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Mit der „Lustigen Bäuerin“ eröffnete die Schwarzachauer Saitenmusi den Empfang. Bürgermeister Manfred Preischl begrüßte Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Schule und Vereinen. Bundestagsabgeordnete Marina Schuster musste wegen Erkrankung absagen.
Abt Beda Maria Sonnenberg (OSB) aus Kloster Plankstetten stellte in seiner Festrede die Frage: „Was hat einen Wert – was ist es mir wert?“ Viele Ratschläge würden in den Medien angeboten, viele aber habe man schnell wieder vergessen.
Es gelte, griffige Werte zu finden, beispielsweise bei der Suche nach dem früheren Leben hier in Greding. Hier erweise sich der Ort als archäologische Fundgrube. Anhand der entdeckten Säuglingsgräber an der Kindinger Straße könne man die Wertschätzung des Lebens in früherer Zeit erkennen. Denn: „Werte sind nicht unbedingt im Himmel zu finden, sondern auch in der Erde.“
Ein weiterer Beweis für die Wertschätzung des Menschen sei der Karner bei der Martinskirche. Der Abt empfahl, mit offenen Augen durch die Stadt zu gehen, um zu entdecken, was die Menschen hier Gutes getan haben. Die Krise der Gesellschaft sei dadurch verursacht, dass unser Blick sich nicht mehr auf die Menschen, sondern auf den Konsum richte. Dabei sei der gute Umgang mit den Mitmenschen wichtig. Es werde zunehmend wichtiger, langlebige und qualitativ wertvolle Güter herzustellen und zur Natur zurückzukehren. „Was hat also einen Wert?“, fragte Abt Beda Maria. Seine griffige Antwort: „Es ist der Mensch!“
Humorvoll begann Landrat Herbert Eckstein seine Rede, griff dann aber nachdenklich Sonnenbergs Worte auf: „Wir alle tragen bei jeder Kaufentscheidung zur Wertschöpfung bei, wenn wir beim Bäcker und Metzger einkaufen statt im Supermarkt.“ „Was ist wichtig für jeden Ort?“, fragte der Landrat. Da sind die ehrenamtlich Engagierten, die als Wertsetzer der Kultur tätig sind. „Anonyme Strukturen helfen keinem weiter“, fuhr er fort.
Der Wirtschaft sei es in den vergangenen beiden „Traumjahren“ gut gegangen, aber noch würden zu viele Menschen zu wenig verdienen. Traurig sei es, dass noch zu viele Kinder „verlorengehen“, worauf die Gesellschaft oft zu spät reagiere.
Das Schlusswort aus der Sicht der Kommune unter dem Aspekt „Werte – Wertevorstellung – Werteerfahrung“ hatte Bürgermeister Preischl. Nachdenklich habe ihn der Satz gestimmt: „Schlimm ist es erst, wenn andere was haben und ich nicht.“
Aber Greding könne für das vergangene Jahr etliches auf der Habenseite verbuchen. Kinder, Bildung und Schule waren ganzjährige Themen. Gerade für die Kleinkinderbetreuung konnte manches erreicht werden, denn „Eltern planen damit.“ Den Skeptikern zum Trotz gebe es bei den Hortplätzen inzwischen eine Warteliste. Wenige Stunden zuvor hatten er und Landrat Eckstein von Kultusminister Ludwig Spaenle erfahren: „Die Wirtschaftsschule in Greding brauchen wir.“
Zum Glück sei die Stadt von Veränderungen bei der Bundeswehr hinsichtlich der Wehrtechnischen Dienststelle nicht direkt betroffen, wohl aber Einwohner, die am Standort Roth Dienst tun.
Eine positive finanzielle Entwicklung der Stadt sei zu verzeichnen, immerhin wurden rund 2,4 Millionen Euro an Einkommensteuer eingenommen. Das neue Feuerwehrgerätehaus, Verbesserungen bei der Abwasserbeseitigung, die Beheizung des Hallenbades mit Hackschnitzeln, der Kaisinger Naturlehrpfad und der Radlweg von Untermässing nach Obermässing sind einige erfolgreich ausgeführte Projekte des vergangenen Jahres.
Preischl dankte allen, die zum Gelingen beigetragen haben. Auch er hob die Bedeutung ehrenamtlicher Tätigkeiten hervor. Der Wunsch nach einer großen Veranstaltungshalle bleibe freilich unerfüllt.
Im Hinblick auf die Schnelllebigkeit der Informationen stellte Preischl fest: „Die Kontinuität, die Ehrlichkeit und die Verbindlichkeit sollen nicht durch gesteigerten Aktionismus und wildes Handeln ersetzt werden!“

Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
hier.