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Der Allersberger Fasching ist schaurig-schön geworden

Mit "Anima Veritatis" hat sich eine neue Brauchtumsgruppe gegründet - 10.02.2019 09:00 Uhr

Gruselig anzuschauen sind die Hexen der von Andreas Grzyb ins Leben gerufenen Allersberger Brauchtumsgruppe „ANIMA VERITATIS“. © Alex von Kraus


Andreas Grzyb, Initiator der neuen Brauchtumsgruppe, wollte nach seiner langen aktiven Zeit beim Allersberger Faschingskomitee, während der er 27 Jahre bei den Allersberger Flecklashexen, zunächst von 1987 bis 1999 als Tänzer und dann Hexenmeister war, was Neues ausprobieren.

Ohne Fasching geht nach so vielen Jahren aktiver Zeit wirklich nichts, sagt der 45-Jährige grinsend, als er von den neuen Aktivitäten und dem Hobby, das er leidenschaftlich mit seiner ganzen Familie betreibt, berichtet. So wurde überlegt und man kam überein, dass man einfach als Hexe, die bei Brauchtums- und Faschingsumzügen ihr Unwesen treibt, zusammen mit der Familie und Gleichgesinnten unterwegs sein will, ganz ohne Auftrittsstress. Ganz wichtig war es Grzyb bei der Suche nach der passenden Figur aber, niemanden zu kopieren oder nachzumachen.

Alpenländisches Vorbild

So ist "Anima Veritatis" entstanden. Eine Gruppe, die sich mit ihren Gewändern an der alpenländischen Region orientiert und die damit auch ein Alleinstellungsmerkmal in der Region hat. Sie würden schon viele Jahre den Kontakt zu den Brauchtumsgestalten in München, Österreich und Südtirol halten und so war es auch fast logisch, dass bei der Neugründung des Vereins diese Richtung eingeschlagen wurde, sagt Grzyb.

Der Verein ist Mitglied im Fastnachtverband Franken und im Bund Deutscher Karneval. Die Mitglieder, die schnell gefunden wurden, kommen aus Allersberg, dem Landkreis Roth und dem Nürnberger Umland, und waren zum Teil schon in Brauchtumsgruppen aktiv. Alle sind selbst für die Finanzierung ihrer Gewänder zuständig, die aus verschiedenen Fellen, Leder, Fetzen und dem einen oder anderen Highlight wie Pferdeschweifen bestehen.

Auch seine Maske kann jeder selbst gestalten und zur kostspieligen Ausrüstung gehört neben dem Besen auch eine lange Unterhose von früher, die unter dem Gewand getragen wird, sagt Grzyb schmunzelnd. Eine Besonderheit sind auch die Schuhe mit ihren vielen Details.

Die Hexe steht im Mittelpunkt

Als Figur im Mittelpunkt des Vereins steht die Hexe, die auch die düstere Seite repräsentiert. Die dunklen Gewänder aus Fell- und Lederfetzen verkörpern den Winter und das "Böse". Die helle Maske, im Gegensatz dazu, symbolisiert den Frühling und das "Gute", das über das Böse siegt und den Winter austreibt. Aus den Tiefen der fränkischen Wälder finden sich die Hexen in der fünften Jahreszeit zusammen und zeigen sich den Narren. Begleitet werden sie von großen, schwarzen Raben.

Der erste Auftritt von "Anima Veritatis" nach der Gründung war 2017 beim Brauchtumsumzug in Thalmässing. Seitdem nehmen die schaurigen Gestalten an Brauchtums- und Faschings-Umzügen in der Region und sogar in der Schweiz teil, so natürlich auch jüngst am Brauchtumszug in Hilpoltstein.

In erster Linie geht es dabei auf den Umzügen darum Freude und Spaß und etwas "Schrecken" zu verbreiten. Kinder, so sagt Andreas Grzyb, haben nach seinen eigenen Erfahrungen eigentlich wenig Angst vor ihrem gruseligen Aussehen. Falls doch, werden sie eben mit Süßigkeiten beschenkt, feixt er. Froh ist der Vorsitzende, dass er mit seiner Gruppe wachsen konnte und dass er damit die Tradition des Faschings, wie er früher war, fortführen kann.

Besonders freut er sich darüber, dass zwei Mädels der Truppe heuer mit zur Nachwuchs-Narrensitzung "Wehe, wenn wir losgelassen" nach Veitshöchheim dürfen.

Weitere Informationen über "Anima Veritatis" gibt es auf der Facebook-Seite der Gruppe. Die Mitglieder stehen auch gerne am Rande von Umzügen Rede und Antwort. 

JOSEF STURM

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