt werden. Die Verschönerungspläne sehen außerdem noch einige weitere Maßnahmen vor. © Stefanie Graff


In der zweiten Septemberhälfte ist eine Anliegerversammlung geplant. Danach beschäftigt sich der Gemeinderat noch einmal mit der Planung. Ziel ist, das Gesamtprojekt für die Jahre 2019 und 2020 noch im Herbst 2018 auszuschreiben. Alle vorliegenden Zahlen zu den Kosten sind noch grobe Schätzungen. Mit der frühzeitigen Ausschreibung des gesamten Projektes erhofft sich die Gemeinde vorsichtige Chancen auf günstige Angebote. 

Stefanie Graff E-Mail

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