Freitag, 15.12. - 07:15 Uhr

|

zum Thema

2017

Bundestagswahl

Das sind die Reaktionen der Kandidaten im Wahlkreis Roth

Die Parteien äußern sich zu den ersten Hochrechnungen - 24.09.2017 21:06 Uhr

Marlene Mortler: CSU-Direktkandidatin bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Roth. © RHV


Marlene Mortler (CSU):  

An der langjährigen Bundestagsabgeordneten Marlene Mortler liegt es sicherlich nicht, dass die CDU/CSU am Sonntag ihr zweitschlechtestes Bundestagswahlergebnis seit 1949 eingefahren hat. Mortler holte im Wahlkreis Roth respektable 44,45 Prozent bei den Erststimmen und zieht somit zum fünften Mal in Folge für den Wahlkreis Roth in den Bundestag. Zum Feiern war ihr und  ihren Parteikollegen  an diesem Abend im Wollner-Saal in Lauf nicht gerade. Zu groß war der Schock über das Ergebnis der rechtspopulistischen AfD und natürlich auch über das schlechte Abschneiden der Union. Marlene Mortler, die so ein Ergebnis seit Tagen befürchtet hatte, wartete dennoch gleich mit einigen Erklärungen auf. "Die Flüchtlingskrise hat uns ein Stück weit eingeholt", sagte sie.

Gleich nach der ersten Hochrechnung war klar, dass die SPD in die Opposition gehen wolle, was auch für Marlene Mortler eine kleine Überraschung war. Es laufe wohl auf eine Koalition mit den Grünen und der wieder erstarkten FDP hinaus. 

Alexander Horlamus: SPD-Direktkandidat für den Wahlkreis Roth. © Uwe Jacobsen


Alexander Horlamus (SPD): 

"Wir müssen jetzt in die Opposition und dürfen diese nicht der AfD überlassen", betonte SPD-Direktkandidat Kandidat Alexander Horlamus. Das Ergebnis der AfD bezeichnete er gestern Abend als eine "Katastrophe für die Bundesrepublik Deutschland". Nach dieser Wahl seinen das erste Mal Neonazis im Bundesparlament erklärte er, um kurz darauf zu revidieren. "Nicht alle, aber einige". 

Das Ergebnis der Sozialdemokraten wertet Horlamus als ein Zeichen, "dass wir in eindeutig in die Opposition müssen". Ebenso ist er davon überzeugt, dass es eine Jamaika-Koalition geben wird, dass künftig CDU/CSU, FDP und die Grünen kooperieren werden. Das Abschneiden der SPD habe ihn nicht überrascht nach den Wahlprognosen im Vorfeld, die mittlerweile sehr präzise seien".


Hier geht es zu allen Ergebnissen aus den einzelnen Wahlbezirken


Der AfD-Bezirkschef Siegfried Lang (52) ist Direktkandidat der Partei für den Stimmkreis Roth. © privat


Siegfried Lang (AfD):

Ja, er habe damit gerechnet, sagt Siegfried Lang ganz selbstverständlich. Denn viele Wähler hätten sich vorher bei den Umfragen halt nicht getraut zuzugeben, dass sie AfD wählen. Warum? "Weil sie berufliche und gesellschaftliche Nachteile befürchten." Gewählt hätten viele die Partei, "weil sie sich Sorgen machen, weil sie eine echte konservative Opposition haben wollen". 

So wird die Partei zur drittstärksten Kraft im Bundestag. Und vielleicht sogar ein für eine Koalition in Frage? "Die nächsten vier Jahre sicher nicht", sagt Lang von sich aus -  "wir müssen Politik erst lernen". Abgesehen davon "wollen die anderen ja nicht mit uns koalieren“. Außerdem könne man auch in der Opposition "wichtige demokratische Arbeit leisten". Seine persönlichen Ziele haben sich nicht verändert, sagt der selbständige Kaufmann — denn Einzugschancen ins Parlament von Platz 18 der Liste aus sehe er "eher nicht".

Andreas Neuner: FDP-Direktkandidat für den Wahlkreis Roth bei der Bundestagswahl 2017. © FDP


Andreas Neuner (FDP):

Gute Stimmung herrscht bei Andreas Neuner (FDP). Gehofft habe er auf neun bis zehn Prozent, gesteht der Rückersdorfer, der den Wahlabend in Feucht im Café Bernstein verbringt. Dass es jetzt noch ein bisschen mehr ist, "freut mich ausgesprochen". Schwieriger findet er die Frage nach dem weiteren Vorgehen. Obwohl er vor der Wahl eigentlich gegen jede Koalition mit Angela Merkel eingestellt war, "weil ihr Koalitionspartner danach immer halbtot ist", hält er es jetzt doch für richtig, Jamaika-Gespräche zu führen. "Die Frage ist, ob es dann genügend Schnittmenge gibt."

Dr. Helmut Johach: Linken-Direktkandidat bei der Bundestagswahl 2017 für den Wahlkreis Roth. © Johach


Helmut Johach (Die Linke): 

"Wir haben keinen Grund zum Weinen", sagt Helmut Johach von der Linken, denn die Partei ist nach ersten Prognosen in Bayern über die Fünf-Prozent-Hürde gekommen und kann nun auch bei kommunalen Wahlen und auf Landesebene antreten, ohne vorher Unterschriften sammeln zu müssen. Dennoch hatte die Linke gehofft, bei den kleinen Parteien auf Platz drei zu landen. Diese Hoffnung hat sich zerschlagen, denn die FDP ist wieder erstarkt. Die FDP steuere gerade bei diesen Themen in eine komplett andere Richtung: "Hier müssen wir kräftig gegenhalten."

Gabriele Drechsler, Direktkandidatin der Grünen im Wahlkreis Roth bei der Bundestagswahl 2017. © oh


Gabriele Drechsler (Grüne):

In Bayern zweistellig sah Gabriele Drechsler die Grünen. "Das zeigt, dass wir mit unseren Themen richtig liegen", meinte die Grünen-Direktkandidatin. Das Resultat der AfD nannte sie ein "Riesenproblem". Man müsse sich jetzt überlegen, wie man mit den "Rechtspopulisten" umgehe, betonte sie. Man dürfe nicht zulassen, dass die AfD weiterhin Hass und Angst verbreite. "Mit Angst kommt man nicht weiter." 

car/vb/hr

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Roth, Röttenbach, Schwanstetten