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Demokratie stärken

Ausstellung über „Rechtsradikalismus in Bayern“ - 20.02.2013

VHS-Geschäftsführer Kornelius Schlehlein, Neonazismus–Expertin Birgit Mair, Landrats-Stellvertreter Max Netter und der Hilpoltsteiner Bürgermeister Markus Mahl (v. l.) bei der Ausstellungseröffnung im Haus des Gastes. © Klier


VHS-Geschäftsführer Kornelius Schlehlein konnte zur Eröffnung zwar nur einen zwar kleinen, aber interessierten Kreis von Besuchern begrüßen. Er dankte der Friedrich-Ebert-Stiftung für die Gestaltung, vor allem aber der Diplom-Sozialwirtin Birgit Mair aus Nürnberg für ihre Ausführungen. Mair ist Expertin für Neonazismus in Bayern, leitet zahlreiche öffentlich geförderte Projekte, ist Buchautorin und veranstaltet Vorträge und Führungen zu dieser Thematik.

Landrats-Stellvertreter Max Netter wies darauf hin, dass man das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte nur dadurch überwinden könne, wenn man nicht darüber schweige. In seiner Doppelfunktion als Bürgermeister und Verbandsvorsitzender der Volkshochschule beglückwünschte Markus Mahl die Macher zu dieser Aktion im Haus des Gastes. Themen wie die Zwickauer Terrorzelle (NSU) oder das NPD-Verbot seien aktuell. Aber Neonazismus und Rassismus seien nicht nur im Osten oder in Großstädten ein Problem. Auch in unserer Umgebung, Stichwort die ursprünglich geplante „Holocaust-Veranstaltung“ in Schwanstetten, sei das Thema präsent. Mahl wies auf eine Aktion im Museum „Schwarzes Roß“ hin, die sich am 19. April mit der im Konzentrationslager Theresienstadt entstandenen Kinderoper „Brundibár“ befassen wird.

„Der Schlips denkt, der Stiefel sprengt“ ist eine großformatige Collage überschrieben. Dazu und zu 16 weiteren Schautafeln referierte Birgit Mair anhand weiteren Bildmaterials. Demolierte Autos, Drohschriften in Briefkästen, Demonstrationen gegen Asylbewerber, und Muslime, Pöbeleien gegenüber Asylanten, Hess-Gedenkmärsche und sogenannte Bürgerinitiativen gibt es auch in Mittelfranken, auch in unserer unmittelbaren Umgebung. Schon lange gebe es solche Aktivitäten, doch die Sensibilität dafür sei gestiegen, ebenso der Umfang der Berichterstattung in den Medien. Elf der Schaubilder zeigen die aktuellen rechtsradikalen Entwicklungen in Bayern auf, die Parteien, die regionalen Vernetzungen, die rechte Frauenszene. Besonders herausgestellt wird die rechte Jugendszene, zu der „Brauner Lifestyle“ und entsprechende Musik gehören.

„Was kann man dagegen tun?“, wird auf  fünf weiteren Schaubildern gefragt, zugleich war dies auch das Thema der sich anschließenden Diskussion. Oft, so Birgit Mair, helfe entschlossenes Auftreten beispielsweise in Form von Gegendemonstrationen, wie es in Weißenburg geschehen sei. Courage zeigen, auch mit dem Slogan „Die Welt ist bunt“. Wichtig seien Aufklärung und politische Bildung.

Dazu stehen für Schüler Arbeitsbögen zur Verfügung, die in gedruckter und digitaler Form über die VHS-Geschäftsstelle in Hilpoltstein bezogen werden können. Auf 128 Seiten beschrieb die Referentin außerdem „Strategien gegen Neonazismus und Rassismus“. Dieses Buch und die gleichnamige DVD (zusammen fünf Euro), sowie die Schrift „Braune Soß‘ aus Franken“  (sechs Euro) liegen zum Verkauf bereit. Im Rahmen des Projekts „Tacheles“ stellt Birgit Mair auf der DVD Zeitzeugen und Filmdokumentationen vor. Unter diesen Zeitzeugen befindet sich auch der durch seine ergreifenden Schilderungen in der Region bekannte und kürzlich verstorbene Franz Rosenbach.

Die Ausstellung im Foyer des Haus des Gastes in Hilpoltstein ist bis Freitag, 8.März, von 9 bis 12 Uhr und von 13 Uhr bis 16.30 Uhr für Besucher zu sehen. Donnerstags ist diese bis 18 Uhr geöffnet, freitags nur bis 12 Uhr.

 

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