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Urban Priol, Django Asül, Michl Müller — die Namen im ersten Jahr ResidenzKultur haben gleich geklotzt — und damit gewonnen, wie die Resonanz beweist. Priol und Müller ausverkauft, Asül sehr gut besucht, kann Raithel stolz verkünden. Bei 1200 Plätzen in der Stadthalle ist er sehr zufrieden.
Aber die Stadthalle ist nur ein Spielort von mehreren. Das Schmuckstück unter den Veranstaltungsräumen ist zweifellos die Residenz selbst. Im Saal „Johann Christian“ finden Lesungen und Vorträge, Konzerte und Theateraufführungen unter Stuckdecken statt, und für die Ausstellungen bietet das Haus „entweder eine stilvolle Ergänzung oder einen interessanten Kontrast zur Kunst“, findet Raithel und mit ihm die Besucher.
Die Kunstausstellungen sind es auch, die 1000 bis 1500 Gäste monatlich an- und so richtig „durchs Haus ziehen“, stellt man in der Residenz erfreut fest. Wer eine Ausstellung besucht, schaut sich neugierig im ganzen restaurierten Gebäude um, und wer eigentlich „nur“ in der Bücherei ein Buch abgeben will, nimmt sich gern noch Zeit für den Rundgang durch die aktuelle Ausstellung.
Apropos aktuell: Am Samstag startet schon die nächste: „Wunderbare Augenblicke“ heißt die Kunstausstellung mit Christine Harrer. Vernissage ist um 18.30 Uhr, am Mittwoch, 23. Januar, führt die Künstlerin selbst durch ihre Arbeiten.
Das heißt, natürlich geht es auch im zweiten Jahr Schlag auf Schlag. Statt wie früher bei der KultTour das Angebot auf einige Wochen im Herbst zu konzentrieren, bietet die Stadt jetzt das ganze Jahr über kulturelle Veranstaltungen an. „Die Leute fragen schon, was als nächstes kommt“, freut sich Raithel, die Marke „ResidenzKultur“ hat sich bereits etabliert.
Für ihn, den Planer, Organisator, Abwickler und ständigen Ansprechpartner, bedeutet dies natürlich auch Dauereinsatz für die ResidenzKultur. Während für einen Kabarettabend in der Residenz gerade noch die letzten Planungen laufen, müssen für ein Konzert in der Grundschulaula schon die Stühle aufgestellt und Schweinwerfer zurechtgerückt werden. Ein paar Nachtschichten waren schon dabei, gesteht er lächelnd. „Aber es macht Spaß und hat große Vorteile, die Veranstaltungen und die Künstler die ganze Zeit zu begleiten“, sagt Raithel. So wisse er ganz genau, was an welcher Stelle noch fehlt, wo er hinfassen muss.
Und bisher ist auch nichts schiefgegangen. Spannend war das erste Jahr, weil wir alles zum ersten Mal gemacht haben: Von Stühlen über Technik und Beleuchtung bis zu den Stellwänden für die Ausstellungen war alles zu organisieren — inzwischen klappt aber alles reibungslos.
Freilich haben nicht alle Veranstaltungen das Zeug zum absoluten Publikumsrenner, so war ein Vortrag recht spärlich besucht, weil zeitgleich in der Champions League gespielt wurde — „aber das weiß ich ein Dreivierteljahr vorher bei der Terminvereinbarung halt nicht.“ Und kulturelle Glanzlichter wie zum Beispiel der Kafka-Theaterabend mit Cornelia Gutermann-Bauer am 20.März finden vielleicht auch keine Hundertschaft an Zuschauern, „aber da haben wir als Kommune auch einen kulturellen Auftrag und wollen nicht nur Mainstream bieten.“
Dafür sind für den neuerlichen Auftritt von Michl Müller am 23. April schon wieder mehr als 1000 Karten verkauft, die Musicalgala mit der Hilpoltsteinerin Sängerin Dorothea Müller am 2. Februar wird für eine volle Stadthalle sorgen, und Rolf Miller wird am 15.März die Stadthalle ebenfalls füllen.
Das Programm der ResidenzKultur für das zweite Halbjahr 2013 steht noch nicht ganz fest. Geplant ist aber bereits, dass es künftig im September ein Festival der Künste gibt — im jährlichen Wechsel mit dem bisherigen Festival der Kulturen.
In wenigen Tagen erscheint außerdem der erste eigene Kulturkalender für Hilpoltstein — dann sind die kulturellen Veranstaltungen noch leichter zu finden.
Finanziell hat die Stadt mit der ResidenzKultur in ihrem ersten kompletten Jahr rund 100000 Euro umgesetzt, sowohl an Ausgaben wie an Einnahmen. Das heißt, kein so hohes Defizit, wie es zu Zeiten der KultTour dem Stadtrat schwer im Magen lag. Und in dieser Größenordnung, vielleicht bei 80000 Euro jährlich, wünscht sich Raithel, „wollen wir weiter mitspielen“.

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