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Eine scharfe Bremsung, ein schlitternder Bus, dann ein Knall. So beschrieben Kinder, die gestern Früh von Mäbenberg über Rittersbach mit dem Bus ins Rother Schulzentrum wollten, den Moment des Unfalls. Im ersten Moment dachten die Schüler, der Bus sei gegen eine Mülltonne geprallt oder ein Reifen wäre ge-platzt. „So hat es sich jedenfalls angehört“, sagte ein Augenzeuge.
Da war es gegen 7 Uhr — der Bus fuhr planmäßig um 6.56 Uhr in Mäbenberg weg. Eine Rittersbacherin schippte genau zu dieser Zeit Schnee und brachte die weißen Massen auf die gegenüberliegende Fahrbahnseite. Offenbar übersah sie auf dem Rückweg zu ihrem Haus den herannahenden Bus.
Dessen 50-jähriger Fahrer konnte trotz Vollbremsung nicht mehr rechtzeitig stoppen und erfasste die Frau, die zu Boden geschleudert wurde und unter den Bus geriet. Der Busfahrer zog die Anwohnerin unter seinem Fahrzeug hervor und leistete Erste Hilfe.
Mit dem Fahrer stiegen auch einige — vorwiegend ältere Schüler — aus, die bei Anwohnern klingelten und um Decken für die Verletzte baten. Andere liefen zur nahen Bushaltestelle, um dort bei wartenden Fahrgästen Hilfe zu holen. „Da liegt eine Frau“, war die Kunde, die sich schnell im Bus verbreitete. Dennoch blieben die Schüler ruhig, wie einer von ihnen berichtete. Es sei zwar Anspannung zu spüren gewesen, aber keine Angst oder gar Panik.
Der Liniensprecher (ein für die Buslinie zuständiger Schüler) habe sofort an seiner (Real)Schule angerufen, von dem Unfall berichtet und das Zuspätkommen angekündigt. Die hinzugerufene Polizeistreife befragte auch die Schüler, die nach Aussage einer Sprecherin aber keine Auffälligkeiten gezeigt hätten. Die verletzte Frau wurde mit dem Hubschrauber in die Uniklinik Erlangen geflogen, wo sie später operiert wurde. Ihr Zustand sei lebensbedrohlich, aber stabil, lautete die erste Mitteilung.
Rund eine Stunde später traf ein Ersatzbus ein, der die Schüler nach Roth brachte. Auch der Umstieg sei reibungslos abgelaufen, berichteten die Jugendlichen. In der Schule habe der Liniendienst „seine“ Gruppe dann im Sekretariat angemeldet, in der vierten Stunde wurde die Anwesenheit überprüft.
„Wenn wir‘s hätten verhindern können, hätten wir‘s verhindert“, meinte ein mitgenommener Peter Röhler. Der Geschäftsführer des gleichnamigen Busunternehmens bescheinigte seinem Fahrer — der seit 21 Jahren für seine Firma unterwegs ist — äußerste Zuverlässigkeit und ein hohes Maß Verantwortungsbewusstsein.
Röhler hatte nach dem Unfall bereits Kontakt zu seinem Mitarbeiter, der ärztlich behandelt wurde und zunächst zwei Tage krank geschrieben ist. Seine Schilderung, dass er die Rittersbacherin gesehen hatte und annahm, sie bliebe stehen, legt für Peter Röhler die Vermutung nahe, dass die Frau — wohl auch, weil sie eine Kapuze aufhatte — den Bus nicht wahrgenommen habe. „Die sind aber auch leise“, erklärte Röhler. An einen derartigen Unfall könne er sich nicht erinnern. „Meist sind es die anderen, die uns drauf fahren“, meinte er.
Nachdem er die Rettungskräfte gerufen hatte, habe er die Fimenleitung informiert, die sich dann um einen Ersatzbus gekümmert habe, beschrieb der Röhler-Geschäftsführer den weiteren Ablauf. Informiert wurde auch das Landratsamt, das im Allgemeinen für die Schülerbeförderung zuständig ist. Im konkreten Fall allerdings nicht, da es sich bei der Busverbindung um eine eigenwirtschaftlich betriebene ÖPNV-Linie handelt, wie Bernd Krämer vom Amt berichtete.

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.