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Der Streichholz-Führerschein ist schon in der Tasche

In Zell gibt es eine Kinderfeuerwehr — Spielerisch heranführen — Umgang mit Kübelspritze und Hydranten geübt - 10.01.2019 05:55 Uhr

15 Buben und Mädchen bilden derzeit die Zeller Kinderfeuerwehr, die nun ihr Gründungsfest feierte. Lob für die rührige Nachwuchstruppe gab es von den Verantwortlichen. © Foto: Jürgen Leykamm


Für die 15 Kinder zugleich ein krönender Abschluss der Weihnachtsferien. Die jungen Mitglieder genießen großen Rückhalt bei den Eltern, die zu der Veranstaltung in großer Zahl erschienen waren, was auch Hannes Stamminger als Vorsitzender der Wehr würdigte. Er gab zugleich einen Einblick in die Vorgeschichte der neuen Gruppe. 2017 hatte die damalige Jugendfeuerwehr zahlenmäßig einen Tiefpunkt erlebt. Sie habe sich aus geburtenschwachen Jahrgängen rekrutiert, die Interessen der Kameraden hätten sich zudem jenseits des Wehrwesens verlagert. Der Mitgliederstand tendierte "gegen null", so Stamminger – es folgte die Auflösung.

Der Neuanfang sei vor allem "zwei rührigen Damen" zu verdanken, lobte der Vorsitzende und meinte damit die beiden Kameradinnen Yvonne Heigl und Amelie Rybak, welche die Kinderfeuerwehr seit Juni 2018 betreuen. Vor dem inoffiziellen Startschuss hätten aber noch der rechtliche Rahmen gesetzt und die Satzung geändert werden müssen. So wurde etwa die Altersgrenze von zwölf Jahre aufgehoben. Zumindest nominell. Denn ihren Schutz bietet die Bayerische Versicherungskammer erst ab sechs Jahren an, womit nun dieses Alter die Untergrenze für die Teilnahme an der Kinderfeuerwehr darstellt.

In der Jahresversammlung im Januar 2018 gab es grünes Licht für die Gründung. Zum Leitsatz der neuen Gruppe wurde es, die Buben und Mädchen "spielerisch an die Ziele der Wehr heranzuführen", erklärte Stamminger. Auch mit den Kollegen aus Unterrödel sprach man sich ab, denn auch von dort sollen Kinder aufgenommen werden. Bald schien einem Gründungsfest zusammen mit der Fahrzeugweihe nichts mehr im Weg zu stehen. Doch das neue Auto kam und kam nicht, während die Kinder "schon Übungen abgehalten haben", blickte Stamminger zurück. So wurde die Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr 2019 zum offiziellen Termin für die Gründungsfeier. Für diese Forcierung hatten auch die Kinder selbst gesorgt, "die richtig Druck gemacht haben", zeigte sich Stamminger beeindruckt.

Erste kleine Anschaffungen seien schon getätigt worden, weitere folgten. Zudem wolle man sich mit benachbarten Wehren austauschen. Stelle sich der erhoffte Erfolg ein, werde die Wehr für zusätzliche personelle Unterstützung aus den eigenen Reihen sorgen. Das hörte wiederum Yvonne Heigl gerne, die kurz die sechs Gruppenstunden seit der Gründung im Juni 2018 Revue passieren ließ. Denn "wir freuen uns über viele weitere Kinder, sie sind die Zukunft der Wehr."

Bei den bisherigen Treffen haben die Kinder Feuerwehrhaus und -auto kennengelernt, die Einsatzkleidung unter die Lupe genommen sowie die "Streichholz-Führerscheine" I und II absolviert, die zum richtigen Umgang mit Kerzen und mehr ermuntern. Auch ein Hydrant wurde von den Buben und Mädchen geöffnet und durchgespült. Das Üben mit der Kübelspritze und eine Adventsfeier durften nicht fehlen. Zudem wurden Windlichter gebastelt. Heigl lud auch gleich zur nächsten Gruppenstunde am Montag, 28. Januar, 16.30 bis 17.30 Uhr, ein.

Zur Gründung gratulierte auch Hilpoltsteines Bürgermeister Markus Mahl. Die Kinderfeuerwehr in Zell sei nach der in Marquardsholz die zweite im Brandbezirk. Finanzielle Unterstützung gab es vom Rathauschef per Kuvert, die Versicherungskammer hatte schon ihren Obolus entrichtet.

Während all dieser Worte malten die Kinder selbst eifrig Bilder, die im Feuerwehrhaus ausgestellt werden sollen. Standesgemäß feierten die Buben und Mädchen in schicken roten Feuerwehrwesten. Eine weitere Kleiderausstattung gibt es vorerst nicht. Aus einfachem, praktischen Grund, wie Stamminger erläuterte. "Bis die Kleidung geliefert wird, könnte sie bereits zu klein sein." 

JÜRGEN LEYKAMM

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