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„Der Ballungsraum rückt näher an uns heran“

Erster Spatenstich für die langersehnte Ortsumgehung Wernsbach — Kosten: 31,3 Millionen Euro - 09.12.2016 18:10 Uhr

Der obligatorische Spatenstich gibt das Signal: Jetzt können die Bauarbeiten beginnen. © Foto: Leykamm


„Ich freue mich über jede Baustelle!“ erklärte kurz vor dem symbolischen Erdaushub per Hand Dorothee Bär vor rund 150 interessierten Gästen. Der Bund, so die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, trage fast die gesamte Finanzierungslast der Maßnahme, die eine Verbesserung der Infrastruktur darstelle. Ihr Dank galt sodann den Grundstückseigentümern für ihre Kooperationsbereitschaft.

Ganz Wernsbach sowie die gesamte Region hätten eigentlich schon mit der Inbetriebnahme der Ortsumgehung von Untersteinbach vor fast genau zwei Jahren auf den heutigen Tag hingefiebert, so Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Das 4,2 Kilometer lange Straßenstück, dessen Planfeststellungsbeschluss heuer im Juni gefasst wurde, ist zugleich das letzte, das auf vier Spuren (je zwei Bahnen mit Standstreifen) ausgelegt wird. Um es möglichst bald verwirklichen zu können, „haben wir zügig geplant, schon zu einem Zeitpunkt, als wir nicht wussten, wann das Geld kommt.“ Nach der Freigabe stehe der Landkreis Roth dann „prächtig da“, was den Straßebau anbelangt, betonte Herrmann.

Auch im Süden von Weißenburg tue sich etwas. Die Umgehung bei Dettenheim werde 2017 fertiggestellt sein. Und die Ortsumgehung bei der Römerstadt selbst werde man stemmen können. „Da verhandeln wir noch mit dem Bund, da müssen noch ein paar Euro mehr kommen“, so der Minister. Er sei aber dankbar, dass aus Berlin die Bereitschaft, in die Bundesstraßen zu investieren, gestiegen sei. Auch im Landtag habe man bezüglich Wernsbach den Druck aus dem Landkreis gespürt. Der hiesige Stimmkreisabgeordnete Volker Bauer (CSU) „hat immer wieder gebenzt...“.

Als dann das Blasorchester Georgensgmünd das Frankenlied intonierte, ehe Landrat Herbert Eckstein das Podium erklomm, war das für ihn „ein Traum – es gibt keine schönere Begrüßung!“ Zur Einweihung werde die Frankenfahne gehisst, versprach er. Der Landrat erinnerte an die lange Geschichte um das Ringen für eine ausgebaute B2. An zahllose Briefwechsel, Bürgerversammlungen oder an Röttenbachs Bürgermeister Thomas Schneider, der vor vielen Jahren mit einem Traktorenkonvoi auf die Verkehrsbelastung hinwies. Hocherfreut über den Baubeginn zeigte sich auch Georgensgmünds Bürgermeister Ben Schwarz, denn viele Menschen in diesem Ortsteil hätten schon befürchtet, dass der Ausbau sich nach der Ampelinstallation bei der Mauker Kreuzung verzögere. Die Befürchtungen haben sich in Luft aufgelöst und die Trennung Wernsbachs in zwei Teile wird bald ein Ende haben. „Der Ballungsraum rückt nun näher an uns heran“, gab sich Schwarz selbstbewusst. Auch zum Erfolg des neuen interkommunalen Gewerbegebietes werde die neue Umgehung ihren großen Teil beitragen. Dafür werde es auch höchste Zeit. Sind es doch täglich 15 000 Fahrzeuge, die durch Wernsbach durchfahren, bei einem Lkw-Anteil von 15 Prozent – eine deutlich überdurchschnittliche Verkehrsbelastung, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Die eigentlichen Bauarbeiten beginnen nach der Winterpause und zwar mit dem Bau einer Brücke von Untersteinbach nach Wernsbach. Die Ausschreibung hierzu läuft derzeit. Bis dahin werden Leitungen verlegt und Bäume gefällt. 2017 entstehen dann zwei weitere Brücken, die eigentliche Strecke wird im Jahr darauf gebaut.

Ende 2019 soll die Verkehrsfreigabe für das 4,2 Kilometer lange Straßenstück erfolgen. Die autobahnähnlich ausgebaute Ortsumgehung schließt dann an jene bei Röttenbach und bei Untersteinbach an. Dazwischen führt sie östlich an Wernsbach vorbei. Neue höhenfreie Anschlussstellen entstehen sowohl am Knotenpunkt an der Kreisstraße nach Wallesau sowie an der Mauker Kreuzung. 

JÜRGEN LEYKAMM

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