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Na, wie ist denn Köln?
Matthias Roll: Schön groß! Da kann man sich bestens weiter entwickeln und Kontakte knüpfen. Köln ist ja so ´ne Art Comedy-Metropole. Wir haben auch ein Management gefunden, das uns in geschäftlichen Dingen hilft. Künstlerisch mischen die sich aber nicht ein. Deswegen hat sich an unserem Hobby-YouTube-Style auch kaum was geändert — außer, dass alles professioneller produziert wird. Wir haben also immer noch jede Menge Spaß.
Momentan gebt ihr ganz schön Gas! Nicht genug, dass Y-TITTY zu den meist abonnierten deutschsprachigen Comedians auf YouTube zählen – am 7. Februar seid ihr auch in der Harald Schmidt-Show zu sehen...
Matthias Roll: Ja, um 23.15 Uhr auf SAT1. Im Moment läuft’s sehr gut. Wir stehen jetzt mehr in der Öffentlichkeit — geben Interviews, haben Auftritte. In der „Bravo“ war sogar eine Doppelseite über uns, und beim „Videoday“ in Köln haben wir live vor 2000 YouTube-Fans gespielt. Überall Blitzlichter. Da kriegst du echt eine Gänsehaut. Es ist schon toll, wenn dich Leute in Kiel, Köln, München oder sonst wo auf der Straße ansprechen, weil sie dich aus dem Internet kennen. Ist ein gutes Gefühl, aber wir bleiben auf dem Teppich.
Und wie kam’s zu eurem TV-Auftritt bei Harald Schmidt?
Matthias Roll: Wir kennen jemanden, der eine verantwortliche Redakteurin bei Harald Schmidt kennt. Die hat sich unsere Videos angeschaut, und die Redaktion hat wohl entschieden, dass wir ganz gut in die Sendung passen. Außerdem ist unser Management immer sehr bemüht, wenn’s darum geht, uns solche Schritte zu ermöglichen.
Schon aufgeregt?
Matthias Roll: Wie gesagt: Zurzeit gibt’s so viel zu tun, dass ich an die Harald Schmidt-Geschichte nur denke, wenn ich in den Kalender schaue. Die Aufregung kommt wahrscheinlich erst vor der Kamera und dem Publikum.
Angefangen habt ihr mit Amateur-Videofilmchen, in denen Parodien auf alle möglichen Filme, Ereignisse oder Personen zu sehen waren. Jetzt ist dieses Hobby für euch zum Beruf geworden, ihr seid in Köln und macht da... — ja, was eigentlich genau?
Matthias Roll: Der Humor ist gleich geblieben: Wir versuchen völlig undramatische Situationen sehr dramatisch wirken zu lassen. Das sind dann oft so Hollywood-Persiflagen. Was sich aber geändert hat: Wir können inzwischen durch die Werbeeinnahmen ganz gut leben.
Freitags ist zum Beispiel FreiTITTYTag. Da kriegen die Leute jede Woche eine neue Parodie oder einen Comedy-song von uns im Y-TITTY-Channel zu sehen. Das heißt: Drehbuch schreiben, abdrehen, schneiden, Musik aussuchen, hochladen... — Man sieht ja immer nur das Ergebnis, aber nicht den Aufwand, der dahinter steckt. Meistens arbeiten wir länger als zwölf Stunden am Tag.
Dann haben wir jetzt noch einen zweiten Kanal über unser Leben eingerichtet. Der heißt „Die Jungs“.
Vielleicht bedarf es an dieser Stelle einer kurzen Erläuterung: Wie kann man mit handgemachten Comedy-Filmen im Internet Geld verdienen?
Matthias Roll: Wir haben einen Vertrag mit Google. Das heißt: Wir kriegen Werbung von Google auf unseren YouTube-Channel zugeschaltet — und dafür bekommen wir dann einen bestimmten Prozentsatz von den Werbeinnahmen. In den USA ist das total verbreitet – und viel, viel weiter. Da machen „YouTuber“ richtige Tourneen oder kriegen eigene Fernsehshows...
Und was ist euer erklärtes Ziel? Sprich: Wo wollt ihr hin?
Matthias Roll: Wir wollen auch zukünftig und auf lange Sicht von unserer Comedy leben können. Eine eigene TV-Show wär’ natürlich schon cool. Aber wir würden uns nie zu klassischen Fernsehfuzzis verbiegen lassen.
Wir bleiben uns und YouTube treu. Vor allem, weil die Zukunft sowieso in einer Verschmelzung von Internet und TV liegt.
Hoffentlich weiß Harald Schmidt euren Elan und Idealismus zu schätzen. Wie tretet ihr da eigentlich auf?
Matthias Roll: So, wie wir sind. Wir werden nix performen. Wir geben uns ganz authentisch – als die Jungs vom Dorf...

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.